Holstentherme

Als ich über Weihnachten bei meinen Eltern war, habe ich zur Entspannung mal wieder die Saunenwelt der Holstentherme besucht. 15 Euro für vier Stunden sind zwar nicht ganz wenig, aber gerade noch im Rahmen (ab dem neuen Jahr sind es 16,50 Euro, das ist dann doch schon ziemlich happig).

Das Sauna- und Wellness-Konzept ist bewusst „erlebnisorientiert“.

Das merkt man – lauter “Themensaunen” – eine finnische Maa-Erdsauna, eine Himalaya- Salzstollen-Sauna, eine Pengalaman- Südsee-Sauna, eine Fang-Song- Meditations-Sauna … Ich bezweifle ja, daß daran irgendwas authentisch ist, insbesondere nicht irgendwelche geschnitzten bunten Figuren in der Südsee-Sauna oder Salzklötze mit Lampe dahinter in der Salzstollen-Sauna. Wird oder wurde im Himalaya eigentlich im nennenswerten Umfang Salz abgebaut?

Aufgüsse und sonstiges Programm gibt es eine Menge, um einiges mitzumachen, war ich – wimre – fünf Mal in der Sauna. War aber machbar, die Aufgüsse sind nämlich ziemlich lasch. Und manches ist endgültig seltsam: Beim “Meditations-Aufguss in der Fang-Song Meditations-Sauna” wird kein Wasser auf die Steine gegossen, stattdessen läuft eine seltsame CD, die in Richtung autogenes Training geht, und am Ende kriegt jeder ein Glas Mineralwasser mit Geschmack. Ähm, naja … Was auch immer das mit Meditation zu tun hat, mit Aufguß hat es jedenfalls nichts zu tun. Beim Früchte-Aufguss in der Pengalaman Südsee-Sauna gibt es eine Scheibe Orange und es wird mit einem überdimensionierten Fächer gewedelt. Wirklich was ankommen an Hitze tut da aber nicht. Die einzigen vernünftigen sind wohl die Erlebnisaufgüsse, die sind aber nur alle paar Stunden mal – zwischen 15:30 und 16:00 Uhr ist keiner, während meines vierstündigen Besuches konnte ich also nicht in den Genuß kommen.

Was aber sehr angenehm ist: Die Leute schaffen es, in der Sauna zu sitzen, ohne unentwegt zu reden. Das Geplappere in badischem Dialekt, das man in Karlsruhe ertragen muß, entspannt nämlich nicht, sondern macht aggressiv. Und wenn dann der Saunameister vorm Aufguß extra um Ruhe bittet und dann unmittelbar, nachdem er die Sauna verlassen hat, wieder losgeplappert wird, fragt man sich echt, was manche Leute für eine Kinderstube genießen mußten. Das scheint allerdings wohl wirklich Karlsruhe-typisch zu sein, woanders hab ich das in dem Ausmaß noch nicht erlebt.

Beim nächsten Besuch im Norden werde ich dann vielleicht mal das Arriba austesten …

Statische Polymorphie dynamisch machen

Modernes C++ benutzt häufig statische Polymorphie, die auf Templates basiert. Das allerdings kann nicht nur zu Code-Bloat führen, sondern macht es auch unmöglich, die Objekte einer Klasse, die ein bestimmtes Konzept modelliert, in einer separat kompilierten Bibliothek zu benutzen – denn die kennt den Typ des Objekts ja nicht.

In graph-tool, genauer in graphml.hpp, bin ich auf eine schöne Musterimplementierung eines Wrappers gestoßen, der gewissermaßen statische Polymorphie in dynmische Polymorphie verwandelt.

Zum Anwendungsfall:

Es geht darum, GraphML-Dateien einzulesen. Dafür hat der Benutzer der Bibliothek ein Objekt einer Klasse, die das Konzept MutableGraph modelliert. Die Klasse mutate_graph stellt dann eine einheitliche Laufzeitschnittstelle für MutableGraphs zur Verfügung, die Wrapper für jeden einzelnen MutableGraph sind dann template class mutate_graph_impl, die von mutate_graph erben. Wo die Schnittstellen dann immer noch unterschiedlich sind, weil sie abhängige Typen verwenden, werden diese in boost::any gewrappt.

