Grüne Zone

Aus der PM 60 der BAO KAVALA:

In eigener Sache

– Pressearbeit auch nach dem 30.Mai 2007 in der „Grünen Zone“ möglich

Auch nach der Schließung der technischen Sperre am 30.Mai 2007 haben akkreditierte Journalisten die Möglichkeit, bis zum 04.Juni.07 ihrer Tätigkeit in der „Grünen Zone“ in Heiligendamm nachzugehen.

Bei dieser Zone handelt es sich um einen besonders geschützten Bereich, der sich innerhalb der technischen Sperre befindet.

Ich halte diese (unbedachte?) Wortwahl für nicht hilfreich. Der Begriff “Grüne Zone” dürfte heutzutage vor allem für den stark geschützten Bereich in Bagdad gebräuchlich sein. Im Irak besteht außerhalb dieser Zone äußerste Gefahr für Leib und Leben, es herrscht Bürgerkrieg. Die durch die Wahl dieses Begriffes hergestellte Analogie ist damit vollkommen abwegig. In Deutschland herrscht kein Bürgerkrieg, bloß weil Bürger von ihren demokratischen Rechten Gebrauch machen, und es ist außerhalb des Zauns genausowenig wie innerhalb irgendjemand in Leib und Leben gefährdet. Falls es anders wäre, hätte die Polizei ihre Hausaufgaben nicht erledigt.

Paper eingereicht

Das Wochenende war mal echt Streß. Diverse Nachtstunden habe ich mit der Arbeit an meinem Paper für AGTIVE 2007 verbracht, dazu haben wir uns noch an den Feiertagen (Pfingstsonntag und -montag) im Institut gesprochen, um uns gegenseitig Hilfestellung bei Messungen, Formulierungen etc. zu geben. Gestern war dann Endspurt: 23:00 war die offizielle Deadline (da die wohl bei der Angabe der Zeitzone GMT+1 nicht an die Sommerzeit gedacht haben, eigentlich doch 24:00), bis dahin wurde noch fleißig an den Papers geschraubt. Kurz vor dem echten Endspurt gab es um ca. 20:00 noch Pizza, und nach Abgabe wurde dann eine Flasche Diabetikersekt geleert (das Zeug steht hier haufenweise im Kühlschrank) …

Mal sehen, ob es angenommen wird, cool wär’s ja schon …

Totale Sicherheit

Die Demokraten behaupten, das deutsche Volk wehrt sich gegen die totalen Sicherheitsmaßnahmen der Regierung. Es will nicht die totale Sicherheit, sagen sie, sondern die Freiheit. Ich frage euch: Wollt ihr die totale Sicherheit? Wollt ihr sie, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können?

(Frei nach Goebbels Sportpalastrede, Idee aus dem Usenet)

Wir haben die Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit, wir wählen die Freiheit.

(Konrad Adenauer)

Radfahren in Stuttgart

Am Sonntag war ich in Stuttgart, um beim SattelFest die vom Fahrradbeauftragten der Stadt Stuttgart angebotene Tour mitzumachen und mich u.a. mit zwei Kollegen von der Initiative Cycleride treffen.

Auf der Tour begegneten einem natürlich die üblichen Unverschämtheiten der Straßenverkehrsbehörden Radfahrern gegenüber, zum Beispiel gleich am Anfang ein benutzungspflichtiger Radweg an einer Kreuzung mit indirektem Linksabbiegen – Begründung für dieses Konstrukt: die Räumzeiten der Lichtzeichenanlage sind nicht auf Radfahrer eingestellt, und das sei auch nicht möglich, weil sonst die Leistungsfähigkeit der Kreuzung zu stark beeinträchtigt werde.

Dann gibt es ohne Ende linksseitige Radwege, auf die man mit Blauschildern mit Pfeilen dran extra geschickt wird, und am Ende wird man dann alleine gelassen. Die StVB meint nicht ernsthaft, die mit der Sicherheit des Verkehrs begründen zu können, oder?

Die Runde nach Stuttgart-West führte dann auch über benutzungspflichtige Radstreifen auf der Fahrbahn – deutlich schmaler als die nicht benutzungspflichtigen Schutzstreifen in der Rheinstraße in Karlsruhe.

