Pseudomedizin bei der Techniker Krankenkasse

Dass die Krankenkassen in gewissem Umfang Hokuspokus wie Homöopathie bezahlen, war mir ja durchaus bekannt. Aber was dann in Ausgabe 1/2012 von TK aktuell stand, hat mich dann doch erstaunt.

Im Artikel “TK baut Leistungen weiter aus” heißt es auf Seite 6/7:

Der TK-Verwaltungsrat hat eine neue Leistung zu den alternativen Heilmethoden beschlossen. So übernimmt die TK als erste Krankenkasse ab 2012 die Kosten für nicht verschreibungspflichtige aber apothekenpflichtige Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen Antroposophie, Homöopathie und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde).

Danach werden noch bestimmte Ausschlüsse genannt sowie die Erstattung (bis 100 € pro Jahr und Versichertem) erläutert.

Auf Seite 24 (“Wissen”) heißt es in einem Kasten “Alternative Heilmethoden” mit einem Vermerk “NEU”:

Homöopathie Immer mehr Menschen setzen auf Homöopathie. Weil sie möglichst schonend und angepasst an ihre besondere Konstitution behandelt werden möchten. Bei der TK ist diese Leistung inklusive. Bundesweit übernimmt die TK die Kosten für homöopathische Beratung bei besonders qualifizierten Ärzten. Dabei wird, basierend auf der individuellen Krankengeschichte und einer ungefähr 60 Minuten dauernden Erstanamnese, ein umfassender Therapieplan entwickelt. Auch Folgegespräche gehören dazu. Neu: Auch die Kosten für homöopathische Medikamente werden ab 2012 bis zu einem bestimmten Betrag im Jahr von der TK übernommen (siehe auch S. 6/7).

Daran stören mich einige Sachen:

  • Normale Menschen müssen nicht verschreibungspflichtige Medikamente selbst bezahlen. Eine Ausnahme gibt es jetzt für abergläubische Menschen, die gerne unwirksame Medikamente nehmen: Nur solche werden auch bezahlt, wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind.
  • Die wirre Lehre Rudolf Steiners (bekannt auch durch Waldorfschulen und Demeter-Biohöfe) wird geadelt, indem man sie als “Therapierichtung” anerkennt.
  • Offenbar verblödet die Mitgliederschaft der TK immer mehr, wenn immer mehr davon auf Homöopathie setzen. Ich setze lieber auf Medizin. Wenn die nicht nötig ist, liegt kein Fall für die Solidargemeinschaft vor.
  • Es wird suggeriert (nicht behauptet, wohlgemerkt!), Homöopathie sei “möglichst schonend und angepasst an ihre [=der Patienten] besondere Konstitution”. Solchen Unsinn, verlautbart von meiner Krankenkasse, möchte ich nicht mit meinen Beiträgen finanzieren. Eigentlich finanzieren das übrigens nicht nur die Mitglieder der TK, sondern alle Mitglieder der GKV über den Gesundheitsfonds!
  • Es ist ja schön, wenn Ärzte die Möglichkeit bekommen, sich intensiv mit den Patienten zu befassen. Aber warum wird das nur bezahlt, wenn der fragliche Arzt ein besonders qualifizierter esoterischer Spinner ist?

Ich frage mich ernsthaft, ob solche Regelungen von Rechts wegen Bestand haben können. Hier ein paar einschlägige Vorschriften:

§ 12 Abs. 1 SGB V, Wirtschaftlichkeitsgebot:

(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

§31 Abs. 1 S. 1 SGB V, Arznei- und Verbandmittel:

Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln, soweit die Arzneimittel nicht nach § 34 oder durch Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ausgeschlossen sind [...].

§ 34 SGB V Abs. 1 S. 1, Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung nach § 31 ausgeschlossen.

Da frage ich mich schon sehr, wie die TK auf die Idee kommt, diese Arzneimittel bezahlen zu dürfen. Das reißt auch der sehr allgemein gehaltene § 2 Abs. 1 SGB V wieder raus:

Die Krankenkassen stellen den Versicherten die im Dritten Kapitel genannten Leistungen unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots (§ 12) zur Verfügung, soweit diese Leistungen nicht der Eigenverantwortung der Versicherten zugerechnet werden. Behandlungsmethoden, Arznei- und Heilmittel der besonderen Therapierichtungen sind nicht ausgeschlossen. Qualität und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen.