Et voilà – wir haben eine einheitliche Schnittstelle für MutableGraphs. Geht analog natürlich für fast beliebige andere Konzepte.

Der Ort, wo verletzte Kinder auf der Straße liegengelassen werden

Das ist wohl ein Stigma, das man auf einige Zeit mit Maximiliansau verbinden wird: Nicht nur, daß dort offenbar Franzosen rumrasen (u.U. illegal, die Ortsdurchfahrt ist afaik für Durchgangsverkehr gesperrt), die radfahrenden Kindern die Vorfahrt nehmen und dann Unfallflucht begehen, nein, auch vorbeikommende Autofahrer, darunter sicher die meisten einheimisch, halten es nicht für nötig zu helfen:

Wörth – Am gestrigen Samstag gegen 11.45 Uhr wollte eine 13-jährige Radfahrerin in Wörth-Maximiliansau von der Blumenstraße in die Eisenbahnstraße einbiegen. Ein aus Richtung Maximilianstraße kommender Pkw-Fahrer missachtete die Vorfahrt des von rechts kommenden Kindes und fuhr gegen das Vorderrad, sodass das Mädchen stürzte und sich dabei Schürfwunden und Prellungen zuzog. Der Fahrzeugführer drehte sich noch kurz um, fuhr aber weiter.

Nach Angaben des Mädchens handelte es sich um einen dunklen Pkw mit gelben Kennzeichen, der von einem Mann mit dunklen Haaren geführt worden sein soll. Bemerkenswert hierbei ist, dass auch andere Fahrzeugführer an dem auf dem Boden liegenden Kind einfach vorbeigefahren sind. Die Polizei Wörth erbittet hinsichtlich des Unfallverursachers Hinweise aus der Bevölkerung. (pol)

(Quelle: ka-news)

So ein Verhalten steht moralisch wirklich auf niedrigster Stufe … Ich kann mir schon die Ausreden vorstellen, wenn der Kerl erwischt wird: “Wie, ein Kind (!) auf dem Fahrrad (!) kann Vorfahrt haben?”

Winterlauf Rheinzabern

Nachdem ich mich vom Schloßparklauf letzte Woche halbwegs schnell erholt habe, und außerdem noch Guthaben von DB Carsharing abzufahren hatte, habe ich mich recht kurzfristig entschlossen, beim 1. Lauf der 25. Winterlaufserie in Rheinzabern mitzumachen.

Also heute morgen um 7 Uhr aufgestanden, was gegessen, Sachen gepackt und zum Bahnhof geradelt, wo das gebuchte Auto stand. Das Teil hatte sogar Navi, das hab ich dann die letzten 500 Meter auf dem Rückweg mal ausprobiert (Bahnhof war noch als Ziel gespeichert). Hin hatte ich mir den Plan ja eh ausgedruckt, außerdem hatte ich es eilig, und die Programmierung hätte sicher etliche Minuten gedauert …

In Rheinzabern angekommen, wurde ich auch gleich von Ordnern auf den Parkplatz gelotst, vielleicht 200 m von der Halle entfernt. Auch sonst war es recht gut organisiert, jedenfalls bekam ich auch mit dem Nachmeldezettel sofort meine Startnummer, und ne Schlange gab es auch nicht. Platz in der Umkleide war zwar relativ knapp, aber vor dem Lauf mußte ich ja eh nur fix in die Laufklamotten schlüpfen.

Da also alles schneller als erwartet ging, blieb noch Zeit für eine Wiener im Brötchen. Direkt nach dem Aufstehen habe ich halt noch keinen Hunger. Und danach war immer noch massig Zeit, aber die habe ich dann auch noch irgendwie rumgekriegt.

Am Start war dann erstmal mächtiges Gedränge. Massenstarts mit 1400 Teilnehmern sind halt generell etwas doof, und wenn die Leute noch meinen, sich eine Minute vor dem Start immer noch einlaufen zu müssen (wohlgemerkt hinter der Start-Linie, also auf der Strecke!), ist Chaos halt vorprogrammiert.

