Entwicklungs-Mozilla vom Produktiv-Mozilla trennen

(UPDATE unten)

Ich wollte mal wieder einen Mozilla (in diesem Fall: Thunderbird) bauen, um damit ein wenig rumzuspielen.

Im Prinzip ist das relativ unkompliziert. Die entsprechende Seite im MDN findet man allerdings nur, wenn man weiß, dass es so etwas doch wohl geben muss (MDN-Startseite > Themen – Mozilla > über Mozilla Entwickler-Guide ins Entwicklerhandbuch > “Mit dem Mozilla Quellcode arbeiten”. Dort ist dann gleich der erste Link nicht verfügbar. Also auf Englisch umstellen. Unter “Getting the code from the Mercurial repository” findet man die ausführliche Build-Anleitung schonmal nicht. Über “Bugs for Newcomers” bin ich dann hierhin gelangt. Dort ist dann schließlich ein Link auf “Simple Thunderbird build”. Gut strukturiert geht anders.) Wenn man das gefunden hat, kann man den Code auschecken (ich habe comm-beta genommen und den Code dann lokal gleich in ein Git-Repository gepackt) und die Build-Optionen setzen:

Meine .mozconfig sieht so aus:

ac_add_options --enable-debug
mk_add_options MOZ_MAKE_FLAGS="-j4"
ac_add_options --enable-application=mail
ac_add_options --enable-trace-malloc

ac_add_options --enable-calendar

Dann wollte ich aber endlich mal (bzw. mal wieder, ich hatte in die Richtung schonmal recherchiert) das Problem lösen, dass der Development-Build natürlich ein anderes Profilverzeichnis als das produktive ~/.thunderbird nutzen soll, und sich auch problemlos gleichzeitig mit der Produktivversion starten lassen soll. Mozillen sind da leider etwas eigen … Der Channel #maildev auf irc.mozilla.org war leider wenig hilfreich: Ich solle doch einfach ein weiteres Profil (im gleichen Profilverzeichnis) anlegen und mit --no-remote starten. Ja toll, dann muss ich IIRC die Produktivversion aber ebenfalls mit --no-remote starten und das Profil explizit auswählen. Eine kurze Suche brachte zutage, dass bei Debian die Profile unter ~/.mozilla-thunderbird liegen. Also habe ich dort ins Source-Archiv reingeschaut und herausgefunden, dass das Profilverzeichnis normalerweise aus dem Anwendungsnamen ermittelt wird und die entsprechenden Variablen in application.ini gesetzt werden. Ich habe dann einfach in mail/app/application.ini eine Minimal-Änderung vorgenommen:

@@ -4,7 +4,7 @@

#filter substitution
[App]
-Name=Thunderbird
+Name=ThunderbirdDev
Version=@APP_VERSION@
BuildID=@GRE_BUILDID@
#ifdef MOZ_SOURCE_REPO

Am Namen des Executables hat das zwar nichts geändert, und am Fenstertitel auch nicht. Aber der gebaute Thunderbird lässt sich jetzt problemlos gleichzeitig mit dem “normalen” starten und schreibt seine Config nach ~/.thunderbirddev. Die Feinheiten des Build Engineerings sind mir ja ansonsten ziemlich egal.

UPDATE: Die gerade genannten Änderungen haben ab September 2013 plötzlich nicht mehr geholfen. Stattdessen (bzw. zusätzlich) habe ich nun die Einträge in mail/confvars.sh geändert.

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