tessarakt – das vierdimensionale B-L-O-G

10Mrz/100

Ankunft in Taiwan

Dank Winterwetter in Beijing bin ich ja mehrere Stunden verspätet in Taipei angekommen.

Ich glaube, bei der Einreise habe ich geringfügiges Mißtrauen erweckt: Ich hatte das Feld für den Rückflug nicht ausgefüllt, weil ich ja zwischendurch nochmal ausreisen will, außerdem hatte ich noch kein Hotel. Die Grenzpolizistin hat sich dann die Flugbuchung zeigen lassen (genau 30 Tage nach Einreise, die maximale Dauer für visafreien Aufenthalt ...), das mit "You must really like Taiwan!" o.ä. kommentiert und als Adresse in Taiwan noch "Holiday Inn" eingetragen ...

Als nächstes war dann erstmal eine SIM-Karte dran. Es ist die von Taiwan Mobile geworden, mit 5 Tagen Internet-Flat für 399 TWD (im Vergleich mit Deutschland relativ teuer, aber was soll's ...). Und dann brauchte ich - inzwischen war es schon fast 17 Uhr - ja auch noch ein Hotel. Das Bailee vom letzten Mal hatte nur noch Doppelzimmer für deutlich über 2000 TWD, das mußte dann doch nicht sein. Schließlich ist es für zwei Nächte das Dahshin Hotel Taipei geworden. Die Lage direkt an der Zhongshan N. Rd. war zwar super, das Zimmer an sich sollte sich aber leider als ziemlićh dürftig herausstellen: Innen ohne Fenster, keine Duschkabine oder Badewanne, so daß man beim Duschen das komplette Bad unter Wasser setzt, und eine Klimaanlage, deren Temperatur sich nicht einstellen ließ (bei den Außentemperaturen ist Klimaanlage irrelevant, aber Lüftung muß schon sein ...). Letzteres hat meine Erkältung dann eher verschlimmert.

Das mobile Internet funktioniert zumindest in der Stadt einwandfrei, auch das Hochladen von Fotos auf Flickr ist problemlos. In den Bergen (in der Bahn, nicht bei Wandertouren auf abgelegenen Pfaden) schwächelt es allerdings ein wenig, jetzt an der Ostküste geht es allerdings wieder gut.

Das Wetter hier ist leider miserabel, momentan sind draußen 9 °C (nochmal ein paar Grad weniger als bei der Ankunft). Mal sehen, ob das noch besser wird.

veröffentlicht unter: Reisen, Taiwan keine Kommentare
9Mrz/100

National Palace Museum

Gerade war ich im National Palace Museum, das ich auf meinen bisherigen Taiwan-Reisen irgendwie immer verpaßt habe. Und es war wesentlich weniger langweilig, als ich befürchtet hatte: Bei weitem nicht nur eine Aneinanderreihung von Kalligraphien, Gemälden und Kunsthandwerk, sondern eine gutgemachte, modern präsentierte Ausstellung, bei der die ganzen Artefakte in die soziokulturellen und politischen Gegebenheiten der jeweiligen Epoche eingeordnet wurden.

Blick aus dem National Palace Museum auf die gegenüberliegenden Hochhäuser

Danach war ich noch kurz in einer kostenlosen Kunstausstellung gegenüber, die ich beim Aussteigen aus dem Bus bemerkt hatte: "Three Youths of the Taiwan Official Fine Arts Exhibition", organisiert von der Taiwan Soka Association. Das war moderne (20. Jahrhundert) Kunst von drei Künstlern, die in ihrer Jugend während der Zeit, als Taiwan zu Japan gehörte, Preise gewonnen hatten: Chen Chin, Lin Yu-Shan und Kuo Hsueh-hu. Eine Privatführung habe ich gleich auch noch bekommen.

Und jetzt sitze ich bei Meet Fresh und bin satt. Hier gibt es typisch taiwanische Sachen wie Taro mit roten Bohnen oder Herb Jelly ...

veröffentlicht unter: Essen und Trinken, Reisen, Taiwan keine Kommentare
9Mrz/100

Air China, die Zweite

Hier die versprochene Fortsetzung zum ersten Artikel:

Die Studentengruppe (von der ich mitbekommen habe, daß sie wohl in irgendeinem Dorf bei einem Praktikum o.ä. sind) hat dann auch irgendwann Ruhe gegeben. Dafür konnte ich meine Bordkarte für den Anschlußflug nicht mehr finden (die ich raussuchen wollte, um die Flugnummer in den Gesundheitsfragebogen einzutragen). Erstmal ewig in allen Rucksack- und Jackentaschen rumgesucht, bis ich dann irgendwann die Stewardess gefragt habe, ob das ein Problem ist. Die hat dann den Chefsteward (vermutlich) geholt, der dann meinte, ich müsse dann einfach nach der Landung zum Transfer Desk. Kurz vor der Landung habe ich die Bordkarte dann natürlich doch noch gefunden ... Viele Taschen sind nervig, man weiß nie, wohin man etwas gesteckt hat. Das zweite Essen war auch ganz brauchbar, Pfefferrind oder so ... Bei der Ankunft am Beijing Capital International Airport gab es dann eine Überraschung: Erst einen Hinweis, daß man sich etwas überziehen soll und dann dieser Anblick:

Schnee auf dem Beijing Capital International Airport

Bei der Ankunft war mir dann erstmal nicht so richtig klar, wo ich hin muß: Auf den Monitoren stand mein Anschlußflug noch nicht (also keine Spur vom gesamten Flug, nicht nur kein Gate ...) und der Wegweiser sagte "International Transfers". Kann man da nicht klarstellend "auch Hongkong, Macao und Taiwan" hinzufügen?

Beim Transfer Desk war recht schnell eine lange Schlange, das wäre knapp geworden (wenn der Anschlußflug pünktlich gewesen wäre). Die Gesundheitsfragebögen wurden tatsächlich eingesammelt, und danach kam das große Anstellen: Extrem lahme Paßkontrolle für den Transit, danach noch eine Sicherheitskontrolle (die ging allerdings zügig, und mein Flüssigkeitenbeutel mit dem ausgelaufenen Mückenschutzmittel war auch kein Problem - das hätte ich ja schon vorher entsorgt, wenn es vorher ein Waschbecken zum Abwaschen des restlichen Zeugs gegeben hätte ...). Am Gate kam ich dann kurz vor geplantem Abflug an, von Boarding war aber nichts zu sehen. Irgendwann dann eine Ansage, daß es für den verspäteten Flug am Gate Essen gibt. Angestellt, als ich fast dran gewesen wäre, ging dann doch das Boarding los. Allerdings standen wir dann noch mindestens zwei Stunden (mit Passagieren an Bord) rum und warteten auf das Enteisen des Fliegers ... Jedenfalls bin ich dann mit mehr als 3 Stunden Verspätung doch noch in Taipei angekommen ...

veröffentlicht unter: Reisen keine Kommentare
8Mrz/102

Air China

Während ich das hier schreibe (jedenfalls den ersten Entwurf) sitze ich in einem Air-China-Flug von Frankfurt nach Beijing.

