Bilder mit GPS-Koordinaten versehen

Leider haben Consumer-Kameras ja noch kein GPS (meine Dezember 2009 gekaufte jedenfalls nicht). Aber wenn man ein Outdoor-GPS-Gerät sein eigen nennt, kann man das ja zum Glück recht einfach anderweitig erledigen. So ein Gerät (ich habe ein eTrex Vista HCx von Garmin) läuft mit 2 AA-Batterien ca. 20 Stunden, und man kann es einfach im Rucksack oder der Jackentasche mit sich rumtragen. Dabei zeichnet es jede Sekunde die Position in einer GPX-Datei (eine Datei pro Tag) auf Speicherkarte auf.

Prinzipiell täte es auch ein einfacher GPS-Logger (der dann deutlich kompakter ausfallen könnte), aber das Display ist ganz praktisch. Die Zeit auf der Kamera muss man ja in der Regel manuell einstellen — eine automatische Synchronisation mit GPS oder einer anderen Zeitnormalquelle haben die Dinger nicht. Das könnte man tun, man kann es aber genauso gut lassen. Denn so eine Uhr hat ja auch ein wenig Gangabweichung, beim nächsten Urlaub stimmt es dann schon wieder nicht. Eine Minute Abweichung ist jedenfalls (mir) zuviel, um mich für die GPS-Korrelation darauf zu verlassen.

An dieser Stelle kommt das Display des GPS-Empfängers ins Spiel: Man macht ab und zu (am Anfang und am Ende des Urlaubs beispielsweise …) Fotos von einer als zuverlässig bekannten Uhrzeitanzeige – dafür bietet sich die des GPS-Empfängers an (Beispiele hier und hier). Dann hat man die Kamerazeit (über EXIF-Daten) und die echte Zeit in einem Foto und kann somit die Differenz ermitteln.

Beispiel: Ich hatte zwei Fotos vom GPS-Empfänger gemacht:

  • Auf dem ersten Foto zeigte der GPS-Empfänger 12:04:40 Uhr am 30. Juli 2011 (Europe/Berlin, also MESZ). Nach Ortszeit (in diesem Fall Island, also erfreulicherweise gleichzeitig UTC – es entfällt also die schwierige Entscheidung, welche von beiden ich nehmen soll) ist das 10:04:40 Uhr. Die Zeit der Kamera war 11:06:09 (also vermutlich MEZ, ohne S) am 30. Juli 2010 (sic!). Um von der Kamerazeit auf die richtige Zeit zu kommen, muss man also ein Jahr hinzuzählen, 1 Stunde abziehen, 2 Minuten abziehen und 31 Sekunden hinzuziehen (bzw: 1:29 Minuten abziehen).
  • Auf dem zweiten Foto zeigte der GPS-Empfänger 13:13:10 Uhr am 2. August 2011 (MESZ). Nach Ortszeit/UTC ist das 11:13:10 Uhr. Die Zeit der Kamera war 12:14:38 (MEZ) am 2. August 2010 (sic!). Um von der Kamerazeit auf die richtige Zeit zu kommen, muss man also ein Jahr hinzuzählen, 1 Stunde abziehen, 2 Minuten abziehen und 28 Sekunden hinzuziehen (also 1:28 Minuten, und damit nur eine Sekunde Abweichung zum ersten Foto, die auch Rundungsfehlern geschuldet sein können).

Nachdem wir nun also wissen, wie wir die EXIF-Zeit justieren müssen, können wir diese Änderung umsetzen. Als Tool dafür benutze ich exiv2. Die relevanten Stellen der man-Page lauten:

Benutzung: exiv2 [ Optionen ] [ Aktionen ] Datei ...

Ändert die Exif-Metadaten von Bildern.

Aktionen:
ad | adjust ändert die Exif-Zeitstempel um eine gegebene Zeit. Diese
Aktion benötigt mindestens eine der Optionen -a, -Y, -O oder -D.
[...]

-a time Zeitjustierung im Format [-]HH[:MM[:SS]]. Diese Option wird
nur in Zusammenhang mit der Aktion 'Justieren' benutzt.
-Y yrs Justierung von Jahren in der Aktion "justieren".
-O mon Justierung der Monate in der Aktion 'justieren'.
-D day Jusitierung von tagen in der Aktion "Justierung".

In unserem Fall ergibt das:

exiv2 -Y 1 -a -01:01:28

In diesem Fall ist es herzlich egal, ob man nun -01:01:28 oder -01:01:29 schreibt. Bei größerem Drift sind natürlich ggf. andere Maßnahmen erforderlich. Interpolieren dürfte manuell leider etwas aufwendig werden.

Dieser Befehl muss natürlich auf alle Fotos angewendet werden. Bei mir haben diese die Endung .JPG (nicht .jpg!). Es ergibt sich folgender Befehl:

for i in *.JPG; do exiv2 -Y 1 -a -01:01:28 $i; done

Als nächstes kopiere ich die GPX-Tracks für die entsprechenden Tage ins selbe Verzeichnis wie die Bilder und rufe gpscorrelate-gui auf. Dort füge ich zunächst alle Fotos hinzu. Dort muss man nun leider jede GPX-Datei einzeln auswählen. “Interpolate”, ggf. “Between Segments” ankreuzen, “Correlate Photos” klicken – fertig.

Jetzt haben die Fotos GPS-Koordinaten in ihrem EXIF-Block. Bei Flickr und ähnlichen Diensten erscheinen sie dann in einer Karte (Achtung: Bei Flickr muss man das aus Datenschutzgründen in den Account-Einstellungen vor dem Hochladen aktivieren!).

3G in Island

Wenn ich im Ausland bin, vor allem, wenn es länger als nur ein paar Tage sind, habe ich gerne mobiles Internet via 3G/UMTS. Zum einen ist es sehr praktisch, unterwegs Karten zu haben und Infos über den Ort abrufen zu können, an dem man gerade ist. Und mit Status-Updates auf Google+ kann man auf die Schnelle die Daheimgebliebenen neidisch machen – dank Kamera und GPS im Smartphone. Auch bei eigentlich stationärem Einsatz ist das hilfreich – Internetzugang im Hotel ist oft kostenpflichtig, nur in bestimmten Bereichen (Lobby) verfügbar, oder es sind verschiedene Ports blockiert.

Also habe ich mich für Island nach einem entsprechenden Angebot umgeschaut und bin dabei auf Síminn gestoßen. Der Tarif ist recht preisgünstig, die Netzabdeckung soll gut sein (in dem Zusammenhang: Was ist eigentlich 3G Long Distance? Damit kriegt man wohl auch in der Pampa schnelle Verbindungen, jedenfalls, wenn kein Berg im Weg ist). Verkaufsstellen gibt es durchaus in jedem Ort, allerdings muss man es dorthin dann auch zu Öffnungszeiten schaffen. Rundreise durch die „Wildnis“, ein Feiertag, und recht eingeschränkte Öffnungszeiten (samstags erst ab 10 Uhr, beispielsweise) können einem da schonmal einen Strich durch die Rechnung machen.