Der erste Kilometer war also tierisches Gedränge, danach ging es halbwegs, aber es wurde schon immer wieder mal eng. Das lag auch daran, daß die Strecke an den Stellen, wo man weniger Läufer pro Zeit erwartete, enger war, weil nur eine Straßenseite gesperrt war.

Muskelmäßig war dieser Lauf eigentlich überhaupt kein Problem, dafür von der Kondition her: Ich war teilweise schon übelst außer Atem … Und obwohl ich mal ein paar Meter gehen mußte und der Lauf subjektiv ewig gedauert hat, war ich mit 0:47:09 noch 44 Sekunden schneller als vor einer Woche :-)

Verpflegung war hier nicht so reichlich (jedenfalls nicht für umme, drinnen gab’s kalte Getränke, Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen und Würstchen), aber das kann man für 4 € Startgeld auch nicht erwarten. Immerhin gab’s schön heißen schwarzen Tee. Ist wohl bei dem Wetter auch besser als Kaltgetränke.

Die Dusche war dann überraschenderweise zur Gemeinschaftsdusche gemacht worden (jeweils zwei Umkleiden hatten zusammen einen Duschraum, und die erste von sechs Umkleiden war Damenumkleide, alle anderen Herrenumkleiden – es hätte woanders™ zwar noch eine extra Damenduche gegeben, aber das war wohl den meisten zu blöd – IMO zurecht). Mir macht’s auch nichts aus, also fix geduscht (so fix wie’s geht, wenn das Wasser eher tröpfelt als fließt) und angezogen – jetzt war die Umkleide wirklich voll, und zudem noch der Boden naß.

Eigentlich hatte ich auf dem Rückweg ja vor, bei Germersheim über den Rhein zu fahren und dann noch ein bißchen auf der A5 zu rasen – aber irgendwie hab ich die Rheinquerung nicht gefunden. Weiß jemand, in welche Richtung man da fahren muß?

Zurück am Hauptbahnhof, also dem Stellplatz des Autos, war ich dann immer noch eine halbe Stunde zu früh …

Insgesamt ein sehr schöner Lauf, ist eine Überlegung wert, die restlichen Läufe (15 und 20 Kilometer) auch noch mitzulaufen.

Und damit ich es selbst nicht vergesse: Auf mein-sport-foto.de gibt es irgendwann Fotos. Ob von mir auch eins gemacht wurde, habe ich zwar nicht mitbekommen, aber ich nehme es doch an.

Radfahrende Kaiser

Die Karlsruher Kaiserstraße wird jetzt (also irgendwann) im Bereich zwischen Durlacher Tor und Berliner Platz (also vor der Uni) zur Fahrradstraße.

Dazu die Original-Pressemeldung der Stadt (siehe auch bei ka-news):

Kaiserstraße Ost wird für zwei Jahre Fahrradstraße

Planungsausschuss: Kaiserstraße Ost wird für zwei Jahre versuchsweise Fahrradstraße

(12.12.06) Nach ausführlicher Diskussion hat der Planungsausschuss unter Leitung von Bürgermeister Ullrich Eidenmüller in nichtöffentlicher Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen, die beiden Fahrspuren in der Kaiserstraße Ost für zwei Jahre versuchsweise als Fahrradstraße auszuweisen.

Begonnen werden soll mit der nördlichen (Uni-) Seite. Zugrunde gelegen hatte ein Gemeinderatsantrag vom Juni, in dem die Karlsruher Liste diesen Verkehrsversuch angeregt hatte. Seit der Verkehrsverlagerung auf die Kriegsstraße Ost gilt hier sowieso bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern. Die Zahl der Autofahrer geht deshalb ständig zurück. Waren es 1995 am Berliner Platz noch rund 12 000 Autos in 14 Stunden, sind es gegenwärtig nur noch 3 500. Hier liegt zudem die zentrale Ein- und Ausfahrt der Cityroute Nord und Süd. Von der früher wichtigsten Verbindungsstraße von der Durlacher Allee zum Innenstadtring, hat sich die Kaiserstraße Ost so zur Durchgangs- und Erschließungsstraße entwickelt. Auf der Nordseite ist die Fahrbahn nur 3,5 Meter breit. Radfahrer bevorzugen deshalb den ihnen erlaubten Gehweg – allerdings auch in der nicht gestatteten Gegenrichtung. Auf der Fahrbahn fühlen sie sich vom Autoverkehr bedrängt, während sie auf einer Fahrradstraße mit den Autofahrern gleichberechtigt sind und zudem nebeneinander fahren dürfen. Auf der etwas breiteren Südseite, deren Gehweg nicht für Radler freigegeben ist, trauen sie sich eher auf die Fahrbahn, müssen sich jedoch mit vielen Parkern und Anlieferern der dortigen Geschäfte auseinandersetzen. Beide Fahrbahnen sind zu schmal, um dort gesonderte Fahrradstreifen zu markieren.

