Schlaue Städte mixen Papier nicht mit Müll

Heute hat das Karlsruher Amt für Abfallwirtschaft eine Pressemitteilung herausgegeben, mit der vor der Nutzung der “Blauen Tonne” eines privaten Entsorgers “gewarnt” wird:

Schlaue Bürger setzen nicht auf die blaue Tonne

“Blaue Tonne – Schlaue Tonne”: Mit diesem Slogan wirbt seit einigen Tagen ein Privatunternehmer mit einem in Briefkästen verteilten Flugblatt für die Entsorgung von Altpapier. Das Amt für Abfallwirtschaft weist Bürgerinnen und Bürger darauf hin, dass es keineswegs eine schlaue Entscheidung wäre, sich für die “Blaue Tonne” des Privatunternehmers zu entscheiden. Im Gegenteil: Die Nutzung dieser Tonne würde einen Verstoß gegen die Abfallentsorgungssatzung darstellen. Neben der Tatsache, dass die widerrechtliche Nutzung der sogenannten “blauen Tonne” damit eine Ordnungswidrigkeit darstellen würde, gibt es weitere gute Gründe, nicht auf das Angebot der Firma einzugehen: Nach wie vor ist es die Wertstofftonne (mit dem roten Deckel), in die Papier, Zeitungen, Zeitschriften und Kartonagen gehören – ein zusätzlicher Sammelbehälter ist also gar nicht erforderlich. Wer will, kann sein Altpapier auch zur Altpapiersammlung geben, welche seit Jahren in Abstimmung mit der Stadt von Vereinen und Kirchengemeinden durchgeführt werden. Meist sind es Jugendgruppen, die das Einsammeln übernehmen und mit dem Verkauf des Altpapiers ein wenig ihre Gruppenkasse füllen. Und: Wer über die Sammelaktionen sein Altpapier entsorgt, kann die eigene Wertstofftonne entlasten und so Gebühren sparen. Sollte der Anbieter der “Blauen Tonne” uneinsichtig sein und sein “Angebot” nicht vom Markt nehmen, wird die Stadt rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleiten.

Ein willkommener Anlaß, mal grundsätzliche Kritik am Karlsruher Modell der Abfallentsorgung zu üben.

Erstmal ein Überblick für die Nicht-Karlsruher: In Karlsruhe gibt es für Haushalte drei Tonnen. In die Wertstofftonne kommt alles wertstoffartige, also Verpackungen (auch solche mit Grünem Punkt), Papier, diverses andere, aber kein Glas. In die Biotonne kommen organische Abfälle, in die Restmülltonne alles andere. Papiercontainer gibt es nicht, nur Sammlungen, die alle zwei bis drei Monate stattfinden und von Kirchengemeinden etc. durchgeführt werden.

Damit haben wir auch schon die wesentlichen Kritikpunkte:

Erstens: Wenn man Papier wirklich über die Wertstofftonne entsorgt, ist die ratzfatz voll. Da die auch nicht ganz billig ist, macht man das nicht wirklich. Bleibt also nur die Alternative, das Papier monatelang zu lagern oder mit dem Auto zur Wertstoffstation zu fahren (die sind richtig verkehrsgünstig gelegen, zum Beispiel am Rheinhafen). Was es bringen soll, das Papier mit den anderen Sachen zusammenzuschmeißen, ist unklar. Vermutlich ist die Sortieranlage nicht ausgelastet …

Zweitens: Auch Verpackungen mit Grünem Punkt gehören in die kostenpflichtige Wertstofftonne. Eine Unverschämtheit, denn für die Entsorgung dieser Verpackungen hat schon der Inverkehrbringer bezahlt, und das nicht zu wenig. Gerechtfertigt wird das vermutlich mit einer Mischkalkulation, die davon ausgeht, daß man die Wertstofftonne zur Hälfte kostenfrei mit Verpackungen und zur Hälfte kostenpflichtig mit Papier füllt.

In diese Entsorgungslücke ist offenbar der Anbieter der Blauen Tonne gesprungen. Damit zeigt er zugleich, daß man mit der Entsorgung von Papier Geld verdienen kann. Und damit bröckelt dann auch die Rechtfertigung der Stadt für die Gebühren für die Wertstofftonne: Damit bezahlt man nämlich im wesentlichen für die Entsorgung von Abfällen, deren Entsorgung entweder schon bezahlt ist oder mit deren Entsorgung die Stadt sogar Geld verdient – oder halt verdienen könnte, wenn sie weniger ineffiziente Strukturen betreiben würde.

Rhein-Alb-Murg-Radtourenfahrt

Als ich von der Rhein-Alb-Murg-Radtourenfahrt des FV Malsch eher zufällig von der Startseite des Karlsruher Stadtwikis erfuhr, dachte ich mir: Nette Sache, kannst Du Dein Rad endlich mal vernünftig einweihen. Sebastian gefragt, aber der spielt heute Volleyball …

Leider stand auf der Website nichts von wegen Meldung, und auf eine eMail-Anfrage gab es auch keinerlei Reaktion. Naja, hab mich dann halt entschlossen, einfach auf gut Glück vorbeizufahren. Nachdem ich gestern auf der Erasmus-Party für 11,50 € Alkoholika verzehrt hatte, wachte ich zwar um 6:40 auf, aber der Kopf brummte ziemlich. Naja, sei’s drum, angezogen und los.