Schließlich habe ich es zwei Tage vor Abreise doch noch geschafft, eine entsprechende SIM-Karte zu erwerben. Diese kostet 490 ISK und ist mit einem Startguthaben versehen, das für ca. 500 MB reicht. Im Prinzip ja ausreichend für den Einsatz im Urlaub – wenn nicht dummerweise der Thunderbird auf meinem Notebook auf die Idee gekommen wäre, einen IMAP-Ordner ausgerechnet jetzt zu synchronisieren. Damit war das Inklusivkontingent dann nach einem Tag aufgebraucht. Wie in der Anleitung erläutert wurde ich auch tatsächlich auf eine Seite weitergeleitet, wo ich per Kreditkarte ein 4GB- oder 8GB-Paket für 1990 bzw. 3990 ISK hätte kaufen können. Hätte – wenn die Seite denn eine meiner drei Kreditkarten akzeptiert hätte. Woran es lag, dass das nicht ging, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich hinterher vom Kundendienst noch folgende Auskunft bekommen:

You need to contact our customer support at 8007000. They will help you refill your credits via credit card.

- Leider erst, als ich das Land schon wieder verlassen hatte. Falls jemand ebenfalls Probleme mit der Kreditkartenzahlung hat, kann er das ja mal ausprobieren, und ggf. hier berichten, ob es geklappt hat.

Steckdosenadapter in Hongkong

Zu den Sachen, die man im Urlaub in Übersee ggf. mal dringend braucht, nicht so einfach findet und auch nicht trivial zu Hause bekommt (ok, für Hongkong wäre das drin gewesen), gehören Steckdosenadapter. In Hongkong gibt es einen Haufen Elektronikläden, aber die sind auf schnäppchenjagende Touristen ausgelegt und verkaufen solchen Kleinkrams in der Regel nicht. Einen Laden habe ich dann schlußendlich in Tsim Sha Tsui direkt am Hafen doch gefunden: Reptron Development Company Computer Equipment, Shop B2, 2/F., Star Computer City, 3 Salisbury Road, Star House, Tsim Sha Tsui, Kowloon. So, und damit kann die Quittung über 25 HKD jetzt auch in den Papierkorb …

Abzockversuche in China

Auf meiner Asien-Reise wurde ich in China mit einigen Abzockversuchen konfrontiert. Das kann nicht rein kulturell bedingt sein, denn in Hong Kong und Taiwan hab ich das nicht oder nicht in dem Ausmaß erlebt. Über die Gründe spekuliere ich vielleicht ein anderes Mal …

  • Als ich von Macao aus zu Fuß die Grenze nach Zhuhai überquert hatte, wollte ich mir dort eigentlich eine Prepaid-SIM-Karte besorgen. Dort ist eine große Markthalle mit allerlei Elektronik-Kram, da sollte es so etwas doch eigentlich geben, dachte ich mir. Nun, einen halbwegs offiziell aussehenden Laden gab es schon mal nicht, das war im wesentlichen eine chaotische Ansammlung kleiner Stände. Also bin ich zum erstbesten Verkaufsstand mit Handys und habe nach einer SIM-Karte gefragt. Die war dann auch ruckzuck ausgepackt und in meinem Handy, da wußte ich weder den Preis, noch hatte ich chinesisches Geld. Also bin ich erstmal zum Geldautomaten, in Begleitung des Händlers. Der wollte dann 800 Yuan haben. Auf Nachfrage bot er mir dann eine andere Karte für 300 Yuan an. Dann stellte er sich auf die Nachfrage, ob das Ding Internet kann, im wesentlichen blöd und demonstrierte mir, daß man die Karte tatsächlich anrufen konnte. Naja, letztendlich hab ich die Karte dann wieder rausgenommen, auf den Tische geschmissen und bin zu meinem Bus nach Guangzhou. Der Originalpreis sollte laut Lonely Planet bei unter 100 Yuan RMB liegen. Leider hab ich es dann nicht mehr geschafft, in China eine SIM-Karte zu kaufen …
  • Als ich nach meiner Ankuft in Beijing aus der Endstation des Airport Express (Dongzhimen) gekommen bin, wollte ich der Einfachheit halber ein Taxi zum gebuchten Redwall Hotel nehmen (dessen Name und Adresse ich mir am Flughafen auf Chinesisch hatte aufschreiben lassen). Also zur Straße und nach Taxis Ausschau halten. Als erstes wurde ich von Rikscha-Fahrern angesprochen. Nein danke. Der Taxifahrer (bzw. eher der Macker, der das Taxi-Kartell managed) ließ sich dann die Adresse zeigen. Vorschlag: 100 Yuan. Nein, das ist dann doch irgendwie arg überteuert. Also erstmal nach links gegangen und geguckt, ob da Taxis zu kriegen sind. Das war aber wohl die falsche Richtung, es wurde noch schlimmer. Also wieder zurück, neuer Versuch. 80 Yuan, oder ich solle einen Preis vorschlagen. “No meter.” Dann bin ich ein oder zwei Blocks in die andere Richtung gelaufen und habe (nach einem Einkauf bei 7Eleven) dann letztendlich ein Taxi bekommen. Der Preis für die paar km zum Hotel: 14 Yuan.
  • Der Lonely Planet warnte explizit für jungen Frauen, die alleinreisende Männer zu einem Gespräch überreden, in ein Restaurant ihrer Wahl “entführen”, wo diese dann mit einer Rechnung für eine Teezeremonie über 2000 Yuan konfrontiert werden. Eine Abwandlung davon hatte ich gleich nach dem Verlassen der Dongzhimen-Station: Zwei junge Frauen fragten mich, ob ich ihnen Essen kaufen könnte. Wer so gut Englisch spricht, muß vermutlich auch in China nicht verhungern … In der Verbotenen Stadt wurde ich auch mehrmals – ebenfalls von jungen Frauen – auf “Kunstausstellungen” hingewiesen. Offenbar auch so eine Nepp-Masche.
  • Am letzten Tag bin ich zur Mauer nach Simatai. Plan (laut Lonely Planet): Mit dem Bus nach Muyin downtown, von da ein Taxi, das 150 Yuan hin und zurück kosten soll. In der ersten Station in Muyin sagte mir dann jemand, hier müsse ich raus. Mir wurde erst nach dem Einsteigen erst so richtig klar, daß der offenbar gerade erst eingestiegen war (bzw. kurz in den Bus geschaut hat, ob dort Langnasen sitzen). Jedenfalls stand ich dann da in der Pampa (ein Gewerbegebiet an einer Schnellstraßenausfahrt), wo sonst nur diverse inoffizielle Taxen und ein Unterhändler für diese Taxen war. Interessante Masche … Naja, nach ein bißchen Handeln waren es dann 300 Yuan, was soll’s.