Ohne Aussprache hat der Planungsausschuss zudem [...].

Mir ist nicht ganz klar, was das Ganze bringen bzw. verändern soll: Fast denselben Zustand könnte man erreichen, indem man das Zusatzzeichen 1022-10 (“Radfahrer frei”) für den Gehweg der Nordseite entfernt. Dann dürften Radfahrer gar nicht mehr auf dem Gehweg fahren – momentan dürfen sie es in Schrittgeschwindigkeit in richtiger Fahrtrichtung.

Radfahrer bevorzugen deshalb den ihnen erlaubten Gehweg – allerdings auch in der nicht gestatteten Gegenrichtung.

wäre übrigens mit “und auch schneller als mit der zulässigen Schrittgeschwindigkeit” zu ergänzen.

Auf der Fahrbahn dürfen Radfahrer auch jetzt schon fahren – so steht es in § 2 Absatz 1 StVO:

Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn.

Der einzige Unterschied wäre also, daß sie in der Fahrradstraße nebeneinander fahren dürfen, auch wenn dadurch andere behindert werden. Man kann sich also als schneller Fahrradfahrer schonmal darauf einstellen, in der Kaiserstraße demnächst von nebeneinander torkelnden langsamen Radfahrern behindert zu werden.

Auf der Südseite wird der (nicht freigegebene) Gehweg übrigens in weit geringerem Maße als Radfahrweg mißbraucht. OK, könnte daran liegen, daß er wesentlich schmaler ist.

Für übelste Propaganda halte ich auch den Satz:

Radfahrer bevorzugen deshalb den ihnen erlaubten Gehweg – allerdings auch in der nicht gestatteten Gegenrichtung.

Er stellt nämlich eine unzulässige Verallgemeinerung dar. Im Gegenteil gilt dies nur für solche Radfahrer, die dahingehend brainwashed wurden, daß sie kein vollwertiger Teil des Verkehrs seien.

Übrigens hatte ich die Stadtverwaltung schon im Oktober darauf hingewiesen, daß die Aufstellung von Zusatzzeichen 1022-10 meiner Meinung nach rechtswidrig ist, weil sie gegen die VwV-StVO verstößt. Die relevante Passage lautet:

Zu Zeichen 239 Fußgänger

1 I. Der Klarstellung durch das Zeichen bedarf es nur dort, wo die
Zweckbestimmung des Straßenteils als Gehweg sich nicht aus
dessen Ausgestaltung ergibt. Soll ein Seitenstreifen den
Fußgängern allein vorbehalten werden, so ist das Zeichen zu
verwenden.

2 II. Die Freigabe des Gehweges zur Benutzung durch Radfahrer durch
das Zeichen mit Zusatzschild 1022-10 “Radfahrer frei” ist
nicht ausgeschlossen. Damit wird dem Radverkehr ein Benut-
zungsrecht auf dem Gehweg eröffnet. Eine Benutzungspflicht
besteht dagegen nicht.

3 III. 1. Die Freigabe bewirkt eine teilweise Entmischung des
Fahrzeugverkehrs und eine teilweise Mischung von
Radverkehr und Fußgängern auf einer gemeinsamen
Verkehrsfläche. Es ist zu erwarten, daß von einem
solchen Benutzungsrecht vornehmlich ungeübte oder
unsichere Radfahrer Gebrauch machen werden.