Dass die Qualität und Wirksamkeit von Homöopathie und Steiner-Esoterik nicht dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht ist eh klar. Geschenkt, das sieht man vermutlich nicht so eng. Aber ich sehe nirgendwo, dass diese Arzneimittel von dem Ausschluss der Erstattung nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel ausgenommen sind.

Ich werde jetzt bei der TK nachfragen und dann ggf. die Aufsichtsbehörde informieren.

Kundenorientierung beim Zahnarzt

Am Montag habe ich mir beim Zahnarzt eine Füllung einsetzen lassen. Handwerklich habe ich bisher nichts zu bemängeln, das dürfte soweit alles passen. Aber die Beratung war recht dürftig …

Das ging schon mit der Routineuntersuchung vor einigen Wochen los, bei der diese behandlungsbedürftige Karies-Stelle entdeckt wurde. Da die vor ca. 5 Jahren schon im Ansatz auf einem Röntgenbild zu sehen war, wusste ich immerhin, dass jetzt wohl wirklich Bohren nötig war (und nicht nur die Zahnärztin gerne etwas verdienen wollte).

Aber schon mit der Wahl der Behandlungsmethode ging es los: Amalgam würde man grundsätzlich nicht mehr verarbeiten. Die Kasse würde ansonsten nur einfache Zementfüllungen bezahlen, bei einer Komposit-Füllung müsste ich ca. 80 € zuzahlen. Ich würde eigentlich gerne mit der für die konkrete Situation am besten passendsten (und gleichzeitig noch wirtschaftlichen) Methode behandelt werden, und nicht von vornherein eine ausschließen, weil der behandelnde Arzt die grundsätzlich nicht mehr anwendet. Und Zementfüllungen sind reine Behelfsfüllungen und nicht als Dauerlösung gedacht. Sowas allen Ernstes vorzuschlagen, grenzt schon an Unseriösität. Amalgam ist durchaus noch eine gebräuchliche Anwendungsmethode. Die Quecksilberbelastung tritt beim Anbringen der Füllung auf und bewegt sich in der Größenordnung, die man eh über die Nahrung zu sich nimmt. Was aus der fertigen Legierung (falls überhaupt …) noch austritt, dürfte Größenordnungen darunter liegen … Eine positive Eigenschaft von Amalgam ist, dass es sich beim Abbinden der Legierung ausdehnt und damit fest sitzt, wohingegen sich Kunststofffüllungen bei der Polymerisation zusammenziehen (was das Anbringen handwerklich aufwendiger macht). Es soll zwar auch Fälle geben, bei denen man die Ausdehnung von Amalgam vermeiden möchte, weil die den Zahn sprengen kann, aber das dürften wohl seltene Ausnahmen sein. Jedenfalls ein schönes Beispiel, wie sinnvolle Werkstoffe und Behandlungsmethoden verteufelt werden und daher nicht mehr in Frage kommen … Ich frage mich ja, ob ein Zahnarzt mit Kassenzulassung die Behandlung mit Amalgam (eine Kassenleistung!) überhaupt grundsätzlich verweigern darf. Wenn das tatsächlich unter “Therapiefreiheit” fällt, gerät das Sachleistungsprinzip zur Farce …

Bei der Behandlung selbst gab es dann erstmal Computerprobleme beim Aufrufen des Röntgenbildes. Das lag wohl auf einem Server, der noch nicht hochgefahren war, lol … Los ging es mit einer örtlichen Betäubung. Spätestens an der Stelle hätte ich mir ja schon eine genauere Information über den Behandlungsablauf gewünscht. Und ist so eine Betäubungsspritze eigentlich komplett risikolos? Ich hab, bevor ich lauter Zeugs in den Mund gestopft bekam, zumindest noch gefragt, wie lange das eigentliche Bohren dauert – “wenige Minuten” war die Antwort. Zuerst wurde an meinen Zähnen rumpoliert, eine Metallklammer und ein Keil angebracht, und weiter poliert. Gemerkt habe ich kaum was, erst als wirklich gebohrt wurde, hab ich (am Geräusch) gemerkt, dass das vorher ja noch nicht das Bohren war … Das Bohren selbst ging auch fix – aber danach wäre auch eine Information, dass jetzt “nur noch” die Füllung reinkommt, toll gewesen … Das hat nämlich (mit mehreren Schichten Kunststoff, die jeweils einzeln gehärtet wurden), auch noch mal eine Weile gedauert. Was mich auch noch interessiert hätte, wie groß diese Füllung eigentlich ist. Gehört IMO zwingend zur Aufklärung über die Behandlung, denn es macht ja schon einen Unterschied, ob das Loch einen mm groß ist oder der halbe Zahn entfernt wird …