Bis nach Malsch waren es 18,5 km. Dort Startkarte ausgefüllt, die 5 € bezahlt, die Startnummer befestigen lassen und dummerweise keinen Zettel mit der Strecke mitgenommen. Los ging es durch die Rheinebene, Au am Rhein, Durmersheim und so weiter. Dieser Bereich ist übrigens übelst radwegeverseucht, auch auf den Nebenstraßen.

Die Gabelung der Strecken habe ich dann irgendwie verpaßt und bin der 119-km-Strecke über Spessart nach Etzenrot gefolgt. Die Abfahrt von Spessart ist ganz nett, aber nicht besonders schnell fahrbar (insbesondere nicht der 30-Zonen-Rechts-vor-links-Teil im Ort). In Etzenrot habe ich es dann bemerkt, ein anderer Teilnehmer hat mir dann den Weg nach Moosbronn beschrieben. Die Straße Richtung Bad Herrenalb war ok, danach ging es aber wieder ordentlich bergauf. Da ich ja schon unplanmäßig viele Höhenmeter drauf hatte, hat mich das ziemlich geschlaucht, und ich war froh, als ich die Verpflegungsstelle in Moosbronn (mit 10 km Umweg) erreichte.

Dort hab ich mich dann erstmal mit Sonnenmilch eingeschmiert und ordentlich Energie getankt. Nach der Station ging es noch ein Stückchen bergauf und dann praktisch nur noch runter. Die Abfahrt von Moosbronn nach Michelbach ist genial, Spitze habe ich 69,5 km/h geschafft. Wieder in der Rheinebene gibt es dann problemlos zurück nach Malsch, der Umweg betrug dann am Ende doch nur knapp 8 km.

Zusammen mit der An- und Abreise bin ich also heute gut 120 km Fahrrad gefahren, am nachmittag habe ich dann erstmal den fehlenden Schlaf nachgeholt.

Zur Tour: Es hätten gerne ein paar mehr Wegweiser da sein dürfen, und die Startnummern sollten aus reißfesterem Material sein. An der ersten Verpflegungsstation habe ich mir die Nummer, bei der die unteren beiden Sicherheitsnadeln abgerissen war, nochmal neu festmachen lassen. Hat aber nicht lange gehalten, irgendwann hing sie dann noch mit einer Sicherheitsnadel am Trikot, da habe ich sie dann abgenommen. Aber ansonsten war es eine sehr schöne Tour!

Nötigung im Straßenverkehr

Gerade eben fuhr ich vom Hauptbahnhof kommend auf der Ettlinger Straße Richtung Stadtmitte. Natürlich habe ich dabei die Fahrbahn benutzt, wie von § 2 Absatz 1 Satz 1 StVO gefordert. Der Radweg auf der Ostseite der Ettlinger Straße ist nämlich nicht benutzungspflichtig. An der ersten roten Ampel stellte sich ein Auto hinter mich – soweit kein Problem. Als ich losfuhr, fing er an zu hupen, das wiederholte er an jeder Kreuzung. Irgendwann bin ich im dann davongezischt – er hat also nichtmal Zeit verloren.

Er ist nicht wirklich dicht aufgefahren, trotzdem kann man das unter Umständen als Nötigung sehen. Mindestens aber war es mißbräuchliche Abgabe von Schallzeichen. Ich werde daher eine entsprechende Anzeige ans Polizeirevier Karlsruhe-Marktplatz schicken.

Fahrradstation

Na endlich: Am Karlsruher Hauptbahnhof gibt es eine Fahrradstation:

Fahrradstation am Hauptbahnhof Karlsruhe
Am 18.06.2007 wird die Fahrradstation an der Ostseite des Bahnhofsvorplatzes der HBF-Garage Karlsruhe in der ehemaligen Zufahrt P 1 zur Parkgarage eröffnet.

Die Garage verfügt über 450 Fahrradständer mit einem Achsabstand von 50 mm. Die Fahrradstation ist aus Sicherheitsgründen mit einer automatischen Zugangskontrolle und Videoüberwachung ausgestattet.

Entgelte für Fahrradabstellplätze
Tageskarte, 1 €
Wochenkarte, 2,50€
Monatskarte, 7 €
Jahreskarte, 65 €

Die Tageskarte können am Kassenautomaten bei der Fahrradstation, die sonstigen Tickets im Kassenhaus der Garage erworben werden.
Ansprechpartner für die Anmietung von Plätzen:
Parkwächter Kassenhaus Hbf-Garage, Tel. 0721 – 93 76 296.

Mal anschauen, ob das was vernünftiges ist. Achsabstand von 50 mm hört sich allerdings sehr gedrängt an ;-) Selbst, wenn es 50 cm sein sollten, gibt das wohl das pure Chaos mit den Lenkern.

Und der Preis ist auch recht happig …

Fensterputzer

An der Uni werden regelmäßig (das heißt: So ca. alle drei Jahre) die Fenster geputzt. Hier fürs Institut waren die Fensterputzer für heute angekündigt. Gestern abend haben wir also extra die Tische an den Fenstern und die Fensterbänke freigeräumt, insbesondere von den ganzen Grünpflanzen, die zum Teil sogar an den Fenstergriffen festgebunden waren.

Die Fenster sind jetzt zwar frei, man kann jetzt sogar die großen Fenster wieder öffnen (da kommt doch deutlich mehr Luft rein), aber die Fensterputzer waren natürlich noch nicht da …