Nach gut eineinhalb Stunden Flug kann ich schonmal zusammenfassend sagen: Weitgehend straightforward, smooth, and efficient. Perfektionierungspotential ist allerdings noch vorhanden ;-)

Am Flughafen war ich deutlich mehr als zwei Stunden vor Abflug, da wurde der Flug noch nichtmal auf den Monitoren angezeigt. Also die Zeit mit einem Telefongespräch vertrieben, danach wurde der Flug dann auch angezeigt. Das Einchecken war problemlos und in fünf Minuten erledigt. Mein Trekking-Rucksack war angeblich mal den ganzen losen Bändseln etc. problemlos - ich hoffe, der kommt heil an ...

Danach habe ich mich dann in den McDonald's gesetzt und die Zeit mit ein wenig Arbeit (nein nein, keine Arbeit-Arbeit, sondern Freizeit-Arbeit) vertrieben. Als ich damit fertig war, war es schon ca. 13:45 Uhr, 25 Minuten vor Boarding. Also im Sprint auf den Weg gemacht, man weiß ja nie, wie lange man für Paßkontrolle und Security braucht, und über was für Umwege man im Frankfurter Flughafen geschickt wird.

Am Tisch vor der Sicherheitskontrolle habe ich noch schnell den flüssigen oder halb-flüssigen Teil der Reiseapotheke in den transparenten, verschließbaren Beutel mit einem Volumen von maximal einem Liter gepackt (ich habe ja immer noch vor, irgendeine Flüssigkeitsbehältnis von der Bundespolizei förmlich und schriftlich (Fortsetzungsfeststellungsinteresse und so ...) zurückweisen zu lassen und dann Widerspruch und Fortsetzungsfeststellungsklage zu erheben, aber dieses Mal siegte mal wieder die Bequemlichkeit, insbesondere, da ich innerhalb üblicher Rechtsmittelfristen eh nicht wieder zurück in Deutschland sein werde), und dann ab und weiter ... Die Sicherheitskontrolle hat vielleicht fünf Minuten gedauert, die Paßkontrolle 20 Sekunden.

Am Gate kam ich dann deutlich vor dem Boarding an, Zeit, nochmal das Netbook auszupacken. Zeitungen gab es ausreichend, Lufthansa-Service halt :-) . Mit ein wenig Abwarten nach dem Aufruf zum Boarding reduzierte sich das Schlangestehen auf wenige Minuten - halt das, was einen Linienflug von Ferienfliegern oder Ryanair unterscheidet. Wenn ich eh einen Gangplatz habe, sehe ich auch keinen Grund, als einer der ersten einzusteigen - das senkt nur die Gesamteffizienz des Boardings, wenn dann doch noch jemand an mir vorbei will.

Das Deutsch im Video mit den Sicherheitshinweisen war verbesserungsfähig, was verwunderlich ist - bei einer Live-Ansage hätte ich es verstanden, aber ein Video kann man einmal ordentlich aufnehmen, und dann ist die Sache erledigt. Vorbildlich war, daß darauf hingewiesen wurde, daß die Einfuhr von tierischen Erzeugnissen, Schnittblumen etc. in China verboten ist. Diese Einfuhrbeschränkungen bestehen ja im Grunde überall auf der Welt, auch in der EU. In der EU sind die Fluggesellschaften laut einer Richtlinie verpflichtet, die Fluggäste auf diese Regelungen hinzuweisen - aber so eine Ansage habe ich noch nie erlebt (stattdessen 2006 eine lange Schlange in Frankfurt, weil man in Vogelgrippe-Panik meinte, jeden Passagier einzeln fragen zu müssen, ob er diese Vorschriften eingehalten hat - gaga [Verlinkung auf Post von damals!]).

Vor dem Essen gab es erstmal einen Getränkeservice. Da war ich etwas zu zurückhaltend und habe mir nur einen Becher geben lassen - im Gegensatz zu den Passagieren neben mir, die zwei oder teilweise drei Becher hatten. Zum Essen gab es die Auswahl zwischen Rind und Huhn. Ich hatte ja auf etwas Asiatisches gehofft, aber es gab Rindergulasch mit Kartoffelgratin - war aber ganz ok. Rest des Menüs siehe Foto.

erstes Essen auf dem Air-China-Flug von Frankfurt nach Beijing

Etwas nervig war, daß der Passagier vor mir schläft (ok, kein Problem) und das auch während des Essens schon tat und seinen Sitz zürückgeklappt hatte. Aber wegen sowas wecke ich den nicht, ging auch so.

A propos andere Passagiere: Etwas nervig sind die beiden jungen Männer neben mir, die sich die ganze Zeit lautstark unterhalten, auch mit den beiden jungen Frauen in der gleichen Reihe auf der anderen Seite des Flugzeugs ... Naja, inzwischen (also nach der Startphase) habe ich Musik an, und irgendwann werden die hoffentlich auch schlafen.

In dem Zusammenhang: Spiele im Board Entertainment, die ständiges Klicken erfordern (im vorliegenden Fall wohl irgendein Ballerspiel mit Raumschiffen oder so), können für andere Fluggäste sehr nervig sein.

Beim zweiten Getränkeservice nach dem Essen war ich dann weniger zurückhaltend: Orangensaft, chinesisches Bier und (wenn ich das richtig verstanden habe) chinesischer Cabernet Sauvignon. Und ansonsten wird es hoffentlich auch möglich sein, während des Fluges Getränke und kleine Snacks zu bekommen,

Yan Jing Beer

Ǵerade eben wurden Einreisekarten und Health Declaration Forms verteilt. Ich habe darauf hingewiesen, daß ich einen Anschlußflug habe und nicht einreise. Daraufhin hat die Stewardess die Einreisekarte wieder mitgenommen, aber mir den Fragebogen dagelassen. OK, werde ich bei Gelegenheit ausfüllen, mal sehen ob ich das dann brauche. In der Tat macht es allerdings Sinn, das von allen Fluggästen zu verlangen, wenn es darum, Krankheiten, die sich ggf. während eines Fluges ausgebreitet haben, nachzuverfolgen.

Zwischen den Sitzen sind hier irgendwelche Steckdosen, aber die sind wohl (laut nicht komplett verständlicher Auskunft der Stewardess) nicht geschaltet. Gut so, dann brauche ich mich nicht ärgern, keinen passenden Adapter zu haben. Und was ich bei China Airlines sehr angenehmt fand und hier fehlt: Latschen, wenn man in der Kabine rumlaufen will und keine Lust hat, dafür extra wieder die Schuhe anzuziehen.

