Nominatim
Als ich gerade auf Openstreetmap.org war, habe ich gemerkt, daß dort jetzt ein neuer Geocoder im Einsatz ist, der offenbar deutlich besser funktioniert (und auch schneller reagiert, aber das muß ja nichts mit der Software zu tun haben) als der alte. Reverse-Geocoding kann er auch. Das macht für viele Usecases Google Maps überflüssig. Well done, Nominatim.
Houses of Parliament
Heute um 7 p.m. sind wir in der City of Westminster losgezogen, um etwas zu essen und vorher noch einige Kleinigkeit zu trinken. Tom hatte dann die geniale Idee, das britische Parlament zu besuchen.
Das ganze geht ohne Voranmeldung. Sicherheitsschleusen sind natürlich zu passieren, aber es gibt keine längeren Schlangen. Ein Ausweis muß nicht vorgezeigt werden, auf dem Besucherausweis ist nur ein Foto und das Datum (und ein Strichcode).
Man kann dann durch verschiedene öffentliche Bereiche der Gebäude laufen und die Sitzungen der Commons und der Lords von der Besuchertribüne anschauen. Dafür muß man eine Erklärung unterschreiben (mit Adresse), daß man sich ordentlich benimmt.
Den Abgeordneten ist man insoweit gleichgestellt, daß diese auch keine bequemeren Bänke als die Zuschauer haben. Insbesondere gibt es keine Tische oder gar das, was man bei uns als "parlamentarische Bestuhlung" bezeichnen würde ... Bei den Commons gab es übrigens eine Glasscheibe vor der Zuschauertribüne, bei den Lords nicht. Bei den Lords viel sehr auf, daß das offenbar keine Berufspolitiker sind. Die erste Sprecherin dort hat ihren Redetext abgelesen.
Beide Kammern waren vergleichsweise leer, aber eine Debatte fand um ca. 19:30 Uhr noch statt. "Voll" werden beide Kammern wohl leicht: Im House of Commons ist nur (Sitz-)Platz von 400-500 von gut 600 Abgeordneten ...
Zu den Themen:
In den Commons ging es um den Constitutional Reform and Governance Bill (offenbar eine Art Lissabon-Begleitgesetz) bzw. Änderungsanträge dazu. Infos u.a. im Protokoll (PDF, ab Seite 45). An den dort aufgeführten Keith Vaz kann ich mich erinnern, allerdings gehen die Debatten doch ziemlich durcheinander ... Immerhin wird aber wohl ein Änderungsantrag nach dem anderen abgearbeitet und dann abgestimmt. Im Bundestag werden ja Gesetzesvorlagen und Änderungsanträge dazu meines Wissens immer gemeinsam beraten.
Im House of Lord war eher ein Spezialthema dran: eine Kurzdebatte zum Thema "NHS: Staff Qualifications". Infos dazu wieder im Protokoll (PDF, ab PDF-Seite 43). Die Sprecherin des House of Lords hat übrigens ein sehr nettes Sofa, hat etwas Orientalisches ... Das Sitzen darauf dürfte aber eher anstrengend sein.
Mit der Bahn nach London
Heute bin ich mit der Bahn von Karlsruhe nach London gefahren. Im Prinzip klappt das auch ganz gut, aber ein paar Kleinigkeiten nerven dann doch:
- Die ganze Reise hat 8:05h gedauert. Das ist schon ziemlich lange. Ich habe beim Suchen auch mal Verbindungen von gut 6 Stunden gefunden (oder bilde ich mir das ein?), aber ich glaube, das war am Wochenende. Hauptgrund für die lange Reise war wohl der Aufenthalt von 12:34 bis 15:13 in Paris. Muß das sein? Nun, zunächst einmal plant bahn.de 55 Minuten für den Übergang von Paris Est nach Paris Nord ein. Das ist vielleicht wirklich etwas übertrieben. Aber: Eurostars von Paris nach London fahren um 13:04 Uhr, 15:13 Uhr und 16:13 Uhr. OK, die halbe Stunde ist vielleicht tatsächlich etwas knapp, und wäre insbesondere kein offizieller Anschluß - aber warum ist a) die Abfahrtsminute eine andere und b) eine Lücke von mehr als zwei Stunden? Einen Zug um 13:13 sollte man eigentlich erreichen können, und damit wären es dann tatsächlich 6:05 h.
- Der TGV hat an den meisten Plätzen keinen Stromanschluß. Doof. Zwar hatte er in meinem Wagen einen Bereich mit Steckdosen - aber die waren nicht in Betrieb.
- TGV und Eurostar sind sehr eng bestuhlt, deutlich schlimmer als bei den (auch den neueren) ICEs der Deutschen Bahn. Und die Sitzreihen passen nicht zu den Fenstern, aber das kennt man ja auch von der DB.
- TGV und Eurostar haben nur eine Tür pro Wagen. OK, ist bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen nicht so tragisch, aber das ist schon ein Engpaß. Die Schlange beim Aussteigen schafft so eine Flugzeug-Atmosphäre ...
