Stand der Technik oder bleeding edge?

An der Fakultät für Informatik des KIT ist ein Vortrag zum Thema “How Do Professional Developers Comprehend Software?” angekündigt. Insgesamt möchte ich das gar nicht beurteilen, aber über einen Satz bin ich gestolpert:

Overall, our results show a gap between program comprehension research and practice as we did not observe any use of state of the art comprehension tools and developers seem to be unaware of them.

Das offenbart ein sehr merkwürdiges Verständnis des Begriffes “Stand der Technik”. Wenn niemand das einsetzt und niemand das kennt, ist es offenbar nicht Stand der Technik. Über die Gründe kann man spekulieren. Vermutlich ist das Zeugs, an dem der Vortragende vermutlich forscht und das er nun zum Stand der Technik erklären möchte, dafür einfach noch nicht ausgereift genug, und wird es möglicherweise auch nie sein. Im besten Falle könnte man es dann als bleeding edge bezeichnen, im schlechtesten Fall geht es, wie so oft bei akademischen Lösungen, an den eigentlichen Problemen in der Praxis meilenweit vorbei.

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