All das zeigt, daß man in China höllisch aufpassen muß, nicht übers Ohr gehauen zu werden. Ganz schön anstrengend auf die Dauer …

Springscream naht

Bald ist im Kenting-Nationalpark am Erluanbi-Leuchtturm wieder das jährliche Springscream-Festival. An meinem Geburtstag, dem 2. April 2010, gehe ich nochmal Tauchen, und dann sind drei Tage Party angesagt. Gerade suche ich noch nach den Info über das Camping, aber das wird schon klappen. Mein Ticket habe ich jedenfalls schon vor ein paar Tagen beim 7Eleven gekauft. Die Bandliste gibt es hier, und ich kenne von den Bands jedenfalls auf den ersten Blick keine einzige … Das wird sicher zu einigen CD-Käufen führen …

Disclaimer: Ich hatte ohnehin vor, da hinzugehen, aber diese Vorankündigung schreibe ich, um an der T-Shirt-Verlosung teilzunehmen.

Taroko

Nach zwei Tagen Taipei habe ich mich dann am Mittwoch auf nach Hualien an der Ostküste Taiwans gemacht. In der Nähe liegt die berühmte Taroko-Schlucht, die ich natürlich sehen mußte.

In Hualien war ich in einem netten Hostel, dem Colorful Taiwan Hostel, dessen Inhaberin ich über Couchsurfing gefunden habe. Sie kann ziemlich gut Englisch und einem Auskünfte geben und Sachen organisieren.

Den ersten Nachmittag habe ich erstmal ein wenig ausgeschlafen, Jetlag und so … Das Wetter war auch immer noch recht kühl. Am Abend waren wir dann zum Essen bei anderen Couchsurfern (davon zwei aus Europe).

IMG_0142

Meine Entscheidung, mit dem öffentlichen Bus nach Tiansiang (天祥) zu fahren und von da aus zurückzulaufen, war vermutlich etwas suboptimal, aber was soll's ... Am besten und günstigen ist wohl, einen Motorroller zu mieten, auch wenn das nicht mehr ganz legal ist, selbst mit internationalem Führerschein, danach kommen Taxi und Tourbus. Schade ist, daß viele Wanderwege entweder ganz geschlossen waren oder nur mit besonderer Erlaubnis zugänglich sind. Naja, die beeindruckende Schlucht an sich habe ich jedenfalls gesehen.

Am Freitag war ich dann mit dem Rad am Liyu Lake. Das Rad war ziemlicher Schrott, 200 NT$ waren eigentlich noch zuviel. Hier in Kenting bekommt man angeblich vernünftige Räder für 800 NT$ - für zwei Stunden. Radfahren in Taiwan mag zwar toll sein, aber man braucht dafür ein eigenes Fahrrad.

Am nächsten Tag bin ich dann weiter nach Taitung. Der ursprünglich Plan war, auf Green Island Tauchen zu gehen. Der mir empfohlene Tauchguide Eddy meinte aber, daß Green Island zur Zeit tot ist (also niemand dort ist). In der Tat mußte ich in Taitung feststellen, daß zur Zeit nur eine Fähre pro Tag nach Green Island fährt. Also habe ich nur eine Nacht in Taitung verbracht (die allerdings in einem sehr günstigen Hotelzimmer - nur 600 NT$) und bin dann auf Eddys Empfehlung weiter nach Kenting, wo ich jetzt ein paar Tage zum Tauchen bin. Dazu dann demnächst mehr.

Ankunft in Taiwan

Dank Winterwetter in Beijing bin ich ja mehrere Stunden verspätet in Taipei angekommen.

Ich glaube, bei der Einreise habe ich geringfügiges Mißtrauen erweckt: Ich hatte das Feld für den Rückflug nicht ausgefüllt, weil ich ja zwischendurch nochmal ausreisen will, außerdem hatte ich noch kein Hotel. Die Grenzpolizistin hat sich dann die Flugbuchung zeigen lassen (genau 30 Tage nach Einreise, die maximale Dauer für visafreien Aufenthalt …), das mit “You must really like Taiwan!” o.ä. kommentiert und als Adresse in Taiwan noch “Holiday Inn” eingetragen …

Als nächstes war dann erstmal eine SIM-Karte dran. Es ist die von Taiwan Mobile geworden, mit 5 Tagen Internet-Flat für 399 TWD (im Vergleich mit Deutschland relativ teuer, aber was soll’s …). Und dann brauchte ich – inzwischen war es schon fast 17 Uhr – ja auch noch ein Hotel. Das Bailee vom letzten Mal hatte nur noch Doppelzimmer für deutlich über 2000 TWD, das mußte dann doch nicht sein. Schließlich ist es für zwei Nächte das Dahshin Hotel Taipei geworden. Die Lage direkt an der Zhongshan N. Rd. war zwar super, das Zimmer an sich sollte sich aber leider als ziemlićh dürftig herausstellen: Innen ohne Fenster, keine Duschkabine oder Badewanne, so daß man beim Duschen das komplette Bad unter Wasser setzt, und eine Klimaanlage, deren Temperatur sich nicht einstellen ließ (bei den Außentemperaturen ist Klimaanlage irrelevant, aber Lüftung muß schon sein …). Letzteres hat meine Erkältung dann eher verschlimmert.

Das mobile Internet funktioniert zumindest in der Stadt einwandfrei, auch das Hochladen von Fotos auf Flickr ist problemlos. In den Bergen (in der Bahn, nicht bei Wandertouren auf abgelegenen Pfaden) schwächelt es allerdings ein wenig, jetzt an der Ostküste geht es allerdings wieder gut.

Das Wetter hier ist leider miserabel, momentan sind draußen 9 °C (nochmal ein paar Grad weniger als bei der Ankunft). Mal sehen, ob das noch besser wird.

National Palace Museum

Gerade war ich im National Palace Museum, das ich auf meinen bisherigen Taiwan-Reisen irgendwie immer verpaßt habe. Und es war wesentlich weniger langweilig, als ich befürchtet hatte: Bei weitem nicht nur eine Aneinanderreihung von Kalligraphien, Gemälden und Kunsthandwerk, sondern eine gutgemachte, modern präsentierte Ausstellung, bei der die ganzen Artefakte in die soziokulturellen und politischen Gegebenheiten der jeweiligen Epoche eingeordnet wurden.