4 2. Die Freigabe kann nur dann in Betracht kommen, wenn dem
straßenrechtliche Bestimmungen nicht entgegenstehen, die
Interessen der vorgenannten Radfahrer dies notwendig
machen und wenn die Freigabe nach den örtlichen Gegeben-
heiten und unter Berücksichtigung der Belange der Fuß-
gänger, insbesondere der älteren Menschen, der Kinder
und der radfahrenden Kinder, im Hinblick auf die
Verkehrssicherheit vertretbar erscheint.

5 3. Den Belangen der Fußgänger kommt dabei ein besonderes
Gewicht zu, zumal der Radverkehr nach den Erläuterungen
zu Zeichen 239 nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren darf.

6 IV. Die Beschaffenheit und der Zustand des Gehweges soll dann
auch die gewöhnlichen Verkehrsbedürfnisse des Radverkehrs
(z. B. Bordsteinabsenkung an Einmündungen und Kreuzungen)
berücksichtigen. Auch sind die allgemeinen Verkehrsregeln,
insbesondere der §§ 9 und 10, aber auch des § 2 Abs. 5 Satz
1 Halbsatz 2, zu bedenken.

7 V. Soweit die Freigabe in einzelnen Ausnahmefällen erforderlich
und verhältnismäßig ist, müssen die Zeichen an jeder Kreuzung
und Einmündung wiederholt werden. Von der Markierung des
Sinnbildes “Radfahrer” (§ 39 Abs. 4) auf dem Gehweg soll
abgesehen werden.

Man beachte, daß im vorliegenden Fall der Gehweg auch von schnellen Radfahrern benutzt wird, die dann auch gerne mal Fußgänger zur Seite klingeln. Es herrscht reger Fußgängerverkehr, insbesondere im Bereich vom Uni-Haupteingang bis zum Kronenplatz. Den Radfahrern wird durch die Führung des Schutzstreifens am Durlacher Tor suggeriert, er müßte den Weg benutzen (das ist wohl der eigentliche Skandal daran).

Als Antwort bekam ich:

[X] kann kurzfristig nicht umgesetzt bzw. realisiert werden.

Innerhalb der Verwaltung wird die Einrichtung einer “Fahrradstraße” für diesen Straßenabschnitt diskutiert. Es sind noch einige Fragen unter den Fachämtern abzustimmen bevor dies umgesetzt wird.

Auf die von mir behauptete Unvereinbarkeit der Freigabe mit der VwV-StVO wurde mit keinem Wort eingegangen. So wird also in der “Residenz des Rechts” der Straßenverkehr verwaltet.

Fassen wir also zusammen: Hier wird mit vermutlich einigem Geldaufwand eine sinnlose Maßnahme getroffen, die im Ergebnis nur unwesentlich vom Ist-Zustand abweicht. Das Ganze ist aber in der Tat aus Sicht der Autofanatiker dringend notwendig: Man muß schließlich bei den Radfahrern die Vorstellung aufrechterhalten, daß sie nur dort fahren dürfen, wo ihnen dies mit speziellen Schildern erlaubt wird. Bevor also eine rechtswidrige Gehwegfreigabe aufgehoben wird und sich die Radfahrer dann alle zwangsläufig auf der Fahrbahn wiederfinden und merken, wie toll das doch eigentlich klappt, wird Ihnen gewissermaßen per Gnadenakt des Landgraf Behnle zugestanden, sich auf der Fahrbahn bewegen zu dürfen. Es könnte ja sonst jemand aufwachen und merken, daß er das sowieso darf.

Das illustriert sehr schön ein Bericht von ka-news über eine Info-Veranstaltung zu Fahrradstraßen:

Eidenmüller betonte, es gehe nicht um die Bevorzugung bestimmter Verkehrsformen. Eine Gleichberechtigung bedeute einen Vorrang verschiedener Verkehrsmittel an verschiedenen Stellen. Die Entwicklung der letzten Jahre habe “eine neue Art von Radfahrer” gebracht, die mitunter sehr schnell unterwegs sei, daher gelte: “Fußgänger und Radfahrer vertragen sich nicht”. Rad und Auto müssten die Fahrbahnen gemeinsam nutzen. Die Fahrradstraße sei ein besonderes Mittel, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Gegenseitige Rücksichtnahme sei aber in jedem Fall unverzichtbar, hob Eidenmüller hervor.