Fazit: Ihr Handwerk dürften die meisten Ärzte ja durchaus verstehen. Aber darin, den Patienten angemessen zu informieren und “mitzunehmen”, besteht erheblicher Nachholbedarf …

Allergologe

Nach dem die Pollenallergiesymptome dieses Jahr besonders schlimm waren, habe ich mit dazu breitschlagen lassen, es vielleicht doch einmal mit spezifischer Immuntherapie zu versuchen. Eine Broschüre der Techniker Krankenkasse behauptet zwar, dass diese Therapie bei mehr als vier allergieauslösenden Stoffen oder wenn die Allergie mehr als 5 Jahre besteht, nicht sinnvoll sei. Da sie dafür aber keinerlei Begründung nennt, ist das ja nicht unbedingt ernstzunehmen.

Der Wirkmechanismus der spezifischen Immuntherapie ist offenbar (erst) seit einigen Jahren halbwegs verstanden, da hatte ich eh schon mehr als 5 Jahre Pollenallergie. Insofern sind das eh ziemliche Witzbolde. Jedenfalls ist die Therapie nach den einschlägigen Leitlinien (PDF) offenbar als wirksam nachgewiesen. Also kann man es ja mal probieren.

Aber wo geht man damit eigentlich hin? Beim Allergologen war ich in Karlsruhe noch nicht, mit Empfehlungen ist es auch so eine Sache, und im Internet findet man gleich gar keine brauchbaren Informationen. Da ich keine große Lust hatte, mir da Gedanken zu machen, habe ich einfach den TK-TerminService genutzt. Ich bekam einen Termin zweieinhalb Wochen später, nämlich heute nachmittag.

Das Gebäude sah nicht sonderlich modern aus, nicht sonderlich gepflegter Altbau halt. Bei der Anmeldung war alles ok, und als ich ins Wartezimmer kam, saß dort nur eine Person. Nach und nach wurde das Wartezimmer aber immer voller, und ganz selten wurde jemand aufgerufen. Ich kam trotz Termin erst nach 45 Minuten dran. Meines Erachtens eine Unverschämtheit, und vor allem ein Zeichen dafür, dass dort jemand seine Praxisorganisation nicht im Griff hat.

Das Ganze war dann in 5 Minuten vorbei. Ein 10 Jahre alter Allergietest tauge eh nichts mehr, meine Nasenscheidewand sei ziemlich schief, ob ich mich da denn nicht operieren lassen wolle, und ich bräuchte dann einen neuen Termin für einen Allergietest. Die Ärztin wollte mir einen Fragebogen (zu Allergenkontakten oder so ähnlich) mitgeben lassen, aber die waren gerade aus und nicht (rechtzeitig) nachbestellt. Haben die da keinen Kopierer oder Drucker? Noch ein Zeichen für eine extrem mangelhafte Praxisorganisation.

Jetzt habe ich dort nächsten Montag wieder einen Termin, und irgendwie schon keinen Bock mehr. Vermutlich bekomme ich dann auch diesen ominösen Fragebogen und soll mir spontan Antworten aus den Fingern saugen. Falls ich dort wieder mehr als eine Viertelstunde warten müssen sollte, war es das, dann suche ich mir halt einen anderen Arzt.

Jedenfalls ist das ein guter Anlass für Fundamentalkritik am deutschen Gesundheitssystem, namentlich am Konzept der niedergelassenen Ärzte. Eine brauchbare Qualitätssicherung ist dort überhaupt nicht möglich, anständig ausgebildetes Verwaltungspersonal dürfte auch eher Glückssache sein. Mit diesem Konzept dürfte Deutschland unter den Ländern mit staatlich organisisiertem Gesundheitssystem (und nichts anderes ist unsere GKV) ziemlich allein auf weiter Flur stehen. Wie wäre es mit Polikliniken? Und wie wäre es darüber hinaus mit brauchbaren Qualitätssicherungssystemen? Stattdessen gibt es hier die “Therapiefreiheit”, also eine Lizenz zur Stümperei.