Blick aus dem National Palace Museum auf die gegenüberliegenden Hochhäuser

Danach war ich noch kurz in einer kostenlosen Kunstausstellung gegenüber, die ich beim Aussteigen aus dem Bus bemerkt hatte: “Three Youths of the Taiwan Official Fine Arts Exhibition”, organisiert von der Taiwan Soka Association. Das war moderne (20. Jahrhundert) Kunst von drei Künstlern, die in ihrer Jugend während der Zeit, als Taiwan zu Japan gehörte, Preise gewonnen hatten: Chen Chin, Lin Yu-Shan und Kuo Hsueh-hu. Eine Privatführung habe ich gleich auch noch bekommen.

Und jetzt sitze ich bei Meet Fresh und bin satt. Hier gibt es typisch taiwanische Sachen wie Taro mit roten Bohnen oder Herb Jelly …

Air China, die Zweite

Hier die versprochene Fortsetzung zum ersten Artikel:

Die Studentengruppe (von der ich mitbekommen habe, daß sie wohl in irgendeinem Dorf bei einem Praktikum o.ä. sind) hat dann auch irgendwann Ruhe gegeben. Dafür konnte ich meine Bordkarte für den Anschlußflug nicht mehr finden (die ich raussuchen wollte, um die Flugnummer in den Gesundheitsfragebogen einzutragen). Erstmal ewig in allen Rucksack- und Jackentaschen rumgesucht, bis ich dann irgendwann die Stewardess gefragt habe, ob das ein Problem ist. Die hat dann den Chefsteward (vermutlich) geholt, der dann meinte, ich müsse dann einfach nach der Landung zum Transfer Desk. Kurz vor der Landung habe ich die Bordkarte dann natürlich doch noch gefunden … Viele Taschen sind nervig, man weiß nie, wohin man etwas gesteckt hat. Das zweite Essen war auch ganz brauchbar, Pfefferrind oder so … Bei der Ankunft am Beijing Capital International Airport gab es dann eine Überraschung: Erst einen Hinweis, daß man sich etwas überziehen soll und dann dieser Anblick:

Schnee auf dem Beijing Capital International Airport

Bei der Ankunft war mir dann erstmal nicht so richtig klar, wo ich hin muß: Auf den Monitoren stand mein Anschlußflug noch nicht (also keine Spur vom gesamten Flug, nicht nur kein Gate …) und der Wegweiser sagte “International Transfers”. Kann man da nicht klarstellend “auch Hongkong, Macao und Taiwan” hinzufügen?

Beim Transfer Desk war recht schnell eine lange Schlange, das wäre knapp geworden (wenn der Anschlußflug pünktlich gewesen wäre). Die Gesundheitsfragebögen wurden tatsächlich eingesammelt, und danach kam das große Anstellen: Extrem lahme Paßkontrolle für den Transit, danach noch eine Sicherheitskontrolle (die ging allerdings zügig, und mein Flüssigkeitenbeutel mit dem ausgelaufenen Mückenschutzmittel war auch kein Problem – das hätte ich ja schon vorher entsorgt, wenn es vorher ein Waschbecken zum Abwaschen des restlichen Zeugs gegeben hätte …). Am Gate kam ich dann kurz vor geplantem Abflug an, von Boarding war aber nichts zu sehen. Irgendwann dann eine Ansage, daß es für den verspäteten Flug am Gate Essen gibt. Angestellt, als ich fast dran gewesen wäre, ging dann doch das Boarding los. Allerdings standen wir dann noch mindestens zwei Stunden (mit Passagieren an Bord) rum und warteten auf das Enteisen des Fliegers … Jedenfalls bin ich dann mit mehr als 3 Stunden Verspätung doch noch in Taipei angekommen …

Air China

Während ich das hier schreibe (jedenfalls den ersten Entwurf) sitze ich in einem Air-China-Flug von Frankfurt nach Beijing.

Nach gut eineinhalb Stunden Flug kann ich schonmal zusammenfassend sagen: Weitgehend straightforward, smooth, and efficient. Perfektionierungspotential ist allerdings noch vorhanden ;-)

Am Flughafen war ich deutlich mehr als zwei Stunden vor Abflug, da wurde der Flug noch nichtmal auf den Monitoren angezeigt. Also die Zeit mit einem Telefongespräch vertrieben, danach wurde der Flug dann auch angezeigt. Das Einchecken war problemlos und in fünf Minuten erledigt. Mein Trekking-Rucksack war angeblich mal den ganzen losen Bändseln etc. problemlos – ich hoffe, der kommt heil an …

Danach habe ich mich dann in den McDonald’s gesetzt und die Zeit mit ein wenig Arbeit (nein nein, keine Arbeit-Arbeit, sondern Freizeit-Arbeit) vertrieben. Als ich damit fertig war, war es schon ca. 13:45 Uhr, 25 Minuten vor Boarding. Also im Sprint auf den Weg gemacht, man weiß ja nie, wie lange man für Paßkontrolle und Security braucht, und über was für Umwege man im Frankfurter Flughafen geschickt wird.

Am Tisch vor der Sicherheitskontrolle habe ich noch schnell den flüssigen oder halb-flüssigen Teil der Reiseapotheke in den transparenten, verschließbaren Beutel mit einem Volumen von maximal einem Liter gepackt (ich habe ja immer noch vor, irgendeine Flüssigkeitsbehältnis von der Bundespolizei förmlich und schriftlich (Fortsetzungsfeststellungsinteresse und so …) zurückweisen zu lassen und dann Widerspruch und Fortsetzungsfeststellungsklage zu erheben, aber dieses Mal siegte mal wieder die Bequemlichkeit, insbesondere, da ich innerhalb üblicher Rechtsmittelfristen eh nicht wieder zurück in Deutschland sein werde), und dann ab und weiter … Die Sicherheitskontrolle hat vielleicht fünf Minuten gedauert, die Paßkontrolle 20 Sekunden.

Am Gate kam ich dann deutlich vor dem Boarding an, Zeit, nochmal das Netbook auszupacken. Zeitungen gab es ausreichend, Lufthansa-Service halt :-) . Mit ein wenig Abwarten nach dem Aufruf zum Boarding reduzierte sich das Schlangestehen auf wenige Minuten – halt das, was einen Linienflug von Ferienfliegern oder Ryanair unterscheidet. Wenn ich eh einen Gangplatz habe, sehe ich auch keinen Grund, als einer der ersten einzusteigen – das senkt nur die Gesamteffizienz des Boardings, wenn dann doch noch jemand an mir vorbei will.

Das Deutsch im Video mit den Sicherheitshinweisen war verbesserungsfähig, was verwunderlich ist – bei einer Live-Ansage hätte ich es verstanden, aber ein Video kann man einmal ordentlich aufnehmen, und dann ist die Sache erledigt. Vorbildlich war, daß darauf hingewiesen wurde, daß die Einfuhr von tierischen Erzeugnissen, Schnittblumen etc. in China verboten ist. Diese Einfuhrbeschränkungen bestehen ja im Grunde überall auf der Welt, auch in der EU. In der EU sind die Fluggesellschaften laut einer Richtlinie verpflichtet, die Fluggäste auf diese Regelungen hinzuweisen – aber so eine Ansage habe ich noch nie erlebt (stattdessen 2006 eine lange Schlange in Frankfurt, weil man in Vogelgrippe-Panik meinte, jeden Passagier einzeln fragen zu müssen, ob er diese Vorschriften eingehalten hat – gaga [Verlinkung auf Post von damals!]).

