Europabad Karlsruhe

Nachdem in verschiedenen Blogs (Stadtblog, boedger.de) über das neue Karlsruher Spaßbad, das Europabad berichtet wurde, habe ich es heute auch mal ausgetestet, zumal zur Zeit noch “Aktionspreise” gelten. Mit Wochenendaufschlag und Sauna waren es dann aber trotzdem stolze 10 Euro für 4 Stunden.

Aber nun der Reihe nach:

Fahrradständer gibt es momentan noch keine, so stellte ich mein Rad an einem Absperrgitter ab (davon gibt es noch reichlich). Fahrradständer sollen aber noch kommen, so die Mitarbeiterin an der Kasse. Zur Sauna geht es vom Eingang aus die Treppe hoch. Den dortigen Umkleidebereich finde ich irgendwie gewöhnungsbedürftig: Links ist ein Bereich mit Waschbecken, Spiegeln und Haartrocknern sowie eine Reihe Schränke. Nach rechts gehen einige recht enge Gänge durch, in denen Schränke und ein paar Umkleidekabinen sind. Wenn ich eh in die Sauna gehe, hätte ich zwar auch kein Problem, mich im Gang umzuziehen, allerdings ist das ohne Bänke etwas unpraktisch (in die Gänge würden aber auch gar keine mehr passen). Kleiderbügel gibt es übrigens noch nicht, man muß seine Klamotten als als Knäuel zum Schrank tragen.

Weiter ging es zu den Duschen (nachdem ich kapiert hatte, daß die auf der anderen Seite der Gänge mit den Schränken sind). Eine Tür zum Raum mit den Duschen gibt es noch nicht, stattdessen ist da der nackte Beton zu sehen (wie übrigens noch an sehr vielen Stellen). Es gibt insgesamt vier Duschen, wobei Kabinen abgeteilt sind. Sozusagen abgeteilt, es sind Plastikwände, die ca. von Knie- bis Kopfhöhe gehen. Die Duschen sind in mindestens 2,50 m Höhe angebracht und sehr schwach (zum Beispiel verglichen mit dem Vierordtbad). Auch die Temperatur ist nicht einstellbar. Auch Ablagen für Duschgel etc. gibt es nicht. Da die Plastiktrennwände frei hängen und nur in der Mitte befestigt sind, schwingen/wackeln sie sehr stark.

Im Saunabereich (genau wie im Badebereich) sind übrigens immer wieder Staub bzw. kleine Brocken Putz auf dem Boden, was an den noch nicht verkleideten (zum Beispiel gekachelten oder vertäfelten) Wänden liegen dürfte.

Im Saunabereich sind übrigens keinerlei Fächer für Sporttaschen zu finden – die Taschen liegen dann auf einer Bank, die wohl eigentlich zum Sitzen gedacht ist. Es gibt Stangen, die für Handtücher gedacht sein könnten (wobei, übereinander? Sehr unpraktisch …), aber keine Haken direkt neben der Saunakabine.

Zwischen den einzelnen Saunakabinen kann man ins eigentliche Bad runtersehen – naja, auch nicht so richtig, das durchsichtige Glas ist von horizontalen weißen Streichen (Milchglas? weiß nicht mehr …) unterbrochen, die wohl als Sichtschutz gegen Blicke von unten dienen sollen. Mir ist nicht klar, warum man nicht einfach die Scheibe erst in Brusthöhe beginnen läßt, dann aber komplett durchsichtig …

Der Raum in der Finnischen Sauna ist irgendwie schlecht ausgenutzt: Der Ofen steht in der Mitte, rechts davon ist aber eh kein Platz für eine Sitzreihe. Nach hinten sind nur zwei Bänke, “oben” kann man nur links sitzen. Fazit: Zum Saunieren bietet das Vierordtbad definitiv mehr, und ist auch nicht teurer. Achja, was mir noch fehlt: Schilder, die genauer ausführen, was genau das für eine Sauna ist (also zum Beispiel die Temperatur).

Also zum Erlebnisbadbereich: Die Treppen haben alle noch provisorische Holzgeländer. Der ganze Bereich wirkt sehr kompakt, um nicht zu sagen beengt. Links ist zwar noch ein Kinder- und ein Schwimmbecken, und rechts hinter einer “Grotte” ein Becken, aber im wesentlichen spielt sich alles in dem kleinen Bereich in der Mitte ab. Es gibt ja angeblich so und so viele Attraktionen – da wurde wohl jede Massagedüse und jedes besondere Licht mitgezählt.

Zu den Rutschen: Ganz nett, aber es dauert schon mindestens 10 Minuten, bis man drankommt. Übrigens gibt es dafür Ringe – auf der Tafel mit den zulässigen Benutzungsarten sind die aber nicht aufgeführt. Ob das so in Ordnung ist? Beim ersten Mal war ich noch vorsichtig, aber dann wußte ich, daß die lange Rutsche geschlossen ist und man nicht rausfliegen kann :-) Die Wildwasserrutsche ist zwar halb offen, aber auch dort ist das wohl eher unwahrscheinlich.