Womit ich beim letzten Punkt wäre: Für Getränkebestellungen reichen die Englischkenntnisse des Kabinenpersonals, für vieles, was darüber hinausgeht, leider nicht mehr ...

Soweit der Bericht nach zwei Flugstunden - wenn es noch mehr interessantes gibt, wird das ein weiteres Posting.

veröffentlicht unter: Reisen 2 Kommentare
8Mrz/102

Brüssel

Die letzte Woche war ich auf Dienstreise in Brüssel.

Die Preise in dieser Stadt sind echt verdorben durch die ganzen EU-Lobbyisten (und was sich da sonst so rumtreibt). Unser Hotel hat 90 € pro Nacht gekostet, immerhin incl. Frühstück. Das Frühstück war so la-la (nichts Außergewöhnliches, aber immerhin gab es ordentliches Brot). Aber der sonstige Service dieses Hotels war unterirdisch. Der Aufzug funktionierte nicht so richtig, die Treppe war steil und eng und hatte diverse Türen auf dem Weg in den 2. Stock. Im Badezimmer leckte mein Waschbecken und der Duschkopf ließ sich nicht arretieren. Die Klimaanlage hatte irgendjemand auf 18° C eingestellt, was aber eh keinen Unterschied machte: Bei dem Wetter braucht man eine Heizung, und als solche funktionierte die Klimaanlage offenbar nicht. Den elektrischen Heizlüfter im Bad habe ich erst in der zweiten Nacht bemerkt, der funktionierte immerhin halbwegs. Und das (schweineteure, 20 € für zwei Tage ...) Internet funktionierte nur sehr unzuverlässig. Das Beste war aber, daß am zweiten Tag meine Codekarte nicht funktionierte. Als ich an der Rezeption war, wurde sie dann ohne Überprüfung neu auf die von mir genannte Zimmernummer kodiert - da hätte also auch irgendjemand anders kommen können. Der Name dieses Traumhotels: Floris Ustel (in Midi).

Immerhin hatte ich diesmal einen Weg vom Hotel zum Ort des Meetings (VUB und Beaulieu), auf dem kein Bus und keine Straßenbahn nötig war. Metro und Pre-Metro fahren zuverlässig (auch wenn sie zur Rush Hour gnadenlos voll sind), Bus und Straßenbahn stehen dagegen gerne mal im Stau.

"Mal schnell" mit den Kollegen etwas zu Abend essen ist auch nicht so einfach möglich: Am ersten Abend haben wir uns um 20:00 verabredet, um 20:30 ein Restaurant gefunden und waren dann um 23:30 fertig ... Am zweiten Tag haben wir auf dem Weg von der VUB zur Metro bei einem Inder gegessen, was auch immerhin zwei Stunden gedauert hat. Am Mittwochabend war es dann Pasta in einem Schnellrestaurant, das ging dann halbwegs zügig.

Die tollen Sandwich-Lunches, die vom Gastgeber geordert wurden, ärgern mich auch: Für den Gegenwert von wenigen Euro gehen mir da Reisekosten (Verpflegungsaufwand) von mindestens 10 Euro durch die Lappen, und wirklich satt wird man von sowas auch nicht ... Immerhin konnten/mußten wir uns am Donnerstag bei der Kommission unsere Sandwiches selbst kaufen, für ca. 2,50 Euro ... Der Tagegeldanteil, der mir für die Abendessen noch bleibt, deckt den Mehraufwand fürs Abendessen jedenfalls nicht ansatzweise ab.

Immerhin ist das Review, das ja Anlaß der Reise war, zufriedenstellend gelaufen.

veröffentlicht unter: Reisen 2 Kommentare
20Jan/100

Houses of Parliament

Heute um 7 p.m. sind wir in der City of Westminster losgezogen, um etwas zu essen und vorher noch einige Kleinigkeit zu trinken. Tom hatte dann die geniale Idee, das britische Parlament zu besuchen.

Das ganze geht ohne Voranmeldung. Sicherheitsschleusen sind natürlich zu passieren, aber es gibt keine längeren Schlangen. Ein Ausweis muß nicht vorgezeigt werden, auf dem Besucherausweis ist nur ein Foto und das Datum (und ein Strichcode).

Man kann dann durch verschiedene öffentliche Bereiche der Gebäude laufen und die Sitzungen der Commons und der Lords von der Besuchertribüne anschauen. Dafür muß man eine Erklärung unterschreiben (mit Adresse), daß man sich ordentlich benimmt.

Den Abgeordneten ist man insoweit gleichgestellt, daß diese auch keine bequemeren Bänke als die Zuschauer haben. Insbesondere gibt es keine Tische oder gar das, was man bei uns als "parlamentarische Bestuhlung" bezeichnen würde ... Bei den Commons gab es übrigens eine Glasscheibe vor der Zuschauertribüne, bei den Lords nicht. Bei den Lords viel sehr auf, daß das offenbar keine Berufspolitiker sind. Die erste Sprecherin dort hat ihren Redetext abgelesen.

Beide Kammern waren vergleichsweise leer, aber eine Debatte fand um ca. 19:30 Uhr noch statt. "Voll" werden beide Kammern wohl leicht: Im House of Commons ist nur (Sitz-)Platz von 400-500 von gut 600 Abgeordneten ...

Zu den Themen:

In den Commons ging es um den Constitutional Reform and Governance Bill (offenbar eine Art Lissabon-Begleitgesetz) bzw. Änderungsanträge dazu. Infos u.a. im Protokoll (PDF, ab Seite 45). An den dort aufgeführten Keith Vaz kann ich mich erinnern, allerdings gehen die Debatten doch ziemlich durcheinander ... Immerhin wird aber wohl ein Änderungsantrag nach dem anderen abgearbeitet und dann abgestimmt. Im Bundestag werden ja Gesetzesvorlagen und Änderungsanträge dazu meines Wissens immer gemeinsam beraten.

Im House of Lord war eher ein Spezialthema dran: eine Kurzdebatte zum Thema "NHS: Staff Qualifications". Infos dazu wieder im Protokoll (PDF, ab PDF-Seite 43). Die Sprecherin des House of Lords hat übrigens ein sehr nettes Sofa, hat etwas Orientalisches ... Das Sitzen darauf dürfte aber eher anstrengend sein.

veröffentlicht unter: Politik, Reisen keine Kommentare
19Jan/104

Mit der Bahn nach London

Heute bin ich mit der Bahn von Karlsruhe nach London gefahren. Im Prinzip klappt das auch ganz gut, aber ein paar Kleinigkeiten nerven dann doch:

  • Die ganze Reise hat 8:05h gedauert. Das ist schon ziemlich lange. Ich habe beim Suchen auch mal Verbindungen von gut 6 Stunden gefunden (oder bilde ich mir das ein?), aber ich glaube, das war am Wochenende. Hauptgrund für die lange Reise war wohl der Aufenthalt von 12:34 bis 15:13 in Paris. Muß das sein? Nun, zunächst einmal plant bahn.de 55 Minuten für den Übergang von Paris Est nach Paris Nord ein. Das ist vielleicht wirklich etwas übertrieben. Aber: Eurostars von Paris nach London fahren um 13:04 Uhr, 15:13 Uhr und 16:13 Uhr. OK, die halbe Stunde ist vielleicht tatsächlich etwas knapp, und wäre insbesondere kein offizieller Anschluß - aber warum ist a) die Abfahrtsminute eine andere und b) eine Lücke von mehr als zwei Stunden? Einen Zug um 13:13 sollte man eigentlich erreichen können, und damit wären es dann tatsächlich 6:05 h.
  • Der TGV hat an den meisten Plätzen keinen Stromanschluß. Doof. Zwar hatte er in meinem Wagen einen Bereich mit Steckdosen - aber die waren nicht in Betrieb.
  • TGV und Eurostar sind sehr eng bestuhlt, deutlich schlimmer als bei den (auch den neueren) ICEs der Deutschen Bahn. Und die Sitzreihen passen nicht zu den Fenstern, aber das kennt man ja auch von der DB.
  • TGV und Eurostar haben nur eine Tür pro Wagen. OK, ist bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen nicht so tragisch, aber das ist schon ein Engpaß. Die Schlange beim Aussteigen schafft so eine Flugzeug-Atmosphäre ...
  • Das Check-In-System beim Eurostar ist irgendwie albern ... Da drängeln sich die Passagiere eines kompletten Zuges über zwei Laufsteige auf den Bahnsteig. OK, immerhin für das eigentliche Einsteigen gibt es dann eine ganze Tür pro Wagen.
  • Anscheinend im gesamten Gare du Nord muß man sein Gepäck mit Namen kennzeichnen. Wohlgemerkt das Gepäck, daß man selbst in den Zug schleppt. WTF?
  • Der TGV auf der Strecke Straßburg-Paris schaukelt oftmals ziemlich. In den (häufigen) Kurven wirken außerdem starke Fliehkräfte - Kurvenüberhöhung und Geschwindigkeit passen also nicht so recht zusammen. in Deutschland ist mir das in dem Ausmaß noch nicht aufgefallen.

An einigen Punkten könnnte man (mehr oder weniger leicht) durchaus etwas machen. Die schlechten Anschlüsse würden sich zB erledigen, wenn die Deutsche Bahn direkt mit ICEs nach London durchfährt, die negativen Eigenschaften der französischen Züge auch.

veröffentlicht unter: Reisen, Verkehr 4 Kommentare
14Sep/092

Berlin, Berlin

Am Wochenende war ich in Berlin zur Freiheit statt Angst. Einige Erfahrungen über die Stadt:

  • Am besten voran kommt man in Mitte, wenn man kein Gepäck hat, mit dem Fahrrad. Call-a-bike ist dort auch deutlich billiger als der VBB. Next-bike (noch nicht genauer recherchiert) scheint noch günstiger zu sein, hat aber feste Ausleih- und Abgabestandorte.
  • Asia Gourmet ist zwar recht teuer, aber lecker und deutlich abwechslungsreicher als übliche Wok-Schnellrestaurants. Im Köln Hbf und im Ettlinger-Tor-Center in KA sind auch jeweils Asia Gourmets, oder?
  • In der Leipziger Straße, ca. auf der halben Strecke zwischen Fluß und Potsdamer Platz, gibt es auf der Südseite einen Italiener mit leckerer und halbwegs günstiger (sechs bis acht Euro) Pasta.
  • Der multitouchfähige Tisch mit dem Riesendisplay in der C-Base ist cool.
  • Ein Pott Kaffee ist in Berlin(-Kreuzberg) etwas anderes als ich bisher darunter verstand. Für mich war ein Pott eine große Tasse (auch "Becher" genannt), dort hatte das die Größe einer Müslischale (und keinen Henkel).

Soviel erstmal an Kurzinfos. Übrigens ist die Ausstellung "Mythos Germania" (direkt südlich vom Holocaust-Mahnmal) durchaus empfehlenswert.

veröffentlicht unter: Reisen 2 Kommentare
16Jul/080

Tiles@Home

Ich hoffe doch, daß das Projekt Openstreetmap hinlänglich bekannt ist. Eine Version der Karten wird verteilt, also von vielen Leuten auf dem PC zu Hause etc., gerendet: Dieses Projekt nennt sich Tiles at Home.

Seit Anfang der Woche wurde dort ein neuer Server installiert, der endlich mit mehr als ein paar Dutzend Clients klarkommt, und die Zahl der offenen Aufträge scheint rapide anzusteigen. Wenn ihr also Openstreetmap unterstützen wollt: Mitmachen!

8Jan/070

Flugpreisangaben

Gerade habe ich den Lufthansa-Newsletter bekommen. Die Angebote sind nichts besonders günstiges, erstaunt hat mich aber folgendes:

Preis für Direktflüge (Hin- und Rückflug) inkl. 10 Euro Lufthansa Ticket Service Charge bei Buchung eines elektronischen Tickets (etix ®) unter www.lufthansa.com. Preisabweichungen möglich bei Ausstellung eines Papiertickets und bei Zahlung mit Kreditkarte.

Es werden jetzt also tatsächlich mal Endpreise incl. Ticketing-Entgelt angegeben. Was war daran bisher so schwer?

veröffentlicht unter: Reisen, Verkehr, Wirtschaft keine Kommentare
9Sep/060

Raststätte Illertal

Auf dem Rückweg von Italien haben wir gestern auf der Raststätte Illertal an der A7 Rast gemacht.

Ich dachte mir, esse ich nochmal schnell was, sind ja noch zwei bis drei Stunden bis nach Hause. Erstmal was halbwegs Günstiges finden: Meine Wahl fiel auf Currywurst mit Bratkartoffeln. Wurst aufgetan, Sauce raufgekippt, halben Teller Bratkartoffeln aufgetan. Die neuen mußten dann erstmal in die Mikrowelle und brauchten ca. 7 Minuten ...

Dann also bezahlt (6,50 €) und einen Sitzplatz gesucht: Das Angebot war doch irgendwie äußerst beschränkt, drinnen gab es zwei oder drei Tische, also hab ich mich draußen hingesetzt. Geschmacklich war die Mahlzeit dann, zumal für den Preis, auch leicht grenzwertig ...

Danach bin ich dann nochmal fix aufs WC: Vor den Türen stand der übliche Klomann, der sich natürlich wie üblich mehr um seinen Teller mit Kleingeld als um die Klos kümmerte. Naja, ich hab dann die übliche besonders "freundliche" ("Auf Wiedersehen!!!") Verabschiedung provoziert, indem ich nichts gegeben habe ...

Fazit: Eine Raststätte, die man sich nicht unbedingt antun muß ... Afair ist ein Stück nördlich noch vor Ulm übrigens ein Autohof mit McDonald's ...