Vor dem Essen gab es erstmal einen Getränkeservice. Da war ich etwas zu zurückhaltend und habe mir nur einen Becher geben lassen – im Gegensatz zu den Passagieren neben mir, die zwei oder teilweise drei Becher hatten. Zum Essen gab es die Auswahl zwischen Rind und Huhn. Ich hatte ja auf etwas Asiatisches gehofft, aber es gab Rindergulasch mit Kartoffelgratin – war aber ganz ok. Rest des Menüs siehe Foto.

erstes Essen auf dem Air-China-Flug von Frankfurt nach Beijing

Etwas nervig war, daß der Passagier vor mir schläft (ok, kein Problem) und das auch während des Essens schon tat und seinen Sitz zürückgeklappt hatte. Aber wegen sowas wecke ich den nicht, ging auch so.

A propos andere Passagiere: Etwas nervig sind die beiden jungen Männer neben mir, die sich die ganze Zeit lautstark unterhalten, auch mit den beiden jungen Frauen in der gleichen Reihe auf der anderen Seite des Flugzeugs … Naja, inzwischen (also nach der Startphase) habe ich Musik an, und irgendwann werden die hoffentlich auch schlafen.

In dem Zusammenhang: Spiele im Board Entertainment, die ständiges Klicken erfordern (im vorliegenden Fall wohl irgendein Ballerspiel mit Raumschiffen oder so), können für andere Fluggäste sehr nervig sein.

Beim zweiten Getränkeservice nach dem Essen war ich dann weniger zurückhaltend: Orangensaft, chinesisches Bier und (wenn ich das richtig verstanden habe) chinesischer Cabernet Sauvignon. Und ansonsten wird es hoffentlich auch möglich sein, während des Fluges Getränke und kleine Snacks zu bekommen,

Yan Jing Beer

Ǵerade eben wurden Einreisekarten und Health Declaration Forms verteilt. Ich habe darauf hingewiesen, daß ich einen Anschlußflug habe und nicht einreise. Daraufhin hat die Stewardess die Einreisekarte wieder mitgenommen, aber mir den Fragebogen dagelassen. OK, werde ich bei Gelegenheit ausfüllen, mal sehen ob ich das dann brauche. In der Tat macht es allerdings Sinn, das von allen Fluggästen zu verlangen, wenn es darum, Krankheiten, die sich ggf. während eines Fluges ausgebreitet haben, nachzuverfolgen.

Zwischen den Sitzen sind hier irgendwelche Steckdosen, aber die sind wohl (laut nicht komplett verständlicher Auskunft der Stewardess) nicht geschaltet. Gut so, dann brauche ich mich nicht ärgern, keinen passenden Adapter zu haben. Und was ich bei China Airlines sehr angenehmt fand und hier fehlt: Latschen, wenn man in der Kabine rumlaufen will und keine Lust hat, dafür extra wieder die Schuhe anzuziehen.

Womit ich beim letzten Punkt wäre: Für Getränkebestellungen reichen die Englischkenntnisse des Kabinenpersonals, für vieles, was darüber hinausgeht, leider nicht mehr …

Soweit der Bericht nach zwei Flugstunden – wenn es noch mehr interessantes gibt, wird das ein weiteres Posting.

Brüssel

Die letzte Woche war ich auf Dienstreise in Brüssel.

Die Preise in dieser Stadt sind echt verdorben durch die ganzen EU-Lobbyisten (und was sich da sonst so rumtreibt). Unser Hotel hat 90 € pro Nacht gekostet, immerhin incl. Frühstück. Das Frühstück war so la-la (nichts Außergewöhnliches, aber immerhin gab es ordentliches Brot). Aber der sonstige Service dieses Hotels war unterirdisch. Der Aufzug funktionierte nicht so richtig, die Treppe war steil und eng und hatte diverse Türen auf dem Weg in den 2. Stock. Im Badezimmer leckte mein Waschbecken und der Duschkopf ließ sich nicht arretieren. Die Klimaanlage hatte irgendjemand auf 18° C eingestellt, was aber eh keinen Unterschied machte: Bei dem Wetter braucht man eine Heizung, und als solche funktionierte die Klimaanlage offenbar nicht. Den elektrischen Heizlüfter im Bad habe ich erst in der zweiten Nacht bemerkt, der funktionierte immerhin halbwegs. Und das (schweineteure, 20 € für zwei Tage …) Internet funktionierte nur sehr unzuverlässig. Das Beste war aber, daß am zweiten Tag meine Codekarte nicht funktionierte. Als ich an der Rezeption war, wurde sie dann ohne Überprüfung neu auf die von mir genannte Zimmernummer kodiert – da hätte also auch irgendjemand anders kommen können. Der Name dieses Traumhotels: Floris Ustel (in Midi).

Immerhin hatte ich diesmal einen Weg vom Hotel zum Ort des Meetings (VUB und Beaulieu), auf dem kein Bus und keine Straßenbahn nötig war. Metro und Pre-Metro fahren zuverlässig (auch wenn sie zur Rush Hour gnadenlos voll sind), Bus und Straßenbahn stehen dagegen gerne mal im Stau.

“Mal schnell” mit den Kollegen etwas zu Abend essen ist auch nicht so einfach möglich: Am ersten Abend haben wir uns um 20:00 verabredet, um 20:30 ein Restaurant gefunden und waren dann um 23:30 fertig … Am zweiten Tag haben wir auf dem Weg von der VUB zur Metro bei einem Inder gegessen, was auch immerhin zwei Stunden gedauert hat. Am Mittwochabend war es dann Pasta in einem Schnellrestaurant, das ging dann halbwegs zügig.

Die tollen Sandwich-Lunches, die vom Gastgeber geordert wurden, ärgern mich auch: Für den Gegenwert von wenigen Euro gehen mir da Reisekosten (Verpflegungsaufwand) von mindestens 10 Euro durch die Lappen, und wirklich satt wird man von sowas auch nicht … Immerhin konnten/mußten wir uns am Donnerstag bei der Kommission unsere Sandwiches selbst kaufen, für ca. 2,50 Euro … Der Tagegeldanteil, der mir für die Abendessen noch bleibt, deckt den Mehraufwand fürs Abendessen jedenfalls nicht ansatzweise ab.

Immerhin ist das Review, das ja Anlaß der Reise war, zufriedenstellend gelaufen.

