Veraltete Zahlungsmittel

Vor knapp zwei Wochen hatte ich mein ZEIT-Abo gekündigt, jetzt melden die sich endlich mal und schicken mir eine merkwürdige “Zahlungsanweisung zur Verrechnung”. Was soll so ein Schwachsinn? Das kostet doch nur die und mich unnötig Zeit und Geld …

Hab denen erstmal ‘ne eMail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

schon mit Brief vom 28. Oktober (siehe PDF in der Anlage) hatte ich
mein ZEIT-Abo [...] gekündigt. Darauf erhielt ich von Ihnen
zuerst gar keine Reaktion, so daß ich schon dachte, das Schreiben wäre
verlorengegangen.

Gestern bekam ich dann über das verbleibende Guthaben eine
“Zahlungsanweisung zur Verrechnung” der Postbank. Ich weiß nicht, was
ich damit soll, und wie man auf die Idee kommt, im Jahre 2004 noch
Schecks oder vergleichbare veraltete Zahlungsmittel durch die Gegend
zu schicken, zumal über Kleckerbeträge wie 15,75 €. Es gibt nämlich
durchaus Leute, die keine Filialbank vor Ort haben, bei der sie so
etwas einreichen können. In meinem Kündigungsschreiben hatte ich
übrigens um Überweisung gebeten (und die Kontonummer nicht
vergessen!). Bei anderen Unternehmen klappt sowas auch. Aber falls ich
nochmal die ZEIT abonnieren sollte, werde ich daran denken, daß Sie
Schecks bevorzugen und entsprechend damit bezahlen …

Interessant wäre auch eine Information gewesen, mit welcher Ausgabe
der Bezug denn nun endet, auf der Zahlungsanweisung steht das nämlich
nicht drauf.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Müller

UPDATE 15. November: Jetzt haben sie geantwortet:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Die Einstellung des Abonnements haben wir zur Ausgabe 48/04 vorgenommen. Eine schriftliche Bestätigung hierüber ist Ihnen am 05.11.04 zugeschickt worden.

Die Auszahlung haben wir per Scheck vorgenommen, da uns keine Bankverbindung vorlag.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Natürlich stand die Bankverbindung in meinem Brief – und zwar ganz normal im Seitenfuß. Der Hinweis “unten angegebene” im Text sollte da eigentlich ausreichen …

Nur Trottel …

… um einen herum.

Es fing damit an, daß ich um 23:00 meine Wäsche in die Maschine packen wollte. Ich gehe ins Treppenhaus – beide Knöpfe vom Aufzug gedrückt, kein Aufzug zu hören. Mein erster Gedanke: Irgendein Asozialer blockiert ihn wieder – also mal gegen die Tür geklopft. Nix …

OK, lauf ich halt (mit Wäschekorb). Ich also runter – beide Maschinen belegt. OK, Korb hingestellt, erstmal wieder hoch. Der Aufzug tat übrigens immer noch nicht, scheint also tatsächlich kaputt zu sein.

Nach 30 Minuten wieder runter – beide Maschinen sind fertig. Eine leergeräumt – jemand meinte mal wieder, für ein Kilo Wäsche eine Maschine anschmeißen zu müssen – Socken und Pullover (die waren in der anderen Maschine) zusammen, das geht doch nicht, hat schließlich Mama schon so beigebracht.

Ich packe also meine Wäsche in die Maschine. Als ich dann den Weichspüler einfüllen will, sehe ich, daß das Weichspülerfach voll von irgendwelchen Mega-, Giga- oder sonstwas-Perls ist und das Wasser drin steht, weil die natürlich verklumpt sind und alles verstopft haben. OK, packe ich meine Wäsche halt in die andere Maschine – da allerdings sieht es genauso aus.

Klug und messerscharf geschlossen: Der Trottel, der von Mama gelernt hat, daß man Socken und Pullover nicht zusammen waschen darf, war’s. Vielleicht hätte Mama ihm auch beibringen sollen, daß das Waschmittel nicht ins Weichspülerfach gehört.

Hochgelaufen, folgenden Zettel

Könntest Du Dir bei Gelegenheit vielleicht mal Gedanken machen, wozu das Weichspülerfach da ist?

Kleiner Tipp: Ganz bestimmt nicht, um irgendein Megaperls-Waschmittel einzufüllen, das dann alles verklumpt.

Jens, S405

geschrieben und bei $Trottel in den Wäschekorb gelegt.

Ansonsten geht in diesem Haus auch alles den Bach runter: Seit ‘ner Woche ist die Eingangstür dauer-auf, und seit Sonntag geht in der Küche das warme Wasser nicht. Naja, wen wundert das noch, daß es dem Studentenwerk ziemlich egal ist …

Spieglein, Spieglein hier im Land …

Am Montag berichtete der Spiegel auf Seite 60 über Sonderschullehrer Büsing und seinen Kampf gegen ein Fugen-s in der Präambel des Grundgesetzes.