2Jul/061

Tauchgänge

So, nun möchte ich endlich mal über die Tauchgänge im Roten Meer berichten:

Los ging es am Freitag ganz gemütlich mit dem Checktauchgang. Der fand in Dorfa El Fanus, Ostseite, statt. Die Sicht war relativ schlecht, laut Guide wegen Südströmung.

Am nächsten Tag ging es flach weiter: Shaab Abu Ramada (Ost) auf 12,5 m. Ein schön einfaches Riff, bei dem man nichts falsch machen kann, mit besserer Sicht und vielen bunten Fischen (vbF). Am Nachmittag an Giftun Soraya haben wir dann einen Büffelkopfpapageienfisch gesehen (YES!) ...

Am Sonntag morgen war dann ein Tauchgang mit in Marsa Abu Galawa geplant: Gegen die nicht allzu heftige Strömung auf dem Plateau lang, mal kurz auf 30 m, um die Riffkante und wieder zurück. Leider war dann die Strömung doch etwas heftiger, was uns tierisch Luft gekostet hat, und auf 30 m haben wir uns dann nicht getraut, weil uns das ob der heftigen Strömung zu weit vom Riff weg war. Was wir nicht wußten: Da unten wäre kaum Strömung gewesen ... Naja, umgedreht und noch die Seegraswiese angeschaut, allerdings keine Seepferdchen entdecken können ... Dafür war der Nachmittagstauchgang in El Fanadir Foc sehr schön: Fischschwärme schon beim Abstieg im offenen Wasser, Oktopus, Calmaren, Seezunge und - tata! - ein Delphin. Da ist es mir auch egal, wenn andere gleich davon sechs gesehen haben wollen ... Am Abend kam dann noch ein Nachttauchgang am gleichen Tauchplatz. Die Sicht war irgendwie schon fast zu gut: Trotz Nacht besser als im Baggersee ...Optisch sehr schön: Eine spanische Tänzerin (Schnecke).

Weiter ging es am Montag an Giftun Soraya Ham Ham: Ein Drifttauchgang (für die Unwissenden: Man springt vom fahrenden Boot ab, taucht mit der Strömung und kommt dann beim ankernden Boot an), bei dem mir kurz vor dem Absprung der Clip vom Maskenband kaputtgegangen ist ... Ergebnis: blind für den Rest des Tages, weil meine Ersatzmaske keine Stärkengläser hat ... Am Nachmittag dann Abu Quais, ein Korallengarten mit verstreuten Ergs (irgendwie sehr schwer zu Navigieren ...) und danach noch das erste Wrack: die Balena im Hafenbecken direkt vor der Basis. Die Sicht war ziemlich schlecht (Hafen halt), weswegen wir auf dem Rückweg erstmal am Boot vorbeigetaucht sind ... Außer dem Wrack gab es noch Kofferfische, Barakudas, Barsche, einen Schwarm irgendwelcher silberner Jungfische, eine Muräne und Gelbschwanzmakrelen.

Am Dienstag stand schon wieder ein Drifttauchgang auf dem Programm: Shaab Dorfa. Direkt beim Abstieg auf dem Grund haben wir endlich mal eine (Karett-)Schildkröte gesehen! War übrigens mein erster selbst geführter Tauchgang. Durchgeführt nach dem Motto "Ein Mann, ein Kompaß, eine Mission", wofür mir Heiko eine bestandene Speeddiverprüfung bescheinigt hat ... Am Nachmittag war dann wieder ein Drift-Tauchgang geplant, diesmal mit Pickup an der Strömungsleine vom fahrenden Boot. Das hat auch alles soweit geklappt, der Drift war allerdings eher ein Antidrift (irgendjemand muß das Riff umgedreht haben ...).

Als krönender Abschluß fand dann am Mittwoch eine längere Tour (gut zwei Stunden für eine Strecke) zu den Wracks an Shaab Abu Nuhas statt: Hier haben wir uns an den Guide gehängt, weil wir uns ohne ganz sicher nicht ins Wrack hinein getraut hätten. Und es hat sich wirklich gelohnt: Wir sind kreuz und quer durch die Wracks getaucht, durch superenge Passagen. Erstes war die Crisoula K., beladen mit italienischen Bodenfliesen. Schade, daß wir nicht dran gedacht haben, ein Pack mitzunehmen, wäre ein super Reiseandenken gewesen. Das zweite war dann die Giannis D. Dieses Wrack hatte 50° Schräglage, sehr irritierend, da einen Gang entlang zu tauchen ... Und so ganz ungefährlich ist das Wracktauchen ja anscheinend auch nicht: Erstmal hab ich ziemlich viel Luft verbraucht, hauptsächlich wohl, weil ich im Wrack zwecks Tarierung statt mit viertelvoller eher mit gut halbvoller Lunge austariert war (es ist gut, wenn man schnell was machen kann, wenn man an die Decke zu stoßen droht ...). Heiko ist dann noch mit 50 bar in der Flasche mit seinem Zweitatemregler in einer Spalte hängengeblieben, und ich hatte im Wrack einen leichten Wadenkrampf, zum Glück erst kurz vor dem Ausgang, den ich mangels Bewegungsfreiheit erst draußen vernünftig lösen konnte. Aber es hat wirklich viel Spaß gemacht.

Bleiben nur die etwas unzuverlässigen Strömungsvorhersagen zu bemängeln ... Das Wort "meistens" sollte Farid vielleicht aus seinem Wortschatz streichen. Ansonsten: Ein super abwechslungsreiches Programm an Tauchgängen, bei dem wirklich nichts fehlte. Gerne mal wieder ...

veröffentlicht unter: Hurghada 2006 1 Kommentar
29Jun/062

Feilschen

Die Art, wie in Ägypten versucht wird, (mit Touristen) Geschäfte zu machen, ist erstmal sehr gewöhnungsbedürftig: Wenn man sich zum Beispiel eine Wasserpfeife nur aus dem Augenwinkel anschaut, wird sie einem gleich angepriesen.

Wenn man sich dann drauf einläßt ("Eigentlich habe ich gerade keine Zeit ..."), heißt es "Nur fünf Minuten", und man ist eigentlich schon am Handeln. Und das sollte üblicherweise auch zu einem Geschäft führen (dazu später mehr), also lieber sein lassen.

OK, eines Abends waren wir dann doch mal explizit in Einkaufsstimmung und sind losgezogen, vom Hotel aus in die weniger dicht bebaute Richtung. Im ersten Laden zwei T-Shirts für je 45 EGP (ca. sechs Euro) erstanden, dazu tolle Schaumstoff-Untersetzer mit bunten Fischen drauf bekommen. Auch sehr interessante Verhandlungsstrategie: Erst erzählt er mir, daß er mit der Stickmaschine Nike-, Puma- oder Adidas-Logo auf einfarbige Shirts sticken kann, und irgendsoein traditionelles Gewand, was er mir danach (!) zeigt, soll dann plötzlich von seiner Frau handbestickt sein. Ähm, ja ...

