Tipps bei der Anschaffung eines Kleiderschranks

Nachdem ich an meinem Kleiderschrank einiges umgestalten und umräumen möchte, weil ich mit dem aktuellen Zustand nicht komplett zufrieden bin, und ich mich auch mit einem Kollegen, der vor einem Umzug und der Anschaffung eines neuen Schrankes steht, über das Thema gesprochen habe, möchte ich hier einige methodische Tipps für Anschaffung und Einrichtung eines Kleiderschranks zusammenstellen. Ich selbst habe von IKEA den PAX mit UGGDAL-Schiebetüren. Daher werde ich im Folgenden öfter mal auf meine (auch negativen) Erfahrungen damit eingehen.

Größe: Wenn nicht gerade der Platz in der Wohnung äußerst knapp ist, spricht meines Erachtens nichts dagegen, den Schrank großzügig zu dimensionieren. Zwei Meter Breite sind meines Erachtens auch für eine Person nicht übertrieben. Von der Höhe sollte der Schrank bis knapp unter die Decke gehen. 237 cm ist beispielsweise das, was IKEA im Sortiment hat. Der einzige vernünftige Grund, warum man einen Schrank nicht zur Decke reichen sollte, ist, dass man noch etwas drauflegen möchte. Das (beispielsweise Bettwäsche, einen Schlafsack, oder ähnliche Sachen, an die man selten ran muss), kann man dann aber auch in den Schrank nach ganz oben legen. Dort sieht es weniger plünnig aus und staubt nicht zu.

Türen: Prinzipiell gibt es hier die Wahl zwischen normalen Klapptüren und Schiebetüren. Sicher gibt es auch noch exotischere Varianten, aber auf die werde ich hier nicht eingehen. Schiebetüren haben den Vorteil, dass sie weniger Platz verbrauchen und einfach “cool” sind. Bei IKEA gibt es verschiedene Glasschiebetüren, die halbwegs spiegeln (wenn man sie regelmäßig putzt). Was mir erst später aufgefallen ist, ist, wie sehr auch bei der recht dunklen UGGDAL der Schrankinhalt durchscheint. Bei beiden Türarten sollte man wohl das Öffnungs- und Schließverhalten genau prüfen. Bei Klapptüren kommen ggf. Druckluftdämpfer in Frage. Schiebetüren haben den Nachteil, dass man sie beim Öffnen manuell anstoßen und bremsen muss – oder gibt es (zumindest für das zielgenaue Bremsen) auch schon praktisches Zubehör? Ein weiterer Nachteil bei Schiebetüren ist, dass man nur eine Seite des Schrankes gleichzeitig öffnen kann (was die Aufteilung des Schrankinhaltes noch wichtiger macht, dazu unten mehr). Und wenn man Schubladen hat, muss man die Schiebetür komplett öffnen (siehe oben …), um die Schublade herausziehen zu können. Fazit: Schiebetüren sind zwar nett und erscheinen auf den ersten Blick als Nonplusultra. Aber sie haben einige nicht ganz offensichtliche unpraktische Seiten. Ein Tipp von einer Bekannten war übrigens noch, komplett verspiegelte Türen zu nehmen – damit spart man sich einen gesonderten Spiegel.

Horizontale Aufteilung: Bei der horizontalen Aufteilung sollte man darauf achten, dass man bei üblichen Abläufen nicht ständig zwischen beiden Schrankteilen hin- und herwechseln muss (insbesondere bei Schiebetüren, siehe oben). Beispielsweise wird man wohl nicht jeden Morgen eine frische Hose oder einen frischen Pullover anziehen. Aber Unterwäsche, Socken und T-Shirts sollten sich schon im selben Schrankteil befinden. Ähnliches gilt beispielsweise für Sportsachen – Handtücher, Bademantel und Badehose sollten im gleichen Teil sein.