Transparenz der Krankenkassenleistungen II

Vor einigen Monaten hatte ich über eine Klarstellung des Gesundheitsministeriums berichtet: Bei der Beantragung der Auskunft nach § 305 Abs. 1 SGB V ist es nicht nötig, die behandelnden Ärzte zu nennen.

Ich hatte dann nochmal nachgefragt, wie es ist, wenn man nicht nur “bei” der Heimat-KV Leistungen in Anspruch genommen hat. Antwort des BMG: Dann sollte man zumindest die KVen benennen.

Da es in Grenzregionen der Kassenärztlichen Vereinigungen oder z. B. bei Reisen der Versicherten häufiger dazu kommen kann, dass Leistungen bei Ärztinnen oder Ärzten von zwei oder mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen von Versicherten in Anspruch genommen werden, ist davon auszugehen, dass die von Ihnen geschilderte Konstellation keinen Einzelfall darstellt.

Auch in diesem Fall ist es nach Auffassung des Bundesministeriums für Gesundheit nicht erforderlich, dass der Versicherte mit dem Auskunftsersuchen die Namen und Adressen der in Anspruch genommenen Ärztinnen und Ärzte nennen muss. Jedoch ist es aufgrund des geltenden Abrechnungsverfahrens, das die Abrechnung einer Ärztin oder eines Arztes mit der für sie oder ihn zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung vorsieht, eine Information der Krankenkasse über den Ort bzw. die Kassenärztliche Vereinigung, wo die Leistungen in Anspruch genommen wurden, notwendig. Mit dieser Angabe kann die Krankenkasse die entsprechenden Kassenärztlichen Vereinigungen gezielt anschreiben und die entsprechenden Abrechnungsunterlagen anfordern.

(Puh, das Gegendere macht den Text ganz schon umständlich. Und ob der Sachbearbeiter wohl ein Makro für “KV” in den verschiedenen Kasus und Numeri hat?)

Praktisch umsetzbar, von der Wort-für-Wort-Vereinbarkeit mit dem Gesetz bin ich noch nicht vollständig überzeugt …

Transparenz der Krankenkassenleistungen

Im letzten Sommer hatte ich § 305 Abs. 1 SGB V entdeckt, der gewissermaßen einen “Kontoauszug” für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen vorsieht:

Die Krankenkassen unterrichten die Versicherten auf deren Antrag über die im jeweils letzten Geschäftsjahr in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten. Die Kassenärztlichen und die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen übermitteln den Krankenkassen in den Fällen des Satzes 1 die Angaben über die von den Versicherten in Anspruch genommenen ärztlichen und zahnärztlichen Leistungen und deren Kosten für jeden Versicherten gesondert in einer Form, die eine Kenntnisnahme durch die Krankenkassen ausschließt. Die Krankenkassen leiten die Angaben an den Versicherten weiter. Eine Mitteilung an die Leistungserbringer über die Unterrichtung des Versicherten ist nicht zulässig. Die Krankenkassen können in ihrer Satzung das Nähere über das Verfahren der Unterrichtung regeln.

Also habe ich mich erkundigt, wie ich so einen Antrag stellen kann. Ich bekam daraufhin einen Anruf auf Handy vom zuständigen Sachbearbeiter, dass dafür die Angabe der behandelnden Ärzte nötig ist und das ganze einige Wochen dauert. Obwohl ich nicht so recht einsehe, wie dann noch die Kontrollfunktion dieser Unterrichtung gegeben sein soll, habe ich diese Angabe gemacht.

Nach dem Jahreswechsel habe ich das Gleiche für 2010 beantragt. Daraufhin kam ein Brief:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 04. Januar 2011.

Sie beantragen darin die Auskunft über die von Ihnen im Geschäftsjahr 2010 in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten.

Ihren Antrag leite ich gerne an die zuständige Kassenzahnärztliche Vereinigung (KV bzw. KZV) weiter. Von dort werden uns dann Ihre Daten im verschlossenen Umschlag zur Verfügung gestellt. Diesen Umschlag leiten wir dann ohne Kenntnisnahme des Inhaltes direkt an Sie weiter.

Damit die KV bzw. KZV Ihre Daten ermitteln kann, werden dort allerdings die Namen und Anschriften der jeweiligen Behandler benötigt. Können Sie uns diese zur Verfügung stellen?