Dann weiter in den nächsten Laden, wo einige andere schon mitten dabei waren, sich Schischas zeigen zu lassen - allerdings dummerweise ohne echte Kaufabsicht, weil sie schon beim Barkeeper der Tauchbasis welche in Aussicht hatten.

Es kam ein halbwegs fairer Preis für drei Schischas raus ("Ist guter Preis, für mich und für Dich - warum willst Du nicht kaufen."), und sie wanden sich beide, um da wieder rauszukommen. Von "kein Geld dabei" bis "wir fühlen uns unter Druck gesetzt" und der Behauptung, in Deutschland würde man so verhandeln. Der Verkäufer war leicht stinkig, als sie dann gegangen sind. Naja, ich habe meine Zweischlauchschischa dann trotzdem für 200 EGP bekommen, endlich mal inclusive Tragetasche. Kann man eigentlich nicht meckern. Nicht ganz billig, aber anscheinend halbwegs gute Qualität und ein ordentlicher Preis.

Merke: Ins Feilschen sollte man nur mit klarer Preisvorstellung und Kaufabsicht einsteigen. Alles andere ist eine Beleidigung für den Geschäftspartner (meines Erachtens übrigens auch in Deutschland beim Fachhändler, wenn man sich beraten läßt und dann beim Blödmarkt kauft).

Übrigens: Die Schischa muß bei Gelegenheit mal eingeweiht werden.

veröffentlicht unter: Hurghada 2006, Wirtschaft 2 Kommentare
25Jun/060

Visa-Gebühr

Vor der Reise hatte die Reiseleitung Steinhaus schon herausgefunden, daß man für Ägypten ein Visum braucht - und empfohlen, sich daß beim Konsulat und nicht vor Ort zu besorgen. Zum Glück wurde dieser Plan dann wieder fallengelassen (siehe unten). Kurz darauf machte nämlich ein Reiseteilnehmer darauf aufmerksam, daß man das Visum am Flughafen auch ohne größere Wartezeit bekommen könnte, wenn man es nicht beim Reiseveranstalter, sondern am Bankschalter. Schön und gut - make it so ...

Also in Hurghada im Terminal angekommen, daraufhin wurden wir gleich von Leuten, die dort im Auftrag der örtlichen Reiseveranstalter rumliefen, angesprochen, mit welchem Veranstalter wir reisen (klar, die wollten uns die Visa verkaufen). Wenn ich jetzt so darüber nachdenke: Was hatten die eigentlich in dem Ankunftsbereich vor der Einreisekontrolle, Gepäckausgabe etc. zu suchen? In der EG wäre das ein Bereich mit beschränktem Zugang ...

Naja, nicht abhalten lassen und mit dem Reisepaß zum Bankschalter am anderen Ende des Terminals gelaufen. Dort wurden dann für ca. 13 Euro (15 Euro minus Rückgeld in EGP) zwei Gebührenmarken mit einm Nennwert von EGP 32,50, also knapp fünf Euro geklebt. Zurück bei der Gruppe war der Mensch vom Reiseveranstalter dann tierisch am sich Aufregen. Wir müßten das Visum bei ihm kaufen (für 25 Euro), weil wir bei E.T.I. gebucht hätten, bla bla ...

Im Bus ging es dann weiter: Der Bus fuhr nicht los, bis (fast) alle 25 Euro be- oder 12,50 € aufgezahlt hatten. Naja, ich hatte Urlaub und keine Lust mich weiter aufzuregen. Auf der Buchungsbestätigung stand anscheinend auch was von: "Visumsgebühr: 25 Euro" ...

Aber irgendwie ärgert mich diese Masche schon: Wenn der Reiseveranstalter meint, zusätzliches Geld einnehmen zu müssen, soll er es auf den Reisepreis aufschlagen, und nicht irgendwelche verpflichtenden Zusatzleistungen einführen ... Ein lauteres Geschäftsgebahren ist das für mich nicht ...

veröffentlicht unter: Hurghada 2006 keine Kommentare
25Jun/060

Tauchausfahrt

Am Donnerstag abend bin ich von der Tauchausfahrt nach Hurghada zurückgekommen. Insgesamt ein sehr gelungener Urlaub. Das Hotel und das Essen war gut, die Basis (und der Tauchguide) sehr professionell, die Tauchgänge sehr abwechslungsreich - ein super Urlaub.

In nächster Zeit werde ich dieses Weblog mit Beiträgen dazu füllen und die dann vielleicht später noch mit Fotos ergänzen.

veröffentlicht unter: Allgemein, Hurghada 2006 keine Kommentare
13Mrz/060

Canberra

So, leicht verspätet noch ein kurzer Bericht über Canberra. Als wir dort ankamen, regnete es gerade in Strömen - eine gute Gelegenheit, das Parlament anzuschauen, das sogar eine kostenlose Tiefgarage hat.

Los ging es mit einer recht scharfen Sicherheitskontrolle (schärfer als an den meisten Flughäfen, allerdings nicht ganz so scharf wie in Frankfurt). Als wir dann drinnen waren, haben wir uns noch fix einer Führung angeschlossen, die wenige Minuten vorher begonnen hatte. War eine sehr gute Mischung aus Trivia und handfesten Informationen.

Sehr interessant ist zum Beispiel folgender Artikel der Verfassung:

The legislative power of the Commonwealth shall be vested in a Federal Parliament, which shall consist of the Queen, a Senate, and a House of Representatives, and which is hereinafter called The Parliament, or The Parliament of the Commonwealth.

Erstmal finde ich es schon seltsam genug, die Queen als Teil des Parlaments anzusehen. Allerdings habe ich vermutlich die Bedeutung des Begriffes Parlament in der angelsächsischen Rechtstradition immer noch nicht vollständig begriffen.

Stutzig hat mich dann auch gemacht, daß tatsächlich von der Queen die Rede ist. Allerdings heißt es in der Verfassung auch:

The provisions of this Act referring to the Queen shall extend to Her Majesty's heirs and successors in the sovereignty of the United Kingdom.

Wieder etwas, was mich verwundert. Erstens erschließt sich mir die volle Bedeutung des Satzes nicht, aber anscheinend soll das ja irgendwie einen Verweis auf die Thronfolgeregelung des Vereinigten Königreichs darstellen.

