Tauchgänge

So, nun möchte ich endlich mal über die Tauchgänge im Roten Meer berichten:

Los ging es am Freitag ganz gemütlich mit dem Checktauchgang. Der fand in Dorfa El Fanus, Ostseite, statt. Die Sicht war relativ schlecht, laut Guide wegen Südströmung.

Am nächsten Tag ging es flach weiter: Shaab Abu Ramada (Ost) auf 12,5 m. Ein schön einfaches Riff, bei dem man nichts falsch machen kann, mit besserer Sicht und vielen bunten Fischen (vbF). Am Nachmittag an Giftun Soraya haben wir dann einen Büffelkopfpapageienfisch gesehen (YES!) …

Am Sonntag morgen war dann ein Tauchgang mit in Marsa Abu Galawa geplant: Gegen die nicht allzu heftige Strömung auf dem Plateau lang, mal kurz auf 30 m, um die Riffkante und wieder zurück. Leider war dann die Strömung doch etwas heftiger, was uns tierisch Luft gekostet hat, und auf 30 m haben wir uns dann nicht getraut, weil uns das ob der heftigen Strömung zu weit vom Riff weg war. Was wir nicht wußten: Da unten wäre kaum Strömung gewesen … Naja, umgedreht und noch die Seegraswiese angeschaut, allerdings keine Seepferdchen entdecken können … Dafür war der Nachmittagstauchgang in El Fanadir Foc sehr schön: Fischschwärme schon beim Abstieg im offenen Wasser, Oktopus, Calmaren, Seezunge und – tata! – ein Delphin. Da ist es mir auch egal, wenn andere gleich davon sechs gesehen haben wollen … Am Abend kam dann noch ein Nachttauchgang am gleichen Tauchplatz. Die Sicht war irgendwie schon fast zu gut: Trotz Nacht besser als im Baggersee …Optisch sehr schön: Eine spanische Tänzerin (Schnecke).

Weiter ging es am Montag an Giftun Soraya Ham Ham: Ein Drifttauchgang (für die Unwissenden: Man springt vom fahrenden Boot ab, taucht mit der Strömung und kommt dann beim ankernden Boot an), bei dem mir kurz vor dem Absprung der Clip vom Maskenband kaputtgegangen ist … Ergebnis: blind für den Rest des Tages, weil meine Ersatzmaske keine Stärkengläser hat … Am Nachmittag dann Abu Quais, ein Korallengarten mit verstreuten Ergs (irgendwie sehr schwer zu Navigieren …) und danach noch das erste Wrack: die Balena im Hafenbecken direkt vor der Basis. Die Sicht war ziemlich schlecht (Hafen halt), weswegen wir auf dem Rückweg erstmal am Boot vorbeigetaucht sind … