Zum Eintrag “Energieverschwendung in der Mensa” erreichte mich schon vor ein paar Tagen eine Mail von Julian Blücher, mit folgendem wesentlichen Inhalt:
[E]ine umfassende Klimaschutzstrategie kann nur lauten:
- auf welche Emissionen kann ich verzichten?
- welche kann ich reduzieren?
- auf welche kann / möchte ich persönlich nicht verzichten (Flugreise), bin aber bereit durch (freiwillige) Investitionen in
Klimaschutzprojekte diese Emissionen auszugleichen?
Selbstverständlich ist die Einsparung von Energie (bzw. Energieeffizienz) grundsätzlich die sinnvollste aller Klimaschutzstrategien und vorzuziehen. Dennoch frage ich mich, wie (kosten; energie)-effizient es wäre nachträglich Fenster in die Decke zu installieren, um dann das natürliche Licht zu nutzen.
Unser Ziel war es nicht in erster Linie die „Energieverschwendung“ an der Mensa zu reduzieren, sondern eine Solaranlage zu bauen. Dafür kam das Mensadach am besten in Frage.
Die PV-Anlage stellt nur einen Tropfen auf den heissen “Klimastein” dar und hat vielmehr symbolischen Charakter. Sie erzeugt ungefähr soviel Strom wie ein 4-Personen Haushalt an Strom im Jahr benötigt.
Vielmehr möchten wir mit der digitalen Anzeigetafel (visualisiert eingespeiste Leistung sowie die eingesparte CO2 Menge) im Mensafoyer die Studies (un-)bewusst für die Thematik sensibilisieren. Darüber hinaus fördern wir mit den erwirtschafteten Erträgen andere ökologische Projekte an der Uni, die letzte Ausschreibung für Projekte und wissenschaftliche Arbeiten über 1000 € endete im Februar: www.solarfri.de
Grundsätzlich: die Solarenergie ist nicht mit konventionellen Energieträgern wettbewerbsfähig, so weit so einig. Das wird sich aber nach jetzigen Berechnungen spätestens im Jahre 2020 ändern. Vor dem Hintergrund, dass die Erde 15 000 Mal mehr Sonnenenergie erreicht, als die Menschheit derzeit verbraucht, und die Tatsache, dass die Sonne uns keine Rechnung schickt
, macht es m. E. Sinn die Solarenergie mit Hilfe garantierter Abnahmepreise zunächst zu fördern. Im Übrigen ist jegliche Energie (fossile durch Photosynthese; Wind, Wasser durch das Wettergeschehen…) ohne Sonnenenergie nicht denkbar, ergo letztendlich auf die Sonne zurückzuführen.
Für mich lautet die logische Schlussfolgerung, die Sonnenenergie direkt zu nutzen!
Zum Himalayacross; wir haben es bedauert nicht mit der Transsibirischen dort hin fahren zu können (dies hätten wir einem Flug eindeutig vorgezogen). So ein Flug macht wirklich viel Dreck, und zwar so rund 2 Tonnen pro Flug und Nase. Ich persönlich habe diesen Flug als für mich „nicht-vermeidbar“ definiert. Dafür habe ich die Flüge mit www.atmosfair.de und durch den Baumsparvertrag in Panama mehr als kompensiert. Die Uni Karlsruhe sowie das Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung sowie insgesamt 6 Sponsoren haben uns diese Reise ermöglicht: http://www.himalayacross.com/index.php?section=conditions
Ich denke, dass wir mit unseren Reiseberichte (über 7000 Besucher) und der Berichterstattung einige Leute auch auf die globalen Umweltprobleme, die wir in Deutschland mitverantworten, aufmerksam machen konnten.
Ok soweit so gut, gerne diskutiere ich weiter mit Dir das Thema, wenn Du magst kannst Du den Inhalt auch als „Kommentar“ in Deinen Blog fügen.
Sonnige Grüße,
Le Jules
Climate Ambassador
Daß Maßnahmen wie Verwendung natürlichen Lichts nachträglich nicht ganz einfach zu realisieren sind, ist mir inzwischen auch klargeworden. Umso wichtiger ist es, sowas gleich von Anfang an zu bedenken. Die Tage werde ich mir diesbezüglich mal die “Mensa Moltke” anschauen – vielleicht hat man beim Studentenwerk ja inzwischen mal umgedacht.
Darin, daß symbolische Maßnahmen geeignet sein können, in der Öffentlichkeit ein Problembewußtsein zu schaffen, stimme ich mit Julian sogar grundsätzlich überein. Gerade im Bereich Umweltschutz kann sowas aber auch leicht in die falsche Richtung losgehen. “Oh, schön, daß jemand was für den Klimaschutz tut.”, und ab ins Auto, daß man ja unbedingt braucht, um die Kurzstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zurückzulegen.