Formulierungen wie

Der Sorgfalt des Pädagogen ist es zu verdanken, dass nun auch ein Text von allgemeinerem Interesse korrigiert werden muss:

die einseitig Partei beziehen, beweisen wieder einmal die hohe journalistische Qualität dieses Blattes. Eigene Recherche hat der Spiegel übrigens nicht betrieben, auch ein gründliches fact checking hielt man nicht für nötig, wie man an folgendem Beispiel erkennen kann:

ein eifriger Ministerialbeamter hatte gar herausgefunden, dass “der Parlamentarische Rat, vergleiche Stenobericht, Seite 238 (Schlussabstimmung) der 10. Sitzung des Plenums” am 8. Mai 1949, die – korrekte – Formulierung “verfassunggebend” gewählt habe. Erst bei der Verkündung wenige Tage später sei, warum auch immer, das falsche “s” dazugekommen.

Dieser Teilsatz kommt vordergründig als Zitat des BMI daher, auf subtilere Weise erweckt er den Eindruck, die Formulierung “verfassungsgebend” sei falsch, und verkennt, daß das – beabsichtigte – “s” bei der Verkündung wieder aufgetaucht war.

So sind die Tatsachenbehauptungen in dem Artikel zwar nicht falsch (die zitierten Quellen haben es ja tatsächlich so gesagt oder geschrieben), insgesamt entsteht aber ein vollkommen falsches Bild.

Sehr interessant ist bei der Gelegenheit auch, was die Wikipedia so über den Spiegel zu sagen hat:

1956/57, rund zehn Jahre nach der Gründung des Spiegel, verfaßte Hans Magnus Enzensberger seine Analyse Die Sprache des Spiegel, in der er eine Reihe von Thesen aufstellte: Die Sprache des Spiegel verdunkele, wovon sie spreche, das deutsche Nachrichtenmagazin sei keins, der Spiegel übe nicht Kritik, sondern deren Surrogat, der Leser des Spiegel werde nicht orientiert, sondern desorientiert, und der Spiegel sei unentbehrlich, solange es in der Bundesrepublik kein kritisches Organ gebe, das ihn ersetzen könne. Diese kritische Einstellung revidiert Enzensberger auch nach der Spiegel-Affäre nicht; er sieht das Magazin weiterhin als latentes Gefahrenpotential für die deutsche Demokratie.

Simulanten bei ARD und ZDF

Schon nach der Wahl in Sachsen und Thüringen konnte man sich nur an den Kopf fassen, auf welch stümperhafte Art und Weise ARD und ZDF mit den NPD-Demagogen umgegangen sind.

Statt die undemokratischen Umtriebe dieser Neonazis wirklich zu entlarven, übt man sich selbst in undemokratischer Gesprächskultur und ansonsten in Diskursverweigerung oder plumper Polemik.

Die Methode von Phoenix, einen etwas längeren Redenausschnitt einfach unkommentiert zu senden, ist allerdings wohl wirklich nur auf diesem Sender möglich, auf den sich der gemeinde Bild-Leser eher selten verirren dürfte.

Die Medien haben offenbar zu viel Angst vor dem Feuer, um hier inhaltlich zu argumentieren. Stattdessen versucht man mit besonders polterndem Fragen, kritischen Journalismus zu simulieren (Zeit).

Super. Wozu bezahlen wir nochmal Rundfunkgebühren?

Laßt mich nicht erfrieren …

Seit zwei Tagen versuche ich, meine Heizung zum Laufen zu kriegen.

Erste Idee: Luft im Heizkörper. Eine Entlüftungsschraube gibt es aber nicht, zumal ich eh keinen passenden Schlüssel gehabt hätte.

Also einfach mal wild rumprobieren … Nach ungefähr zehnmaligem Hin- und herdrehen des Temperaturreglers machte es plötzlich hörbar *knack*, das Ventil war offen, und der Heizkörper wurde warm.

Ich muß also nicht erfrieren.

Was ist eigentlich Rekursion?

Auf der Website der SZ kann man einen interessanten Effekt beobachten: Eine wunderschöne Endlosweiterleitung über immer wieder gleiche drei Adressen.

So ein Murks sollte im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr existieren, selbst wenn ich eine eminent wichtige Funktion zu aktivieren vergessen haben sollte.

Achja: So eine URL druckt die Süddeutsche natürlich auch in Anzeigen für ihre ePaper-Ausgabe.

MSN: Mozilla muß draußen bleiben

Wo käme man denn da hin, wenn jeder mit Mozilla seine Website bei MSN Search eintragen könnte?

Mit Mozilla bekommt man dann diese Meldung:

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Dibadibadooo

Letzte Woche hatte ich meinen Internetbanking-Zugang bei der Diba unbrauchbar gemacht, weil ich versäumt hatte, von der alten TAN-Liste eine TAN zur Aktivierung der neuen Liste aufzusparen. Nicht, daß das auf der Liste selbst irgendwo stehen würde …

Und was merke ich gerade eben? Die neue TAN-Liste läßt sich auch ganz einfach über Telebanking aktivieren … Steht auch nirgendwo …