Houses of Parliament

Heute um 7 p.m. sind wir in der City of Westminster losgezogen, um etwas zu essen und vorher noch einige Kleinigkeit zu trinken. Tom hatte dann die geniale Idee, das britische Parlament zu besuchen.

Das ganze geht ohne Voranmeldung. Sicherheitsschleusen sind natürlich zu passieren, aber es gibt keine längeren Schlangen. Ein Ausweis muß nicht vorgezeigt werden, auf dem Besucherausweis ist nur ein Foto und das Datum (und ein Strichcode).

Man kann dann durch verschiedene öffentliche Bereiche der Gebäude laufen und die Sitzungen der Commons und der Lords von der Besuchertribüne anschauen. Dafür muß man eine Erklärung unterschreiben (mit Adresse), daß man sich ordentlich benimmt.

Den Abgeordneten ist man insoweit gleichgestellt, daß diese auch keine bequemeren Bänke als die Zuschauer haben. Insbesondere gibt es keine Tische oder gar das, was man bei uns als “parlamentarische Bestuhlung” bezeichnen würde … Bei den Commons gab es übrigens eine Glasscheibe vor der Zuschauertribüne, bei den Lords nicht. Bei den Lords viel sehr auf, daß das offenbar keine Berufspolitiker sind. Die erste Sprecherin dort hat ihren Redetext abgelesen.

Beide Kammern waren vergleichsweise leer, aber eine Debatte fand um ca. 19:30 Uhr noch statt. “Voll” werden beide Kammern wohl leicht: Im House of Commons ist nur (Sitz-)Platz von 400-500 von gut 600 Abgeordneten …

Zu den Themen:

In den Commons ging es um den Constitutional Reform and Governance Bill (offenbar eine Art Lissabon-Begleitgesetz) bzw. Änderungsanträge dazu. Infos u.a. im Protokoll (PDF, ab Seite 45). An den dort aufgeführten Keith Vaz kann ich mich erinnern, allerdings gehen die Debatten doch ziemlich durcheinander … Immerhin wird aber wohl ein Änderungsantrag nach dem anderen abgearbeitet und dann abgestimmt. Im Bundestag werden ja Gesetzesvorlagen und Änderungsanträge dazu meines Wissens immer gemeinsam beraten.

Im House of Lord war eher ein Spezialthema dran: eine Kurzdebatte zum Thema “NHS: Staff Qualifications”. Infos dazu wieder im Protokoll (PDF, ab PDF-Seite 43). Die Sprecherin des House of Lords hat übrigens ein sehr nettes Sofa, hat etwas Orientalisches … Das Sitzen darauf dürfte aber eher anstrengend sein.

Mit der Bahn nach London

Heute bin ich mit der Bahn von Karlsruhe nach London gefahren. Im Prinzip klappt das auch ganz gut, aber ein paar Kleinigkeiten nerven dann doch:

  • Die ganze Reise hat 8:05h gedauert. Das ist schon ziemlich lange. Ich habe beim Suchen auch mal Verbindungen von gut 6 Stunden gefunden (oder bilde ich mir das ein?), aber ich glaube, das war am Wochenende. Hauptgrund für die lange Reise war wohl der Aufenthalt von 12:34 bis 15:13 in Paris. Muß das sein? Nun, zunächst einmal plant bahn.de 55 Minuten für den Übergang von Paris Est nach Paris Nord ein. Das ist vielleicht wirklich etwas übertrieben. Aber: Eurostars von Paris nach London fahren um 13:04 Uhr, 15:13 Uhr und 16:13 Uhr. OK, die halbe Stunde ist vielleicht tatsächlich etwas knapp, und wäre insbesondere kein offizieller Anschluß – aber warum ist a) die Abfahrtsminute eine andere und b) eine Lücke von mehr als zwei Stunden? Einen Zug um 13:13 sollte man eigentlich erreichen können, und damit wären es dann tatsächlich 6:05 h.
  • Der TGV hat an den meisten Plätzen keinen Stromanschluß. Doof. Zwar hatte er in meinem Wagen einen Bereich mit Steckdosen – aber die waren nicht in Betrieb.
  • TGV und Eurostar sind sehr eng bestuhlt, deutlich schlimmer als bei den (auch den neueren) ICEs der Deutschen Bahn. Und die Sitzreihen passen nicht zu den Fenstern, aber das kennt man ja auch von der DB.
  • TGV und Eurostar haben nur eine Tür pro Wagen. OK, ist bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen nicht so tragisch, aber das ist schon ein Engpaß. Die Schlange beim Aussteigen schafft so eine Flugzeug-Atmosphäre …
  • Das Check-In-System beim Eurostar ist irgendwie albern … Da drängeln sich die Passagiere eines kompletten Zuges über zwei Laufsteige auf den Bahnsteig. OK, immerhin für das eigentliche Einsteigen gibt es dann eine ganze Tür pro Wagen.
  • Anscheinend im gesamten Gare du Nord muß man sein Gepäck mit Namen kennzeichnen. Wohlgemerkt das Gepäck, daß man selbst in den Zug schleppt. WTF?
  • Der TGV auf der Strecke Straßburg-Paris schaukelt oftmals ziemlich. In den (häufigen) Kurven wirken außerdem starke Fliehkräfte – Kurvenüberhöhung und Geschwindigkeit passen also nicht so recht zusammen. in Deutschland ist mir das in dem Ausmaß noch nicht aufgefallen.

An einigen Punkten könnnte man (mehr oder weniger leicht) durchaus etwas machen. Die schlechten Anschlüsse würden sich zB erledigen, wenn die Deutsche Bahn direkt mit ICEs nach London durchfährt, die negativen Eigenschaften der französischen Züge auch.

Berlin, Berlin

Am Wochenende war ich in Berlin zur Freiheit statt Angst. Einige Erfahrungen über die Stadt:

  • Am besten voran kommt man in Mitte, wenn man kein Gepäck hat, mit dem Fahrrad. Call-a-bike ist dort auch deutlich billiger als der VBB. Next-bike (noch nicht genauer recherchiert) scheint noch günstiger zu sein, hat aber feste Ausleih- und Abgabestandorte.
  • Asia Gourmet ist zwar recht teuer, aber lecker und deutlich abwechslungsreicher als übliche Wok-Schnellrestaurants. Im Köln Hbf und im Ettlinger-Tor-Center in KA sind auch jeweils Asia Gourmets, oder?
  • In der Leipziger Straße, ca. auf der halben Strecke zwischen Fluß und Potsdamer Platz, gibt es auf der Südseite einen Italiener mit leckerer und halbwegs günstiger (sechs bis acht Euro) Pasta.
  • Der multitouchfähige Tisch mit dem Riesendisplay in der C-Base ist cool.
  • Ein Pott Kaffee ist in Berlin(-Kreuzberg) etwas anderes als ich bisher darunter verstand. Für mich war ein Pott eine große Tasse (auch “Becher” genannt), dort hatte das die Größe einer Müslischale (und keinen Henkel).

