Radfahren in Stuttgart

Am Sonntag war ich in Stuttgart, um beim SattelFest die vom Fahrradbeauftragten der Stadt Stuttgart angebotene Tour mitzumachen und mich u.a. mit zwei Kollegen von der Initiative Cycleride treffen.

Auf der Tour begegneten einem natürlich die üblichen Unverschämtheiten der Straßenverkehrsbehörden Radfahrern gegenüber, zum Beispiel gleich am Anfang ein benutzungspflichtiger Radweg an einer Kreuzung mit indirektem Linksabbiegen – Begründung für dieses Konstrukt: die Räumzeiten der Lichtzeichenanlage sind nicht auf Radfahrer eingestellt, und das sei auch nicht möglich, weil sonst die Leistungsfähigkeit der Kreuzung zu stark beeinträchtigt werde.

Dann gibt es ohne Ende linksseitige Radwege, auf die man mit Blauschildern mit Pfeilen dran extra geschickt wird, und am Ende wird man dann alleine gelassen. Die StVB meint nicht ernsthaft, die mit der Sicherheit des Verkehrs begründen zu können, oder?

Die Runde nach Stuttgart-West führte dann auch über benutzungspflichtige Radstreifen auf der Fahrbahn – deutlich schmaler als die nicht benutzungspflichtigen Schutzstreifen in der Rheinstraße in Karlsruhe.

Äußerst interessant und aufschlußreich war dann auch mein Versuch, auf dem Rückweg nach Karlsruhe zumindest bis nach Vaihingen/Enz (wohl ca. 30 km) mit dem Fahrrad zu fahren. Ich also erstmal nach Richtung Zuffenhausen raus. Bin zuerst der B27 gefolgt, dann aber doch dem gelben Schild “Umleitung für Radfahrer und Fußgänger”, da wird man dann durch diesen Park geführt.

Am Ende dann doch wieder auf die B27. Erste Auffahrt B10: Kraftfahrstraße. Weiter Richtung Norden – da war ich dann an einer Kreuzung, wo geradeaus die B10 – Vaihingen/Enz: 25 km ausgeschildert war. Und Kraftfahrstraße. Natürlich keine Alternativroute. Es ist also nicht vorgesehen, mit dem Rad in eine gerademal 25 km entfernte Stadt zu kommen? WTF?

OK, nach links in ein Wohngebiet. Da dann einen älteren Radfahrer gefragt, der meinte was von “alter B10″ und “ohne Karte ist es schwierig”. Das sollte man mal einem Autofahrer zu erzählen versuchen!

Da hat es mir dann gereicht, und ich bin wieder Richtung Stadt. Diesmal die B27 entlang, habe mich einige Male von Blauschildern irritieren lassen, die aber für Wege galten, die dann von der Straße weg führten – immer noch rechtzeitig wieder gemerkt und zeitraubend wieder auf die Fahrbahn begeben. Das ist so eine schöne Abfahrt, auf welchem Radweg soll ich denn bitte 53 km/h sicher fahren?

Weiter in der Stadt (nach dem S21-Gelände) dann mehrmals 240er von sehr kurzer Länge – was ist jeweils an den kurzen Stück so (außergewöhnlich) gefährlich, daß eine Benutzungspflicht gerechtfertigt ist? Nächstes Mal wird das ignoriert und die Abfahrt genossen, oder halt mit Stadtplan genau notiert und fotografiert, für den anschließenden Widerspruch.

Diese mangelhaften Beschilderungen werden jedenfalls wohl auch noch für einigen Schriftverkehr mit den Behörden führen. Wenn eine Straße nicht für alle Fahrzeuge benutzbar ist, muß man doch bitteschön eine Alternativroute ausschildern!

2 thoughts on “Radfahren in Stuttgart

  1. Jaja, du hast natürlich das Recht auf eine drei Meter breite Fahrradstraße mit grüner Welle an alle Zielorte, die du nur willst…

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