Mit der Bahn nach London

Heute bin ich mit der Bahn von Karlsruhe nach London gefahren. Im Prinzip klappt das auch ganz gut, aber ein paar Kleinigkeiten nerven dann doch:

  • Die ganze Reise hat 8:05h gedauert. Das ist schon ziemlich lange. Ich habe beim Suchen auch mal Verbindungen von gut 6 Stunden gefunden (oder bilde ich mir das ein?), aber ich glaube, das war am Wochenende. Hauptgrund für die lange Reise war wohl der Aufenthalt von 12:34 bis 15:13 in Paris. Muß das sein? Nun, zunächst einmal plant bahn.de 55 Minuten für den Übergang von Paris Est nach Paris Nord ein. Das ist vielleicht wirklich etwas übertrieben. Aber: Eurostars von Paris nach London fahren um 13:04 Uhr, 15:13 Uhr und 16:13 Uhr. OK, die halbe Stunde ist vielleicht tatsächlich etwas knapp, und wäre insbesondere kein offizieller Anschluß – aber warum ist a) die Abfahrtsminute eine andere und b) eine Lücke von mehr als zwei Stunden? Einen Zug um 13:13 sollte man eigentlich erreichen können, und damit wären es dann tatsächlich 6:05 h.
  • Der TGV hat an den meisten Plätzen keinen Stromanschluß. Doof. Zwar hatte er in meinem Wagen einen Bereich mit Steckdosen – aber die waren nicht in Betrieb.
  • TGV und Eurostar sind sehr eng bestuhlt, deutlich schlimmer als bei den (auch den neueren) ICEs der Deutschen Bahn. Und die Sitzreihen passen nicht zu den Fenstern, aber das kennt man ja auch von der DB.
  • TGV und Eurostar haben nur eine Tür pro Wagen. OK, ist bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen nicht so tragisch, aber das ist schon ein Engpaß. Die Schlange beim Aussteigen schafft so eine Flugzeug-Atmosphäre …
  • Das Check-In-System beim Eurostar ist irgendwie albern … Da drängeln sich die Passagiere eines kompletten Zuges über zwei Laufsteige auf den Bahnsteig. OK, immerhin für das eigentliche Einsteigen gibt es dann eine ganze Tür pro Wagen.
  • Anscheinend im gesamten Gare du Nord muß man sein Gepäck mit Namen kennzeichnen. Wohlgemerkt das Gepäck, daß man selbst in den Zug schleppt. WTF?
  • Der TGV auf der Strecke Straßburg-Paris schaukelt oftmals ziemlich. In den (häufigen) Kurven wirken außerdem starke Fliehkräfte – Kurvenüberhöhung und Geschwindigkeit passen also nicht so recht zusammen. in Deutschland ist mir das in dem Ausmaß noch nicht aufgefallen.

An einigen Punkten könnnte man (mehr oder weniger leicht) durchaus etwas machen. Die schlechten Anschlüsse würden sich zB erledigen, wenn die Deutsche Bahn direkt mit ICEs nach London durchfährt, die negativen Eigenschaften der französischen Züge auch.

5 thoughts on “Mit der Bahn nach London

  1. witzig habe vor kurzem auch mal geschaut wie man mit der Bahn nach London kommt. Also das mit der Bestuhlung im TGV ist mir damals (so 1998 ?) auch aufgefallen irgendwie schon ziemlich eng. Die Franzosen sind da nicht so anspruchsvoll dafür gibts bestimmt besseres Bordrestaurant ;-) . Also der ICE hat dort deutlich mehr Komfort und mittlerweile auch viele Steckdosen. Gestern auf der Fahrt nach Hamburg ist mir das sehr entgegengekommen.
    Ich warte auch drauf das es endlich ein europäisches gut ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz gibt mit mindestens 3-4 Bahnfirmen (SCNF, Deutsche Bahn usw.) damit die Preise auch im Rahmen bleiben.

    Gruss,
    Oliver

    P.S. Sag mal wie viel du bezahlt hast?

  2. Bedenken wegen des damals noch sehr winterlichen Wetters. Zurück geht es mit Ryanair. Aber wie gesagt, eigentlich ist Bahn ja keine schlechte Idee. Nur die Umsetzung ist in diesem Fall bescheiden.

  3. Habe mir schon Gedanken gemacht wegen London nach Stuttgart (wohne dauerhaft in London, doch meine Eltern bei Stuttgart) wegen Ryanair von Baden-Karlsruhe: habe schlechte Erfahrung gemacht: flog mit Germanwings nach Stuttgart und nach Aufenthalt im Schwarzwald, zurueck mit Ryanair. Gepaeckexcess 100 Euro fuer 8kg – gleiches Gewicht wie Anflug Germanwings. Gezogener schluss: Germanwings ist guenstiger, selbst wenn man 15 Euro Multifahrschein fuer Bahnfahrt nach Stuttgart bedenkt.

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