McDrive

Neulich lagen hier im McDonald’s Coupons aus. Die attraktivsten (2 Bigmäcs zum Preis von einem) sollten allerdings nur für den McDrive gelten.

Also habe ich mal bei McDonald’s angefragt, ob man auch mit dem Fahrrad durch den McDrive fahren kann, oder ob hier Kunden, die ihren McDonald’s mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln besuchen, diskriminiert werden sollen.

Die Antwort war erfreulich:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 10.11.2008.

McDonald’s ist stets bemüht seinen Gästen qualitativ gute Produkte, einen freundlichen und schnellen Service in angenehmer Atmosphäre zu bieten. Zufriedenheit unserer Gäste ist eines unserer vorrangigsten Ziele.

Gern teilen wir Ihnen mit, dass wir unseren Gästen über den McDrive eine schnelle Möglichkeit des Verzehrs von McDonald´s Produkten anbieten möchten. Hierbei ist es völlig unerheblich, ob es sich um ein motorisiertes oder unmotorisiertes Fahrzeug handelt.

Wir hoffen, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleiben

mit besten Grüßen aus München
McDonald’s Deutschland Inc.

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Customer Service

Zugverspätung

3:08 Stunden Verspätung – das schafft eine Eisenbahnverwaltung nicht alleine. In der Tat brauchte es für diese Glanzleistung ein Zusammenspiel der Belgischen Staatsbahnen und der Deutschen Bahn.

Aber der Reihe nach: Am Mittwoch bin ich von Antwerpen zurück nach Karlsruhe gefahren. Geplant war eine Abfahrt um 17:20 und eine Ankunft um 23:00.

Um ca. 17:17 stand in Antwerpen auf dem Gleis, auf dem der IC 2038 abfahren sollte, ein Zug, dessen Türen sich bereits nicht mehr öffneten. Eine Anzeigetafel, um welchen Zug es sich überhaupt handelt, haben die Züge dort übrigens nicht. Irgendjemand sagte dann, der Zug auf dem anderen Gleis wäre der richtige. Also dort eingestiegen, kurz darauf schlossen sich auch dort schon die Türen und ließen sich nicht mehr öffnen. Zugnummer oder -ziel waren an den Wagen übrigens nicht zu erkennen. Mit mir war auch ein älteres deutsches Ehepaar eingestiegen. Im Zug merkten wir dann, daß das natürlich doch nicht der richtige Zug war – Panik machte sich schon breit, der richtige Zug könnte uns überholen. Also in Antwerpen-Berchem wieder ausgestiegen – dort auf dem Bahnsteig hatte natürlich auch erstmal keiner Ahnung. Auf einem Monitor wurde dann aber in der Tat der IC angezeigt (fürs selbe Gleis), mit großer Verspätung. Das Personal sagte zwar zu, die Deutsche Bahn zu informieren, garantieren könne man den Anschluß (9 Minuten in Brüssel-Nord) aber nicht.

Im Zug kamen dann irgendwann die Zugbegleiter durch und fragten nach Passagieren nach Köln: Der ICE könne nicht warten, ich solle in Brüssel-Süd aussteigen, und dort beim Thalys Duty Manager mein Ticket für den Thalys gültig stempeln lassen. Letztendlich bin ich dann im dortigen Reisezentrum gelandet und habe einen Stempel “Railteam – Hop on the next train” sowie eine neue Verbindung (Ankunft in Karlsruhe: 0:13 Uhr) bekommen.

Am Nachbarschalter wurde noch erzählt, daß letztendlich der Thalys Duty Manager (oder so ähnlich) entscheide, ob man an Bord darf – meiner hat das nicht gesagt, also habe ich auch nicht gefragt. Es gab bei der Kontrolle im Thalys auch keine Probleme. Die Fahrt mit dem Thalys war dann problemlos, auch wenn ich bis Lüttich mit dem Notsitz vorlieb nehmen mußte.

Der 9-Minuten-Anschluß an ICE 619 in Köln hätte wunderbar geklappt – obwohl ich mir noch ein Fischbrötchen und ein Kölsch geholt habe. Ich komme also etwas abgehetzt auf Gleis 6 an – es sind keinerlei Anzeichen erkennbar, daß der Zug gleich abfährt. Kurz darauf dann die Ansage: Wegen einer Streckensperrung auf der Neubaustrecke wird der Zug über die linke Rheinseite umgeleitet – mindestens eine Stunde Verspätung bis Frankfurt Flughafen … Während der Fahrt wurden dann auch tatsächlich die Antragsformulare für Verspätungsgutscheine ausgeteilt.

In Frankfurt-Flughafen kam dann tatsächlich bald IC 1591 mit ICE-Material: Abfahrt 0:28 Uhr, Ankunft in Bruchsal 1:38 Uhr, von dort weiter mit der S 32 (Abfahrt 1:47, Ankunft in Karlsruhe Hbf um 2:08 Uhr). Es ist offenbar gar nicht so leicht, den letzten Anschluß zu verpassen – mit irgendwelchen Gammelzügen bringt einen die Bahn schon nach Hause, auch wenn es vielleicht ein paar Stunden länger dauert. Ob ich in Karlsruhe den Anschluß an die letzte Tram zum Durlacher Tor verpaßt hätte (ich bezweifle es …), habe ich nicht geprüft, ich war eh mit dem Fahrrad da …

Wie ich dann tatsächlich an meinen Verspätungsgutschein gekommen bin, werde ich ein anderes Mal berichten. Einen Verzehrgutschein direkt vor Ort hätte ich jedenfalls besser gebrauchen können. Es ist schon unglaublich, wie die Bahn für massive Verspätungen nur mit wenigen Euro haften muß …