- Das Check-In-System beim Eurostar ist irgendwie albern ... Da drängeln sich die Passagiere eines kompletten Zuges über zwei Laufsteige auf den Bahnsteig. OK, immerhin für das eigentliche Einsteigen gibt es dann eine ganze Tür pro Wagen.
- Anscheinend im gesamten Gare du Nord muß man sein Gepäck mit Namen kennzeichnen. Wohlgemerkt das Gepäck, daß man selbst in den Zug schleppt. WTF?
- Der TGV auf der Strecke Straßburg-Paris schaukelt oftmals ziemlich. In den (häufigen) Kurven wirken außerdem starke Fliehkräfte - Kurvenüberhöhung und Geschwindigkeit passen also nicht so recht zusammen. in Deutschland ist mir das in dem Ausmaß noch nicht aufgefallen.
An einigen Punkten könnnte man (mehr oder weniger leicht) durchaus etwas machen. Die schlechten Anschlüsse würden sich zB erledigen, wenn die Deutsche Bahn direkt mit ICEs nach London durchfährt, die negativen Eigenschaften der französischen Züge auch.
SPD Ettlingen zur Radwegbenutzungspflicht
Über das Urteil gegen Ettlingen hatten auch die Badischen Neuesten Nachrichten im Ettlinger Lokalteil berichtet. Darauf bezieht sich nun ein Artikel der SPD-Fraktion im Ettlinger Amtsblatt (PDF).
Meine Erwiderung, die ich dem Herrn Asché per E-Mail geschickt habe:
Sehr geehrter Herr Asché,
ich habe Ihren Artikel für die SPD-Fraktion im Amtsblatt der Stadt Ettlingen gelesen, in dem sie auch auf das Gerichtsverfahren um die Radverkehrsführung im Kreisverkehr in der Durlacher Straße eingehen.
Da ich der dort als egoistisch und kinderfeindlich dargestellte Kläger bin, möchte ich einige Mißverständnisse aufklären, die bei Ihnen offenbar vorliegen:
- Sie schreiben, ich "wollte" die Verkehrsführung gerichtlich ändern lassen. Das ist nicht ganz zutreffend: Die Stadt Ettlingen wurde auch tatsächlich verurteilt, die Radwegbenutzungspflicht aufzuheben.
- Weiter schreiben Sie, der Gemeinderat habe sich bewußt für die bisherige Lösung entschieden. Sie ignorieren dabei, daß der Gemeinderat hier keinerlei Mitspracherecht hat. Über Verkehrsbeschränkungen entscheidet wie über andere Maßnahmen der Gefahrenabwehr die Verwaltung alleine. Es handelt sich nicht um politische Entscheidungen, über die irgendwelche Gremien nach Mehrheit zu befinden hätten. Was der Gemeinderat damals für politische Wünsche hatte, ist also schlicht irrelevant.
- Wie das Gericht eindeutig entschieden hat, war die Verkehrsregelung (sogar offensichtlich) rechtswidrig, unabhängig davon, wer sie beschlossen hat.
- Warum die neue Regelung für "die Kinder" schlechter sein soll, ist mir absolut schleierhaft. Ich gehe davon aus, daß Radfahrer auch weiterhin die Radwege benutzen dürfen -- nur dazu gezwungen werden sie eben nicht mehr. Die Kinder dürfen also weiter so fahren, wie es der Gemeinderat als sicher ansieht.
- Sie bezeichnen mein Vorgehen gegen die Radwegbenutzungspflicht als egoistisch. Das Gegenteil ist der Fall. Mir geht es um Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und eine angemessene Berücksichtigung eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel.
Ich gehe im übrigen davon aus, daß Sie das Urteil nachgelesen haben, bevor Sie Ihren Artikel geschrieben haben. Falls nicht, können Sie das unter [Link aufs PDF des Urteils] tun.
Mit freundlichen Grüßen
Jens Müller
Maulkorb für Westerwelle?
Wie unter anderem die SZ berichtet, dürfen Journalisten auf der Pressekonferenz von Außenminister Guido Westerwelle und seinem chinesischen Kollegen nur Erklärungen anhören, aber keine Fragen stellen.
Dabei sollte die Lösung doch ganz einfach sein: Westerwelle könnte die Fortsetzung der Pressekonferenz mit Fragestunde einfach in die deutsche Botschaft verlegen ...
IPTV bei Alice
Durch eine IRC-Diskussion gestern veranlaßt habe ich mir die Tarife von KabelBW angeschaut. Schnell wurde mir klar, daß das für einen Internetanschluß keine Alternative ist: Die Internet&Telefon-Flatrate ist zwar günstig zu haben - Voraussetzung ist aber ein Kabelanschluß, der 16,95 € im Monat kostet.