Das war es dann auch schon so ziemlich an Attraktionen – dafür lohnt sich der Eintritt IMO nicht, und für den Saunabereich auch nicht. Naja, für Familien ist es vielleicht.

Achja, noch was: Überall hängen Metallstangen von der Decke, deren Zweck nicht so richtig klar wird. Teilweise sind die auch noch recht wackelig. Handtuchhalter?

13 thoughts on “Europabad Karlsruhe

  1. Naja, vielleicht bin ich auch nur unfähig, die ganzen Attraktionen ausreichend zu würdigen …

    Die reine Liste der Attraktionen wird es ja wohl irgendwo geben …

  2. Die Metallstangen von der Decke werden zu Taschenablagen, sofern die Firma aus Ostdeutschland die mal liefert, die sind auch für das fehlende Geländer verantwortlich…

  3. OK, für die fehlende Verkleidung der Wände aber wohl kaum …

    Und wenn man da nachts arbeiten läßt, kann man morgens auch den Dreck wegmachen lassen – bis 10 Uhr sollte dafür ja wohl genug Zeit sein.

  4. Die Firma kann ja wohl NICHT für die fehlende Ausstattung verantwortlich sein, denn das Bad sollte ja SCHON im Oktober eröffnen. Also hatte man (der Bauherr des Europabads) nochmals 5 Monate mehr Zeit alles liefern zu lassen, oder sollte ich vielmehr sagen, zu BESTELLEN.

    Aber es ist natürlich immer einfacher dann zu sagen, andere wären schuld. Generell trägt der BAUHERR die Verantwortung. Klar, gegen ein paar Tage und schlechtes Wetter kann ja keiner etwas, aber 5 Monate (oder mehr) Verzögerung für eine Lieferung von Lampen usw. Also bitte, das gblaubt Ihr doch wohl selber nicht.

  5. Ah, die Fahrradständer sind inzwischen aufgestellt (bzw. schon am Dienstag, wie man mir per eMail mitgeteilt hatte).

    Wie in Karlsruhe üblich, sind die durchaus brauchbar.

    Festgeschraubt sind sie noch nicht, und sie stehen noch ein wenig schief. Liegt wohl daran, daß der Asphalt auf dem Platz noch nicht fertig ist.

  6. Hi,

    irgendwie finden sich in themenählichen Blogs zum Europabad immer die selben Leute mit den selben ! “positiven” ! und negativen Kommentaren.

    Seltsam, das sollte uns zu denken geben. Es gibt ja auch bezahlte Besucher, die für die Firmen entsprechende Kommentare schreiben.

  7. Ich war sehr gespannt auf dieses Bad und habe es mir vor zwei Wochen einen ganzen Tag lang angeschaut, denn das ist mein Beruf (Unternehmensberater für Bäder). Darum sei mir hier ein hoffentlich objektives Statement erlaubt. Klar, mit dem Europabad ist einiges schief gelaufen und es ist vielleicht auch nicht unbedingt das, was man in KA gebraucht hätte. Der Namensstreit war so was wie das Hornbacher Schießen und über die Bausumme und die Bauverzögerungen ist sicherlich auch keiner glücklich. Fakt ist aber, daß trotz aller Fehler, die es noch gibt, das Bad recht interessant geworden ist. Die Behinderten- und Familienfreundlichkeit sind meines Erachtens voll gegeben (Umkleiden, WCs, Aufzug, Schrägen), wenn man mal von den etwas unglücklichen Tarifen absieht. Den Sichtbeton mag ich persönlich auch nicht, aber weitere Fliesen wird wohl keiner bezahlen wollen und der Architekt hat das auch genau so geplant, wie es jetzt ist. Daß die Geländer und Taschenablagen noch nicht geliefert sind, kann man dem Bauherrn nicht anlasten, da gibt es Vergabe-Vorschriften. Schuld ist hier wohl zweifelsfrei der Lieferant, der sicherlich auch in Regreß genommen wird. Mal schnell den Lieferanten zu wechseln ist nach EU-Recht nicht möglich. Bedenklich ist aus meiner Sicht vor allem, daß man das Sauna-Außenbecken in Betrieb nimmt, obwohl es noch nicht fertig gekachelt ist (scharfe Kanten) und daß die Rutschen ganz offensichtlich sehr gefährlich sind. Das gilt vor allem für den Wildwasserkanal aus Beton, aber auch für die Kurvenwechsel in der Reifenrutsche. Ich habe mir auch einige blaue Flecken und eine Nase voll Wasser geholt, obwohl ich im Rutschen wirklich Profi bin. Man kann hier schnell auch mal die Schneidezähne einbüßen oder sich etwas brechen. Höher, länger, schneller ist eben nicht immer besser. Es muß noch viel nachgebessert werden, von der Beschilderung über die Ablagen, die Geländer, die Fliesen, die Gastronomie bis hin zu den Aufgüssen, der Instruktion des Personals und den Aktionen. Vielleicht sollte man das Ganze in drei Monaten nochmal begutachten, wenn die Anfangs-Schwierigkeiten überwunden sein sollten. Auf den Punkt gebracht: Gib ihm eine Chance… wellSPAss

  8. Pingback: tessarakt - das vierdimensionale B-L-O-G

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