Bitte um entsprechende Information. Vielen Dank.

Mit freundlichem Gruß


Kundenberater

Auch dieses Mal habe ich das noch mitgemacht (ein Kollege allerdings nicht – mal sehen, ob und wie schnell der seine Auskunft bekommt), mich aber zugleich beim Bundesministerium für Gesundheit erkundigt. Von dort (Referat 211) kam eine sinnvolle Antwort:

Ihre Anfrage hingegen richtete sich auf den Auskunftsanspruch nach § 305 Abs. 1 SGB V gegenüber den Krankenkassen über die von Ihnen in Anspruch genommenen Leistungen und das Mitwirken der Kassenärztlichen Vereinigungen dabei.

Nach dieser Regelung sind die Krankenkassen verpflichtet, die Versicherten auf deren Antrag über die im jeweils letzten Geschäftsjahr in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten zu informieren. Die Möglichkeit, das Nähere über diese Unterrichtung in ihrer Satzung zu regeln, haben einige Krankenkassen genutzt, um die Informationen über die Inanspruchnahme von ambulanten ärztlichen Leistungen dem Versicherten direkt von der Kassenärztlichen Vereinigung übermitteln zu lassen.

Es ist nach den gesetzlichen Regelungen nicht erforderlich, dass im Zusammenhang mit einem Auskunftsersuchen nach § 305 Abs. 1 SGB V die Benennung der im entsprechenden Zeitraum konsultierten Ärzte durch den Versicherten erfolgt. Dennoch ist es auch dem Bundesministerium für Gesundheit bekannt, dass einige Kassenärztliche Vereinigungen dieses – unter dem Hinweis auf EDV-technische Umstände- verlangen.

Da das Bundesministerium für Gesundheit in diesen Fällen aus aufsichtsrechtlichen Gründen leider keine Einflussmöglichkeiten hat, stelle ich Ihnen anheim, sich mit Ihren Anliegen, eine Auskunft über die in Anspruch genommenen Leistungen auch ohne Benennung der Leistungserbringer zu erhalten, an das zuständige Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg zu wenden.

Das hört sich ja mal positiv an. Ich schaue jetzt erstmal, wie es meinem Kollegen läuft, und dann sehe ich nächstes Jahr weiter. Was ich noch nicht verstanden habe, ist, wie das läuft, falls man auch bei einem Arzt im Bezirk einer “fremden” KV in Behandlung war …

Privatpatient

Zur bin ich privat krankenversichert (dazu, wie es dazu kam, und wie verdammt umständlich das war, vielleicht später mehr). Jedenfalls habe ich mich im Mai das zweite Mal gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Vor ein paar Tagen kam dann die Rechnung: 9,32 €. Berechnet wurden die Ziffern 1 und 375 GOÄ, jeweils mit Faktor 1,00. Huch? Was ist denn da passiert? Der Impfstoff allerdings ist unverschämt teuer …

Wucherpreise

Bei einer Online-Apotheke habe ich schon zweimal je 100 Stück Cetirizin Filmtabletten zu je 8,47 € (also 8,47 Cent pro Tablette) bestellt. Leider dauert das natürlich mal wieder länger als gedacht (heute abend wurden sie versandt), so daß ich mir heute in der Apotheke vor Ort was zur Überbrückung holen mußte: 7 Stück für “nur” 2,99 € – das sind 42,7 Cent pro Tablette, also das fünffache!

Daß es etwas teurer ist, wenn die alles auf Lager haben müssen etc. (wobei Cetirizin ein ziemliches Standardmedikament ist), ist klar. Aber das grenzt nun wirklich schon an Wucher.

Hepatitis-Impfung

Heute wollte ich mir noch schnell eine Hepatitis-A-Impfung machen lassen, die dann ggf. als Satzungsleistung der TK privat abgerechnet worden wäre. (Hintergrund ist ein möglicher baldiger Wechsel in meiner Krankenversicherung, darüber mehr, wenn das Ganze abgeschlossen ist – jedenfalls wollte ich vorher noch alles an Vorsorgeleistungen mitnehmen, was möglich ist).

Und was erfahre ich da? Inzwischen werden Hepatitis A/B von der Kasse bezahlt, also anscheinend von der StIKo für Deutschland ohne zusätzliche Indikationen empfohlen. Woran das wohl liegen mag?