Vertikale Aufteilung: Auf einer Seite braucht es eine Stange, an die man Kleiderbügel hängen kann. Die sollte in eine Höhe, in der man (gerade noch) bequem rankommt. Wenn es mehrere Nutzer gibt, sollten die natürlich alle noch rankommen. Darüber kommt dann einfach ein Brett. Das ist die Höhe, wo man ohne Stuhl, Leiter o.ä. nicht mehr rankommt. Es ergibt sich also ein Fach, dass ideal für selten genutzte Gegenstände geeignet ist, beispielsweise zusätzliche Bettwäsche, Schlafsack o.ä. (je nach Verfügbarkeit von sonstigem Stauraum also durchaus für Sachen, die jetzt nicht typisch für einen Kleiderschrank sind). Aus Symmetriegründen macht man das Gleiche dann einfach auch auf der anderen Schrankseite. Unter Kleiderstange sollte ausreichend Platz zum Aufhängen auch längerer Kleidungsstücke (beispielsweise eines Bademantels oder auch eines Abendkleides sein). Und wenn man sich entscheidet, beispielsweise einen Bademantel unten doch aufliegen zu lassen, sollte dort zumindest eine horizontale Abtrennung zum nächsten “Fach” hin. Aktuell hängt mein Bademantel in eine Schublade hinein, das nervt tierisch. Dafür verbraucht man vertikal schon ziemlich viel Platz – im Grunde bleibt auf der Seite dann nur unten ein Fach, für das man sich schon ziemlich bücken muss und das damit auch eher für selten genutzte Gegenstände taugt. Auf der anderen Seite wird die Aufteilung dann zwingend etwas kleinteiliger …

Kleinräumigere Aufteilung: Natürlich kann nicht jedes Kleidungsstück ein eigenes Fach bekommen. Aber die Aufteilung sollte schon so kleinräumig sein, dass nur so viele Sachen reinpassen, dass man nicht den Überblick verliert. Eine Schublade in kompletter Schrankhälftenbreite ist da schon eher zu groß. Und ohne Unterteilung geraten die Sachen zwangsläufig durcheinander. Ich habe beispielsweise eine Schublade mit “Sportsachen”. Dort sind dann hauptsächlich die verschiedensten Laufklamotten (Socken, Unterwäsche, Shirts, Hosen, Oberteile …), die natürlich vollkommen durcheinander sind. Hier muss ich dringend nachbessern. Insgesamt unterschätzt man jedenfalls leicht, wieviele verschiedene Kleidungsstücke man hat. Und eine wichtige Erkenntnis ist, dass es nicht nur auf die Liegefläche (also einfache Bretter) ankommt – die muss vielmehr ausreichend unterteilt sein, außerdem muss man sie einsehen können. Bretter im 10cm-Abstand sind also beispielsweise ziemlich ungünstig – da bildet sich “hinten” zwangsläufig Chaos.

Ich hoffe, dass diese Tipps anderen helfen, ein paar Fehler zu vermeiden, die ich gemacht habe :-) Viel Spaß beim Wohnen!

IKEA-Bilderrätsel: FAKTUM-Wandschränke (Korpus)

Regelmäßig ärgere ich mich über die Bilderrätsel von IKEA. Die enthalten zwar in der Tat die meisten Sachen, auf die man achten muss. Bloß worauf man hätte achten müssen, und woran das im Bild zu erkennen gewesen wäre, merkt man meist erst, wenn man etwas falsch gemacht hat.

Wie heißt es doch so schön: 1000 Worte sagen mehr als ein Dutzend Bilder. Insbesondere ist Sprache insbesondere dann direkter verständlich, wenn es darum geht, auf verschiedenen Abstraktionsniveaus wichtige Fakten zu vermitteln. Bei Bildern führt das in der Regel zu regelrechten “Bildersprachen” – bloß dass bei IKEA die Leseanleitung fehlt (anders als beispielsweise bei Bebauungsplänen, wo es die Planzeichenverordnung gibt. Da hat man wenigstens verstanden, dass solche Pläne ab einer gewissen Faktendichte alles andere als intuitiv sind).

