Beißreflex

Der Verkehrsminister von NRW, Oliver Wittke, ist zu schnell gefahren und mußte seinen Lappen für acht Wochen abgeben. So weit, so unschön. Die diesbezügliche Kritik der Opposition ist ja auch berechtigt: Wer besoffen Auto fährt oder rast, ist als Verkehrsminister, wer Steuern hinterzieht, ist als Finanzminister, wer Rundfunkgebühren hinterzieht, ist als Kulturminister nicht unbedingt optimal geeignet.

Aber dem Herrn Bodo Wißen (SPD) ist sein Beißreflex dann doch irgendwie gehörig durchgegangen:

Er verwies darauf, dass der Minister auch sonst seine Vorbildfunktion nicht ernst nehme. “Der NRW- Verkehrsminister bekennt offen, dass er bewusst keinen Fahrradhelm trägt, selbst wenn er mit seinen Kindern unterwegs ist”, kritisierte Wißen.

Wer ein nicht nur sozialadäquates, sondern durchaus vorbildliches Verhalten (der Minister zeigt so schließlich, daß Radfahren entgegen der allgemeinen Hysterie in Politik und Medien, vermutlich auch von Leuten wie Herrn Wißen, keine gefährliche Tätigkeit ist) als Nichternstnehmen einer Vorbildfunktion kritisiert, hat es bestenfalls übertrieben und schlimmstenfalls schwer einen an der Waffel.

6 thoughts on “Beißreflex

  1. Nun sind ja aber zwei Monate Fahrverbot geradezu ein Witz, immerhin hat der liebe Verkehrsminister die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als das Doppelte überschritten. Aber was soll man von einem Minister halten, der während einer Debatte im Landtag mit anderen Volksvertretern Fußball-Abziehbildchen tauscht?

  2. Unverantwortlich! Er darf ja gerne auf einen Helm verzichten, dies ist ein freies Land, aber das muß er ja wirklich nicht rausposaunen. Kinder könnten das nachahmen und sterben.

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