Soviel erstmal an Kurzinfos. Übrigens ist die Ausstellung “Mythos Germania” (direkt südlich vom Holocaust-Mahnmal) durchaus empfehlenswert.

Tiles@Home

Ich hoffe doch, daß das Projekt Openstreetmap hinlänglich bekannt ist. Eine Version der Karten wird verteilt, also von vielen Leuten auf dem PC zu Hause etc., gerendet: Dieses Projekt nennt sich Tiles at Home.

Seit Anfang der Woche wurde dort ein neuer Server installiert, der endlich mit mehr als ein paar Dutzend Clients klarkommt, und die Zahl der offenen Aufträge scheint rapide anzusteigen. Wenn ihr also Openstreetmap unterstützen wollt: Mitmachen!

Flugpreisangaben

Gerade habe ich den Lufthansa-Newsletter bekommen. Die Angebote sind nichts besonders günstiges, erstaunt hat mich aber folgendes:

Preis für Direktflüge (Hin- und Rückflug) inkl. 10 Euro Lufthansa Ticket Service Charge bei Buchung eines elektronischen Tickets (etix ®) unter www.lufthansa.com. Preisabweichungen möglich bei Ausstellung eines Papiertickets und bei Zahlung mit Kreditkarte.

Es werden jetzt also tatsächlich mal Endpreise incl. Ticketing-Entgelt angegeben. Was war daran bisher so schwer?

Raststätte Illertal

Auf dem Rückweg von Italien haben wir gestern auf der Raststätte Illertal an der A7 Rast gemacht.

Ich dachte mir, esse ich nochmal schnell was, sind ja noch zwei bis drei Stunden bis nach Hause. Erstmal was halbwegs Günstiges finden: Meine Wahl fiel auf Currywurst mit Bratkartoffeln. Wurst aufgetan, Sauce raufgekippt, halben Teller Bratkartoffeln aufgetan. Die neuen mußten dann erstmal in die Mikrowelle und brauchten ca. 7 Minuten …

Dann also bezahlt (6,50 €) und einen Sitzplatz gesucht: Das Angebot war doch irgendwie äußerst beschränkt, drinnen gab es zwei oder drei Tische, also hab ich mich draußen hingesetzt. Geschmacklich war die Mahlzeit dann, zumal für den Preis, auch leicht grenzwertig …

Danach bin ich dann nochmal fix aufs WC: Vor den Türen stand der übliche Klomann, der sich natürlich wie üblich mehr um seinen Teller mit Kleingeld als um die Klos kümmerte. Naja, ich hab dann die übliche besonders “freundliche” (“Auf Wiedersehen!!!”) Verabschiedung provoziert, indem ich nichts gegeben habe …

Fazit: Eine Raststätte, die man sich nicht unbedingt antun muß … Afair ist ein Stück nördlich noch vor Ulm übrigens ein Autohof mit McDonald’s …

Tauchgänge

So, nun möchte ich endlich mal über die Tauchgänge im Roten Meer berichten:

Los ging es am Freitag ganz gemütlich mit dem Checktauchgang. Der fand in Dorfa El Fanus, Ostseite, statt. Die Sicht war relativ schlecht, laut Guide wegen Südströmung.

Am nächsten Tag ging es flach weiter: Shaab Abu Ramada (Ost) auf 12,5 m. Ein schön einfaches Riff, bei dem man nichts falsch machen kann, mit besserer Sicht und vielen bunten Fischen (vbF). Am Nachmittag an Giftun Soraya haben wir dann einen Büffelkopfpapageienfisch gesehen (YES!) …

Am Sonntag morgen war dann ein Tauchgang mit in Marsa Abu Galawa geplant: Gegen die nicht allzu heftige Strömung auf dem Plateau lang, mal kurz auf 30 m, um die Riffkante und wieder zurück. Leider war dann die Strömung doch etwas heftiger, was uns tierisch Luft gekostet hat, und auf 30 m haben wir uns dann nicht getraut, weil uns das ob der heftigen Strömung zu weit vom Riff weg war. Was wir nicht wußten: Da unten wäre kaum Strömung gewesen … Naja, umgedreht und noch die Seegraswiese angeschaut, allerdings keine Seepferdchen entdecken können … Dafür war der Nachmittagstauchgang in El Fanadir Foc sehr schön: Fischschwärme schon beim Abstieg im offenen Wasser, Oktopus, Calmaren, Seezunge und – tata! – ein Delphin. Da ist es mir auch egal, wenn andere gleich davon sechs gesehen haben wollen … Am Abend kam dann noch ein Nachttauchgang am gleichen Tauchplatz. Die Sicht war irgendwie schon fast zu gut: Trotz Nacht besser als im Baggersee …Optisch sehr schön: Eine spanische Tänzerin (Schnecke).

Weiter ging es am Montag an Giftun Soraya Ham Ham: Ein Drifttauchgang (für die Unwissenden: Man springt vom fahrenden Boot ab, taucht mit der Strömung und kommt dann beim ankernden Boot an), bei dem mir kurz vor dem Absprung der Clip vom Maskenband kaputtgegangen ist … Ergebnis: blind für den Rest des Tages, weil meine Ersatzmaske keine Stärkengläser hat … Am Nachmittag dann Abu Quais, ein Korallengarten mit verstreuten Ergs (irgendwie sehr schwer zu Navigieren …) und danach noch das erste Wrack: die Balena im Hafenbecken direkt vor der Basis. Die Sicht war ziemlich schlecht (Hafen halt), weswegen wir auf dem Rückweg erstmal am Boot vorbeigetaucht sind … Außer dem Wrack gab es noch Kofferfische, Barakudas, Barsche, einen Schwarm irgendwelcher silberner Jungfische, eine Muräne und Gelbschwanzmakrelen.

Am Dienstag stand schon wieder ein Drifttauchgang auf dem Programm: Shaab Dorfa. Direkt beim Abstieg auf dem Grund haben wir endlich mal eine (Karett-)Schildkröte gesehen! War übrigens mein erster selbst geführter Tauchgang. Durchgeführt nach dem Motto “Ein Mann, ein Kompaß, eine Mission”, wofür mir Heiko eine bestandene Speeddiverprüfung bescheinigt hat … Am Nachmittag war dann wieder ein Drift-Tauchgang geplant, diesmal mit Pickup an der Strömungsleine vom fahrenden Boot. Das hat auch alles soweit geklappt, der Drift war allerdings eher ein Antidrift (irgendjemand muß das Riff umgedreht haben …).