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch bei IKEA einen Text bzw. eine Liste von Punkten gibt, worauf man achten muss. Der Ingenieur, der das weiß, ist ja vermutlich nicht derjenige, der die Bilder malt – also muss er das diesem irgendwie anders mitteilen. Zweckmäßigerweise also als Text, der damit schonmal in einer Sprache vorliegt. Und an der Stelle bricht dann der grenzenlose Geiz von IKEA durch. Die wenigen Euro (IMO vierstellig pro Anleitung), die eine kundengerechte Aufbereitung dieser Texte und eine Übersetzung kosten würde, will man sich natürlich sparen. Ebenso die wenigen Cent zusätzliche Druckkosten, wobei mir eine Anleitung im Internet vollends ausreichen würde.

Damit genug der Vorrede und des Lamentierens. Damit möchte ich es nämlich nicht belassen, sondern verschiedene IKEA-Anleitungen in normale Sprache übersetzen und dabei zugleich meine Erfahrung einfließen lassen.

Heute geht es los mit dem FAKTUM-Küchensystem, und zwar den Wandschränken, bzw. noch genauer deren Korpus (Türen, Scharniere und Griffe kommen erst noch …). Wie die meisten IKEA-Montageanleitungen gibt es auch diese Anleitung als PDF (959 kB).

Zuerst einige generelle Anmerkungen:

  • Die Anleitung gilt anscheinend für alle FAKTUM-Wandschränke. Jedenfalls war sie bei meinen Schränken in 40×92 cm, 60×70 cm und 80×92 cm jeweils identisch. Das führt dann natürlich auch dazu, dass die Abbildungen in der Regel nicht maßstabsgetreu sind, und auch die Zahl der Löcher für Einlegeböden etc. nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmt.
  • Wie üblich, werden die Schränke mit Beschlägen, aber ohne Befestigungsmaterial geliefert. Es gilt der Rat: “Erkundigen Sie sich ggf. im Eisenwarenhandel.”, was ich auch gemacht habe. Die Anleitung weist jedenfalls darauf hin, dass der Kopf der Schrauben flach und nicht spitz zulaufend sein muss. Mir wurden 8/48-Universaldurchsteckdübel von Stabilit sowie 6,0×60-Spanplattenschrauben mit gelbem Kopf empfohlen, die auch gut funktioniert haben. Für Altbau gibt es ggf. noch bessere Dübel sowie Schrauben, die mehr Drehmoment vertragen, die man also fester ziehen kann.
  • Die Anleitung listet als Werkzeug einen Flachschlitzschraubenzieher, einen Kreuzschlitzschraubenzieher, einen Hammer, eine Schraubzwinge und eine Bohrmaschine auf. Der Flachschlitzschraubenzieher sollte recht breit sein – er dient für die runden Einsätze, mit denen die horizontalen Wände an den Seitenwänden festgezogen werden. Der Kreuzschlitzschraubenzieher sollte ganz normal groß sein, besonders viel Drehmoment braucht man da auch nicht. Als Hammer tut es auch irgendeiner – damit schlägt man die Holzstifte fest, außerdem die kleinen Nägel der Rückwand. Schraubzwinge und Bohrmaschine braucht man nur, wenn man zwei Schränke aneinander schrauben will.

Nun zu den einzelnen Schritten der Anleitung:

  1. Auf Seite 6 kommt zunächst eine Fallunterscheidung. Die ist deshalb nötig, weil man für die komplette Serie die gleiche Anleitung nimmt. Offebar gibt es Schränke, bei denen die Rückwand nicht den ganzen Schrank verschließt. Meine drei verschiedenen Modelle gehören aber offenbar nicht dazu, also geht es auf Seite 7 weiter. Zunächst richtet man die beiden Seitenwände am besten nebeneinander aus. Nach innen kommt die Seite mit der Einkerbung. Oben/unten sind die Wände übrigens symmetrisch. Innen liegt dann die Seite, die nachher hinten ist. Dort verläuft jeweils eine Reihe von Löchern für Einlegeböden. Jeweils an den oberen beiden Löchern (warum auch immer da noch ein weiteres Paar Löcher ist …) werden dann die Eckbeschläge montiert, und zwar mit den äußeren Löchern. Mit der Ecke liegen sie dann genau auf der Kante des Holzes auf.
  2. Dann werden 8 Schrauben montiert: Auf jedem Boden oben und unten sowie innen und außen – aber jeweils in das kleinere der beiden Löcher, das ist das, welches weiter innen liegt.
  3. In die anderen Löcher der linken Wand jetzt die Holzstifte einsetzen und mit dem Hammer leicht festschlagen. Dann die beiden anderen Böden (im fertigen Schrank oben und unten) auf die Holstifte und Schrauben setzen, und zwar mit den Löchern nach außen. Oben die restlichen Holzstifte in die größeren Löcher stecken und leicht festhämmern.
  4. Jetzt die rechte Seitenwand umdrehen und auf die Konstruktion aus linker Seitenwand und Böden legen. Leicht festklopfen. Die flachen “Schrauben” in die runden Löcher einsetzen, und zwar jeweils mit der Öffnung zu den dort herausstehenden Schrauben hin – unten also nach unten, oben nach oben. Mit dem Flachschlitzschraubenzieher festziehen (ca. eine halbe Umdrehung).
  5. Jetzt den Schrank nach links kippen, so dass die Beschläge (also die Rückseite des Schranks) nach oben zeigen. Die Rückwand einsetzen, und zwar mit der braunen Seite nach oben (also außen). Damit zeigt die weiße Seite nach innen.
    Die Rückwand zunächst nach oben rechts schieben und mit einem Nagel fixieren. Dabei darauf achten, dass der Nagel weit genug im inneren der Spanplatte sitzt und gerade eingeschlagen wird – sonst kommt er auf der Innen- oder Außenseite wieder raus, was extrem unschön aussieht. Mir wurde übrigens empfohlen, dass man auch kleine Schrauben (von ähnlicher Größe wie die Nägel) nehmen könne – im Gegensatz zur Befestigung mit Nägeln wäre das recht einfach reversibel.
  6. Jetzt die Rückwand nach unten rechts schieben und wieder mit einem Nagel fixieren.
  7. Dann nach unten schieben und unten links mit einem Nagel fixieren.
  8. Jetzt rundherum Nägel einschlagen. Eine Vorgabe für die Abstände gibt es nicht, 5-10 cm sollten passen. Die Zahl der Nägel in der Packung ist dafür auch kein Indikator – die ist bei kleinen und großen Schränken gleich …
  9. Ab diesem Schritt braucht man wirklich zwei Personen – es geht an die Wandmontage der Schränke. Zunächst das Anzeichnen. Eine Person hält den Schrank an die Wand, die andere stellt sich auf eine Leiter und zeichnet an. Wenn es um die absolute Höhe geht: Der Schrank rutscht bei der Montage eher noch runter, so dass die Schraube am oberen Rand des Loches des Beschlags liegt – das sollte man beim Anzeichnen bedenken (also eher oberhalb der Mitte anzeichnen bzw. bohren). Jetzt bohren (gemäß Anleitung der Dübel), Dübel einsetzen und die Schrauben bis auf ca. 1 cm festziehen. Dann den Schrank wieder an die Wand. Man kann ihn gleich “einhängen”, braucht ihn also während des Festziehens der Schrauben nicht unbedingt mit voller Kraft zu halten. Jetzt die kleinen Metallbeschläge aufsetzen, feinjustieren und festschrauben. Dabei darauf achten, dass sich die Beschläge nicht verdrehen. Danach kann man die weißen Abdeckkappen aufstecken. Schließlich könnte man benachbarte Schränke aneinander befestigen. Zwingend ist das aber nicht, und hat sich bei mir auch nicht ergeben.

Nun hat man also leere Schränke ohne Türen an der Wand hängen. Diesen Schritt beschreibe ich, sobald ich damit selbst durch bin.