Das relativiert dann auch die Aussagen im Wikipedia-Artikel über die Statute of Westminster:

The preamble to the Statute of Westminster sets out conventions which impact on attempts to change the rules of succession to the Crown. The second paragraph of the preamble to the Statute reads:

And whereas it is meet and proper to set out by way of preamble to this Act that, inasmuch as the Crown is the symbol of the free association of the members of the British Commonwealth of Nations, and as they are united by a common allegiance to the Crown, it would be in accord with the established constitutional position of all the members of the Commonwealth in relation to one another that any alteration in the law touching the Succession to the Throne or the Royal Style and Titles shall hereafter require the assent as well of the Parliaments of all the Dominions as of the Parliament of the United Kingdom:

This means, for example, that any change to the Act of Settlement's provisions barring Roman Catholics from the throne or giving male heirs precedence over females would require the unanimous consent of the parliaments of all the other Commonwealth realms if the unity of the Crown is to be retained. The preamble does not itself contain enforceable provisions, so the preamble merely expresses a constitutional convention, albeit one fundamental to the basis of the relationship between the Commonwealth Realms. (Of course, as sovereign nations, each is free to withdraw from the arrangement, using their respective process for constitutional amendment, and no longer be united through common allegiance to the Crown.)

(Zitat aus der Wikipedia, unter GFDL-Lizenz)

Australien scheint muß ja anscheinend nicht mehr gesondert seine Thronfolgeregelung ändert, auch wenn politische Vernunft wohl eine Konsultation gebietet.

Die Parlamentseröffnung, bei der die Königin, ggf. vertreten durch ihren Governor-General, zugegen ist, findet im Senat statt, weil die Queen das Repräsentantenhaus nicht betreten darf.

Vom Parlamentsgebäude gibt es außerdem einen schönen Ausblick über die Stadt in alle Richtungen, insbesondere entlang der (ja dementsprechend angelegten) Hauptstraßen ...

Danach waren wir dann auf dem Telstra Tower. Der ist zwar nicht besonders hoch, steht aber auf einem Hügel. Von da sieht man die ganze Stadt und noch mehr Grün, so groß ist die Stadt nämlich nicht. Genau genommen ist sie sogar ziemlich verschlafen. Am nächsten Tag (Samstag mittag) wollten wir zu einer im Lonely Planet empfohlenen Bar, wo es günstiges Essen geben sollte. Die war dann nicht in der Nähe der Uni, sondern auf dem Campus, und der war ausgestorben - klar, Anfang Januar sind Sommerferien. Und in Australien scheint es keinen Ferienbetrieb so wie hier zu geben. Das bringt das Konzept Campus-Universität (mit der Bedeutung von Campus, wie sie im internationalen Sprachgebrauch gilt) halt auch so mit sich. Entsprechend war die dann auch zu.

Geöffnet hatten allerdings die Museen, die wir uns angeschaut haben. Am Vormittag das National Australian Museum, am Nachmittag das Australian War Memorial.

Das NAM hat Ausstellungen zu so ziemlich allen Gebieten der australischen Geschichte, Kultur, Natur, etc. Die Ausstellungen sind auch super aufbereitet, aber alles anzuschauen, ist doch sehr anstrengend. Umfassend ist auch die Ausstellung von Aboriginal Art.

Das War Memorial ist für den deutschen Geschmack ziemlich pompös geraten. Metallplaketten mit den Namen aller Gefallenen, Mosaike, etc. Und ergänzt wird das Ganze durch ein umfassendes militärgeschichtliches Museum. Nicht so wirklich mein Steckenpferd, aber wen so etwas interessiert, wird sicher begeistert sein.

Und viel mehr gibt es in Canberrra dann in 24 Stunden auch nicht zu sehen ...

veröffentlicht unter: Australien 2005, Recht keine Kommentare
26Feb/060

Snowy Hydro

Als wir in den Snowy Mountains unterwegs waren, hörten wir schon mehrere Male Radiospots für das Besucherzentrum von Snowy Hydro.

Also sind wir auf dem Weg von Cooma nach Canberra (ist am oder kurz nach dem Ortsausgang von Cooma ausgeschildert) da noch vorbei. Wirklich eine sehr interessante Ausstellung. Schon beeindruckend, was die da in der Mitte des letzten Jahrhunderts umzusetzen angefangen haben (Snowy Mountains Scheme in der Wikipedia).

Spannend war auch der Bereich zum Thema Stromhandel, mit (Live?-)Anzeigen von deren Stromhandelssystem.

Screenshot eines Stromhandelssystems

15Feb/060

Road Trip

Wenn man schon in Australien ist, muß man natürlich auch in bißchen rumfahren. Autos sind dort leider ziemlich teuer (wie ja wohl auch in Amerika), so sind es dann nur knappe fünf Tage geworden, die immerhin ca. 200 Euro Miete gekostet haben.

Linksverkehr ist am Anfang doch sehr ungewohnt, von der Autovermietung (leicht östlich vom CBD) nach Hause (ein Stück südlich vom Hauptbahnhof) habe ich dann auch knapp eine halbe Stunde gebraucht. Schalten ist halt ein motorisch-dynamischer Stereotyp, den auf den anderen Arm zu adaptieren dauert halt eine Weile. Seltsamer Weise habe ich öfter mal den Scheibenwischer betätigt, wenn ich blinken wollte - obwohl der Blinker- und Scheibenwischerhebel auf derselben Seite sind. Kann mir vielleicht ein Neurophysiologe oder so genauer erklären?

Da das Auto, wie schon geschrieben, schon so (mit unverschämtem Unter-25-Aufschlag) teuer genug war, habe ich auf Premium Coverage oder ähnliches verzichtet. Standard Coverage hat eine Selbstbeteiligung von 2750 AUD - aber man geht ja eh davon aus, daß nichts passiert ;-)

Naja, es waren am Anfang schon viele kleine Beulen und Kratzer am Auto, die der Angestellte auch hoffentlich alle markiert hat. Daß ließ dann hoffen, daß die nicht allzu pingelig sind. Irgendwann am Anfang, wir waren nur bei trockenem Wetter auf asphaltierten Straßen unterwegs gewesen, bemerkten wir dann einen kleinen, aber doch recht deutlich sichtbaren Steinschlag. Entweder war der vorher schon da und wurde nicht eingetragen, oder es hat uns tatsächlich das vorausfahrende Fahrzeug einen kleinen Kiesel aufs Auto geschleudert. Jedenfalls ist bis jetzt keine Forderung gekommen ... In den Snowy Mountains ist uns dagegen ein blauer papageiähnlicher Vogel (mit roten Federn und Schwanz) bei gut 100 km/h mitten auf die Windschutzscheibe geflogen. Zum Glück nicht mit dem Schnabel, sonst wäre die wohl wirklich hin gewesen. So ist glücklicherweise überhaupt nichts passiert. Die Viecher sind aber auch wirklich selten dämlich ... Später habe ich dann übrigens noch einen Info-Flyer gesehen, was man bei verletzten Wildtieren machen soll, wie einpacken, wo anrufen, etc. Zu meiner Entlastung gehe ich einfach mal davon aus, daß das Viech nicht verletzt, sondern tot war. Wie auch die Wombats, die ständig tot am Straßenrand lagen (und vor denen auch auf den bekannten gelben Schildern gewarnt wird).

