Begleitmaterial

Die Idealvorstellung vieler Profs, die ihre Vorlesungen mit Beamerfolien halten, ist ja vermutlich oft, daß sich die Studenten auf den vorher ausgedruckten Folien Notizen machen. Mag ja sein, daß das was bringt, aber ich weiß da nie, was ich aufschreiben soll. Entweder ist der Stoff eine Ansammlung von Fakten und die Erläuterungen dazu bloßes Rumgelaber, oder aber der Stoff ist so kompliziert, daß ich hinreichend damit beschäftigt bin, ihn zu verstehen und weder die Denkkapazität noch das Stoffverständnis habe, um zu entscheiden, was wichtig ist.

Umso wichtiger, daß man den Stoff hinterher nochmal nachvollziehen kann. Eine Möglichkeit: Der Prof hat seine Vorlesung auf Video aufzeichnen lassen. Suboptimal, denn nochmal will ich mir das Zeug eigentlich nicht anhören müssen. Zweite Möglichkeit: Die Folien sind hinreichend ausführlich und selbsterklärend, daß das geht. Schon besser, aber es fehlt immer noch die zweite Sichtweis, mit der man es dann vielleicht besser versteht. Dritte Möglichkeit: Es gibt ein Buch (oder mehrere Bücher), an die sich die Vorlesung über weite Strecken hält, einschließlich Notationen und Begriffen. Das ist IMO der Idealzustand, weil Bücher meist wirklich aus sich heraus verständlich sind.

Und diesen Fall darf ich zum Glück gerade bei der Vorbereitung auf die Übersetzerbau-Prüfung erleben. Die Folien von Prof. Goos entsprechen bei vielen “klassischen” Kapiteln inhaltlich sehr stark dem Buch von Goos und Waite: Compiler Construction. Das Buch ist naturgemäß an vielen Stellen um einiges tiefgehender, aber dieser Tiefgang hilft eher beim Verständnis, als daß er verwirrt.

Heute habe ich mir den Zusammenhang zwischen LR(1), LR(0), SLR(1) und LALR(1) reingezogen – und verstanden! Und ich muß sagen: Ein gutes Gefühl!

One thought on “Begleitmaterial

  1. Ich kenne noch Profs, die ihre Folien erst nach der VL veröffentlicht haben. Damit sollen die Studenten aufmerksam zuhören statt in den Folien zu stöbern. Clever!

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