Dabei fiel mir aber wieder ein, daß wir einen suboptimalen Alttarif von Alice haben. Also habe ich mich dort umgeschaut. Im Kundenbereich stellte ich dann fest, daß ich (angeblich) bereits öffentlich-rechtliche Programme per IPTV empfangen kann. Das Ganze läuft über DVB-IPTV (via Multicast), der Empfang ist sogar mit dem PC möglich (vgl. ARD Digital, Alice). Also habe ich gleich mal versucht, den Router multicast-tauglich zu machen. Nunja, ganz so einfach ist es dann leider doch nicht: Das DSL-Modem muß das unterstützen. Ich könnte mir nun entweder selbst ein passendes Modem besorgen, oder aber ich steige auf einen Alice-Tarif um, der TV enthält.
Ich habe mich für letzteres entschieden. Alice fun flat mit Analoganschluß, darin für 6 Monate kostenfrei auch private Sender enthalten. Das Modem sollte ich wohl dazubekommen, eine Set-Top-Box muß ich kaufen. Ich muß sagen, diese Leistungen sind echt fair, das gefällt!
Freisprecheinrichtung und Sipgate
Ich besitze ein VoIP-Telefon (Allnet ALL7960) mit Freisprecheinrichtung, das ich über Sipgate betreibe. Eigentlich klappt die wunderbar, klarer Ton, kein Echo. Das tat sie bis vor kurzem auch bei den Telefonkonferenzen des Bundesschiedsgerichts der Piratenpartei, die über talkyoo stattfinden. Seit Dezember 2009 klappt das aber nicht mehr - ich glaube, seit jemand sich dort über Skype einwählt.
Weiß jemand, woran das liegen könnte? Der erste Ansatzpunkt wäre halt Skype. Wer müßte Echofilter schalten und tut das nicht? Warum tritt das Problem gerade mit Skype auf?
Ich finde es irgendwie äußerst unbefriedigend, eine Freisprechanlage zu haben und sie dann nicht benutzen zu können ...
Filme aus Taiwan
Vor einiger Zeit habe ich Cape No. 7 (Rezension) bestellt und mehrmals geguckt. Diese Wertung:
The film has some entertaining and funny moments, but it fails to maintain a consistent quality throughout.
mag zwar durchaus zutreffen, aber trotzdem ist der Film eigentlich ziemlich unterhaltsam.
Angeregt durch einen Rückblick auf das taiwanische Kinojahr 2009 von David habe ich mal wieder Ausschau nach Filmen aus Taiwan gehalten. Als Grundlage diente mir dabei Davids Rückblick auf 2008.
Folgende Filme habe ich mir letztendlich bestellt:
Bestellt habe ich sie letztendlich bei YESASIA: Orz Boyz, Winds of September, Parking. YESASIA sitzt in Hongkong und die Preise sind in der Regel incl. internationalem Versand - mal sehen, wie das klappt.
Dabei sind auch einge Region-3-DVDs. Die abzuspielen, könnte noch etwas kompliziert werden. Anläßlich dieser Bestellung ist mir erst wieder bewußt geworden, was für eine riesige Unverschämtheit dieses Regionalcode-Gedöns ist ... Die DVD von Cape No. 7 war zum Glück für alle Regionen geeignet. Es ist hier ja auch nicht so, das verschiedene Distributoren ihre Verkaufsregionen abgrenzen müßten - die obigen DVDs sind hierzukontinent überhaupt nicht zu bekommen ... Meine Forderung: Erste Stufe: Verbot regionaler Abspielbeschränkungen. Zweite Stufe: WTO-weite Erschöpfung des urheberrechtlichen Verbreitungsrechts. Man kann nicht einerseits von freiem Welthandel reden und dann nicht nur den Wettbewerb, sondern auch den Austausch von Kulturgütern so dermaßen behindern.
Eigentlich wollte ich ja auch noch 1895 in Formosa haben, aber da konnte ich nur das hier finden: "This video product does not have English audio or subtitles." - das ist dann für mich leider doch nur von sehr eingeschränktem Nutzen ... Falls jemand eine Version mit englischen Untertiteln findet: Bitte Bescheid sagen!
Nasse Wäsche
Seit einiger Zeit beobachte ich das Problem, daß die Wäsche noch ziemlich naß ist, wenn ich sie aus unserer Waschmaschine (einer Durabrand DWM 1000) entnehme. Das passiert eigentlich nur, wenn die Waschmaschine etwas voller (aber eigentlich nicht überfüllt, da achte ich schon drauf) ist. Ich hatte den Tipp bekommen, daß das an einem verstopften Flusensieb liegen könnte, weswegen die Maschine nicht richtig abpumpen kann. Also habe ich heute unter erheblicher Schweinerei mal das Flusensieb herausgenommen. Flusen waren allerdings keine drin, nur ein bißchen Schmodder (den ich natürlich entfernt habe). Irgendwelche Ideen, was es sonst sein könnte? Gerade läuft wieder die Maschine wieder, mal sehen, wie es diesmal wird ...