Der Hyundai Getz ist IMO überhaupt nicht zu empfehlen: Der Fahrersitz ist super unbequem, das sollte als KO-Kriterium ausreichen, wenn man mehr als 10 Minuten am Stück fahren will. Das Lenkrad war anscheinend auch nicht höhenverstellbar, so daß der Tacho nicht wirklich vernünftig erkennbar war. Und dann der Tank: Ein normaler Zapfhahn ließ sich nicht ordentlich einführen, und einrasten erst recht nicht. Toll, wenn man nach Gefühl tanken muß ... Folglich hat Thrifty dann am Ende auch per Kreditkarten-Abrechnung nochmal sieben Liter überteuerten Sprit berechnet, obwohl wir eigentlich 30 km vorher vollgetankt haben. Ich vermute aber einfach mal, daß die - ebenfalls nach Gefühl - übervoll getankt haben.

Auch ansonsten ist der Service bei dem Laden etwas komisch: Keine After-Hour-Returns (angeblich), so daß ich, um nicht am späten Nachmittag schon wieder in Sydney sein zu müssen, den Wagen am Flughafen abgeben mußte. Da stand dann seltsamerweise ein Kasten, wo man für After-Hour-Returns die Schlüssel reinschmeißen sollte. Na danke. Und die Wartung kommt auch etwas kurz: Daß das Scheibenwaschwasser leer ist, darf nun wirklich nicht vorkommen. Und wir haben es tatsächlich die ganze Tour nicht geschafft, das aufzufüllen (dafür war es dann doch nicht dringend genug ...).

Zur Tour an sich: Wir sind von Sydney erstmal zur Botany Bay, dann weiter in den Royal National Park, waren dort schwimmen, und sind dann weiter nach Wollongong. Am nächsten Tag haben wir uns dort einen buddhistischen Tempel angeschaut und waren dann im Jarvis Bay National Park. Dort haben wir am nächsten Tag eine Delphintour gemacht und sind dann weiter in die Snowy Mountains. Am nächsten Tag dann nach Canberra, und am Samstag zurück nach Sydney. Über einige Ziele werde ich noch näher berichten ...

Die Bergstraße nach Cooma war echt nett. Ein Lookout war nach dem Busfahrer Fred Piper benannt, der an jener Stelle bei der Erfüllung seiner Pflichten umgekommen ist.

Ansonsten sind die Straßen teilweise etwas seltsam - obwohl sie eigentlich doch recht gut benutzt werden. Daran kann es also nicht liegen. Reifenteile, tote Tiere, etc. werden grundsätzlich liegen gelassen - auch auf der Autobahn. Wobei "Autobahn" - man darf da zwar 110 km/h fahren (oder waren es 120? whatever ...), aber auf dem Seitenstreifen sind theoretisch Fahrräder erlaubt. Verrückt ...

Jedenfalls mal ein interessantes, aber doch recht anstrengendes Erlebnis ...

Übrigens: Vernünftige Straßenkarten sind nicht zu bekommen, außer am Flughafen, wie ich beim Abflug bemerkt habe. Super.

veröffentlicht unter: Australien 2005 keine Kommentare
4Feb/060

In die blauen Berge fahren wir …

Am 2. Januar war ich in den Blue Mountains. Ich wollte eigentlich ursprünglich den Zug um ca. zwanzig nach sieben nehmen, nachdem ich den dann allerdings gefunden hatte (nicht unten bei den anderen Cityrail-Zügen, sondern oben beim Fernverkehr ...), hab ich ihn um ca. eine Minute verpaßt :-|

Der nächste fuhr dann eine Stunde später. Irgendwie auch so eine Tour, die man besser mit einer organisierten Bustour oder noch besser mit Mietwagen machen sollte - einmal pro Stunde ein Zug ist irgendwie etwas sehr unflexibel, vor allem, wenn man eventuell noch was anderes (auf der Strecke) als nur Katoomba sehen will ...

Die Trolley-Tour, die es beim Trolley Shoppe zu kaufen gibt, lohnt absolut nicht - wenn man das Stück vom Bahnhof zum Kliff nicht laufen will, kann man auch eine Einzelkarte für den Bus kaufen. Bei der Trolley-Tour versteht man eh nichts, weil das Teil ziemlich laut klappert.

Morgens war es in Sydney am Regnen, so daß ich lange Klamotten anhatte und sogar eine Jacke im Rucksack. Vollkommen unnötig ... Als ich aus ausgestiegen bin um mal ein Stück durch den Regenwald zu laufen, hatte gerade schon einige Zeit die Sonne geschienen und es war superschwül. Als ich dann die Tour mit dem Scenic Skyway (eine Seilbahn über die Schlucht) gemacht habe, war es dagegen so bewölkt, daß man nur wenige Meter weit gucken konnte. Da hat der durchsichtige Boden dann nichts gebracht. Diesen ganzen Scenic-irgendwas Kram sollte man sich übrigens sowieso lieber sparen, ist das Geld nicht wert. Dann lieber zu Fuß die Schlucht runter, ein bißchen rumlaufen und wieder hoch.

Seilbahn im Nebel

Immerhin hatte ich einen schönen Ausblick über das Tal und auf die Three Sisters, als das Wetter noch halbwegs vernünftig war.

Three Sisters

 

veröffentlicht unter: Australien 2005 keine Kommentare
29Jan/060

Internationaler Postverkehr

Meinem Onkel und meiner Tante hatte ich wie einigen anderen Leuten auch auf dem Rückflug aus Taiwan eine Karte geschrieben. Abgeschickt am 10. Januar, die anderen sind alle eine gute Woche später angekommen.

Besagte Karte an meine Verwandten ist allerdings nicht angekommen - mag daran gelegen haben, daß ich weder die Hausnummer noch die PLZ wußte. Die Straße war aber angegeben und mit einer akuraten textuellen Beschreibung der Adresse ("letzte Häuserreihe vor der ersten Querstraße nördlich der xy-Straße, 2. Eingang") versehen.

Naja, jetzt hat letter punkt inquiries at deutschepost dot de eine Mail von mir bekommen, sie mögen die Karte doch bitte wiederfinden und zustellen. Zum Glück halte ich inzwischen von allen abgesandten Postsendungen Kopien vor (mit Digicam auch bei handschriftlichen Sendungen kein Problem), so daß der Verlust rein ideeller Natur ist. Und die Post weiß gleich, wonach genau sie suchen muß ...

Trotzdem stört mich die Unzuverlässigkeit des internationalen Postverkehrs irgendwie langsam. Die australische Post hatte letztes Jahr schon einen Brief von mir mit recht persönlichem Inhalt verloren und nicht wieder aufgefunden - nach den Haftungsbeschränkungen des Weltpostvertrages habe ich nichtmal Anspruch auf Rückerstattung des Portos!

veröffentlicht unter: Australien 2005, Wirtschaft keine Kommentare