Als krönender Abschluß fand dann am Mittwoch eine längere Tour (gut zwei Stunden für eine Strecke) zu den Wracks an Shaab Abu Nuhas statt: Hier haben wir uns an den Guide gehängt, weil wir uns ohne ganz sicher nicht ins Wrack hinein getraut hätten. Und es hat sich wirklich gelohnt: Wir sind kreuz und quer durch die Wracks getaucht, durch superenge Passagen. Erstes war die Crisoula K., beladen mit italienischen Bodenfliesen. Schade, daß wir nicht dran gedacht haben, ein Pack mitzunehmen, wäre ein super Reiseandenken gewesen. Das zweite war dann die Giannis D. Dieses Wrack hatte 50° Schräglage, sehr irritierend, da einen Gang entlang zu tauchen … Und so ganz ungefährlich ist das Wracktauchen ja anscheinend auch nicht: Erstmal hab ich ziemlich viel Luft verbraucht, hauptsächlich wohl, weil ich im Wrack zwecks Tarierung statt mit viertelvoller eher mit gut halbvoller Lunge austariert war (es ist gut, wenn man schnell was machen kann, wenn man an die Decke zu stoßen droht …). Heiko ist dann noch mit 50 bar in der Flasche mit seinem Zweitatemregler in einer Spalte hängengeblieben, und ich hatte im Wrack einen leichten Wadenkrampf, zum Glück erst kurz vor dem Ausgang, den ich mangels Bewegungsfreiheit erst draußen vernünftig lösen konnte. Aber es hat wirklich viel Spaß gemacht.

Bleiben nur die etwas unzuverlässigen Strömungsvorhersagen zu bemängeln … Das Wort “meistens” sollte Farid vielleicht aus seinem Wortschatz streichen. Ansonsten: Ein super abwechslungsreiches Programm an Tauchgängen, bei dem wirklich nichts fehlte. Gerne mal wieder …

Feilschen

Die Art, wie in Ägypten versucht wird, (mit Touristen) Geschäfte zu machen, ist erstmal sehr gewöhnungsbedürftig: Wenn man sich zum Beispiel eine Wasserpfeife nur aus dem Augenwinkel anschaut, wird sie einem gleich angepriesen.

Wenn man sich dann drauf einläßt (“Eigentlich habe ich gerade keine Zeit …”), heißt es “Nur fünf Minuten”, und man ist eigentlich schon am Handeln. Und das sollte üblicherweise auch zu einem Geschäft führen (dazu später mehr), also lieber sein lassen.

OK, eines Abends waren wir dann doch mal explizit in Einkaufsstimmung und sind losgezogen, vom Hotel aus in die weniger dicht bebaute Richtung. Im ersten Laden zwei T-Shirts für je 45 EGP (ca. sechs Euro) erstanden, dazu tolle Schaumstoff-Untersetzer mit bunten Fischen drauf bekommen. Auch sehr interessante Verhandlungsstrategie: Erst erzählt er mir, daß er mit der Stickmaschine Nike-, Puma- oder Adidas-Logo auf einfarbige Shirts sticken kann, und irgendsoein traditionelles Gewand, was er mir danach (!) zeigt, soll dann plötzlich von seiner Frau handbestickt sein. Ähm, ja …

Dann weiter in den nächsten Laden, wo einige andere schon mitten dabei waren, sich Schischas zeigen zu lassen – allerdings dummerweise ohne echte Kaufabsicht, weil sie schon beim Barkeeper der Tauchbasis welche in Aussicht hatten.

Es kam ein halbwegs fairer Preis für drei Schischas raus (“Ist guter Preis, für mich und für Dich – warum willst Du nicht kaufen.”), und sie wanden sich beide, um da wieder rauszukommen. Von “kein Geld dabei” bis “wir fühlen uns unter Druck gesetzt” und der Behauptung, in Deutschland würde man so verhandeln. Der Verkäufer war leicht stinkig, als sie dann gegangen sind. Naja, ich habe meine Zweischlauchschischa dann trotzdem für 200 EGP bekommen, endlich mal inclusive Tragetasche. Kann man eigentlich nicht meckern. Nicht ganz billig, aber anscheinend halbwegs gute Qualität und ein ordentlicher Preis.

Merke: Ins Feilschen sollte man nur mit klarer Preisvorstellung und Kaufabsicht einsteigen. Alles andere ist eine Beleidigung für den Geschäftspartner (meines Erachtens übrigens auch in Deutschland beim Fachhändler, wenn man sich beraten läßt und dann beim Blödmarkt kauft).

Übrigens: Die Schischa muß bei Gelegenheit mal eingeweiht werden.

Visa-Gebühr

Vor der Reise hatte die Reiseleitung Steinhaus schon herausgefunden, daß man für Ägypten ein Visum braucht – und empfohlen, sich daß beim Konsulat und nicht vor Ort zu besorgen. Zum Glück wurde dieser Plan dann wieder fallengelassen (siehe unten). Kurz darauf machte nämlich ein Reiseteilnehmer darauf aufmerksam, daß man das Visum am Flughafen auch ohne größere Wartezeit bekommen könnte, wenn man es nicht beim Reiseveranstalter, sondern am Bankschalter. Schön und gut – make it so …

Also in Hurghada im Terminal angekommen, daraufhin wurden wir gleich von Leuten, die dort im Auftrag der örtlichen Reiseveranstalter rumliefen, angesprochen, mit welchem Veranstalter wir reisen (klar, die wollten uns die Visa verkaufen). Wenn ich jetzt so darüber nachdenke: Was hatten die eigentlich in dem Ankunftsbereich vor der Einreisekontrolle, Gepäckausgabe etc. zu suchen? In der EG wäre das ein Bereich mit beschränktem Zugang …

Naja, nicht abhalten lassen und mit dem Reisepaß zum Bankschalter am anderen Ende des Terminals gelaufen. Dort wurden dann für ca. 13 Euro (15 Euro minus Rückgeld in EGP) zwei Gebührenmarken mit einm Nennwert von EGP 32,50, also knapp fünf Euro geklebt. Zurück bei der Gruppe war der Mensch vom Reiseveranstalter dann tierisch am sich Aufregen. Wir müßten das Visum bei ihm kaufen (für 25 Euro), weil wir bei E.T.I. gebucht hätten, bla bla …

Im Bus ging es dann weiter: Der Bus fuhr nicht los, bis (fast) alle 25 Euro be- oder 12,50 € aufgezahlt hatten. Naja, ich hatte Urlaub und keine Lust mich weiter aufzuregen. Auf der Buchungsbestätigung stand anscheinend auch was von: “Visumsgebühr: 25 Euro” …

Aber irgendwie ärgert mich diese Masche schon: Wenn der Reiseveranstalter meint, zusätzliches Geld einnehmen zu müssen, soll er es auf den Reisepreis aufschlagen, und nicht irgendwelche verpflichtenden Zusatzleistungen einführen … Ein lauteres Geschäftsgebahren ist das für mich nicht …