Das normale Mittel wäre, ganz einfach gar keine komischen Schilder aufzustellen.

CLIP No Screening bei Sipgate

Wie ich gerade beim Stöbern in der Konfiguration entdeckt habe, kann Sipgate anscheinend CLIP No Screening: Man kann beliebige “Absender”rufnummern eintragen, die dann übermittelt werden.

Das Ganze ist zwar als “BETA” gekennzeichnet, scheint aber zu funktionieren.

Coole Sache eigentlich, aber Mißbrauchspotential ist ganz klar vorhanden.

Wahlprüfungsbeschwerden

Der Bundestag hat heute diverse Wahleinsprüche, unter anderem gegen Wahlcomputer und wegen negativen Stimmgewichten, zurückgewiesen. Weitere Infos bei Wahlrecht.de.

Dagegen haben einige Einspruchführer, unter anderem Dr. Martin Fehndrich und Dr. Ulrich Wiesner, Wahlprüfungsbeschwerden beim Bundesverfassungsgericht angekündigt. Damit diese zulässig sind, benötigen sie Unterstützungsunterschriften. Wenn ihr also wahlberechtigt seid, füllt (mit möglichst vielen Bekannten) die auf der obigen Seite zu findenden Formulare aus und schickt sie an die angegebenen Adressen. Dann sind die 100 Unterschriften schnell zusammen. Danke!

Schloßparklauf

Gestern bin ich beim KSC-Schloßparklauf mitgelaufen – drei Runden durch Schloßgarten und Wildparkstadion, zusammen 9,9 km. Irgendwie war das bei absolut null Training in zweieinhalb Monaten keine gute Idee – aber was soll’s. Jetzt hab ich halt erstmal ordentlich Muskelkater.

Ist jedenfalls schon irgendwie nett, das Stadion mal von innen zu sehen. Und die 8 € Startgeld haben sich auch gelohnt: Es gab unter anderem ein T-Shirt (aus Polyester, also sportgeeignet) und eine Flasche Weißwein, sowie diverse andere Werbegeschenke.

Die Zeit ist dann doch eher nebensächlich …

Mein Name auf Chinesisch

Heute habe ich mal ein wenig gegooglet, um eine “Übersetzung” / Umschrift meines Namens in Chinesisch zu finden.

Bei chinafokus.de fand ich dann einen Vorschlag:

延斯, ausgesprochen yán sī.

Auf der Seite gibt es dann auch noch Hinweise zur Übersetzung von Namen ins Chinesische. Dort wird richtig bemerkt:

Es gibt allerdings im Chinesischen für einzelne Silben verschiedene Zeichen, so daß man auch hierzu noch eine Auswahl treffen muß.

Und da frage ich mich dann doch irgendwie, warum die ausgerechnet obige Auswahl getroffen haben. Aber erstmal muß ich ein wenig weiter ausholen:

Mein erster Weg führte zur Unihan Database von Unicode. Die beiden Zeichen fanden sich dann dort über den Radikalindex sehr schnell.

延 hat den Codepoint 5EF6 und bedeutet so viel wie “delay, postpone, defer”. 斯 hat den Codepoint 5EF6 und bedeutet so viel wie “this, thus, such; to lop off; emphatic particle”. Das enthaltene Radikal 69 (⽄) bedeutet übrigens “Axt”.

Fast überflüssig zu erwähnen, daß es für beide Silben noch etliche weitere Zeichen gibt: yán ergibt 102 Treffer. Davon haben manche zwar mehrere Aussprachen, aber nicht wenige Zeichen werden nur als yán ausgesprochen, noch mehr als yan mit Auswahl zwischen verschiedenen Tönen. Wobei ich inzwischen auch finde, daß ein erster Ton am besten paßt ;-) Für sī sieht es ähnlich aus: 52 Treffer, davon die allermeisten eindeutig.

Bei Gelegenheit muß ich echt mal alle passenden Zeichen anschauen und mir einen schönen Namen aussuchen. Frage an die Experten für chinesische Phonetik: Ist yán sī die einzige sinnvolle Möglichkeit, die Aussprache meines Namens abzubilden?