Äußerst interessant und aufschlußreich war dann auch mein Versuch, auf dem Rückweg nach Karlsruhe zumindest bis nach Vaihingen/Enz (wohl ca. 30 km) mit dem Fahrrad zu fahren. Ich also erstmal nach Richtung Zuffenhausen raus. Bin zuerst der B27 gefolgt, dann aber doch dem gelben Schild “Umleitung für Radfahrer und Fußgänger”, da wird man dann durch diesen Park geführt.

Am Ende dann doch wieder auf die B27. Erste Auffahrt B10: Kraftfahrstraße. Weiter Richtung Norden – da war ich dann an einer Kreuzung, wo geradeaus die B10 – Vaihingen/Enz: 25 km ausgeschildert war. Und Kraftfahrstraße. Natürlich keine Alternativroute. Es ist also nicht vorgesehen, mit dem Rad in eine gerademal 25 km entfernte Stadt zu kommen? WTF?

OK, nach links in ein Wohngebiet. Da dann einen älteren Radfahrer gefragt, der meinte was von “alter B10″ und “ohne Karte ist es schwierig”. Das sollte man mal einem Autofahrer zu erzählen versuchen!

Da hat es mir dann gereicht, und ich bin wieder Richtung Stadt. Diesmal die B27 entlang, habe mich einige Male von Blauschildern irritieren lassen, die aber für Wege galten, die dann von der Straße weg führten – immer noch rechtzeitig wieder gemerkt und zeitraubend wieder auf die Fahrbahn begeben. Das ist so eine schöne Abfahrt, auf welchem Radweg soll ich denn bitte 53 km/h sicher fahren?

Weiter in der Stadt (nach dem S21-Gelände) dann mehrmals 240er von sehr kurzer Länge – was ist jeweils an den kurzen Stück so (außergewöhnlich) gefährlich, daß eine Benutzungspflicht gerechtfertigt ist? Nächstes Mal wird das ignoriert und die Abfahrt genossen, oder halt mit Stadtplan genau notiert und fotografiert, für den anschließenden Widerspruch.

Diese mangelhaften Beschilderungen werden jedenfalls wohl auch noch für einigen Schriftverkehr mit den Behörden führen. Wenn eine Straße nicht für alle Fahrzeuge benutzbar ist, muß man doch bitteschön eine Alternativroute ausschildern!

Fahrradschrauber

In drf hatte ich mich erkundigt, ob mein BOC-Rad mit den kaputten Speichen am Hinterrad als wirtschaftlicher Totalschaden anzusehen ist oder ob man da noch was machen kann. Schließlich wurde mir als Werkstatt Raguz Luka (in der Weststadt an der Kaiserallee) empfohlen, wohin ich dann das ausgebaute Hinterrad auch gebracht habe.

Bei der Annahme war er zwar etwas gehetzt (gerade viel los im Laden), und ich hatte schon befürchtet, bei 35 € Gesamtpreis (mit neuer Felge) etwas falsch verstanden zu haben. Der Telefonanruf bei Fertigstellung blieb zwar leider aus, aber ansonsten ist alles bestens (bin dann halt heute einfach mal so vorbei). Neue Felge, Speichen vernünftig fest angezogen, und es hat nur 30 € gekostet (u. U. war das eine Entschädigung für die vergessene Benachrichtigung, kein Plan). Demnächst soll ich es nochmal vorbeibringen zum Nachziehen der Speichen (jaja, in drf wird gesagt, wenn das nötig ist, sei es Pfusch – ich denke, es ist eher ein gesparter manueller Arbeitsschritt, der bei dem Preis nicht unbedingt erwartet werden kann und durch ein bißchen Fahren ebenso gut erledigt werden kann).

Jetzt das Rad noch wieder einbauen, und dann habe ich auch wieder ein billiges Rad für unsicherere Abstellplätze (“Bahnhofsrad”).

Stevens Esprit

Heute hab ich nach langem Warten mein doch arg verspätetes Geburtstagsgeschenk (von mir an mich selbst, aber durch großzügige Geldgeschenke mitfinanziert) in Empfang genommen: Ein Trekkingrad der Marke Stevens Esprit, daß Geschwindigkeit mit Komfort (voll straßentauglich) vereint.

Und es ist wirklich unsäglich geil. Standesgemäß wurde es bei gut 40 km/h auf der Ettlinger Straße Richtung Innenstadt (zum Glück gibt es dort keinen benutzungspflichtigen Radweg, aber das wäre mir dann auch egal gewesen) eingeweiht.

Diesen Adrenalinkick (oder irgendein anderes Hormon, mir doch egal) kriegt man wohl bei kaum einer anderen Sportart so einfach …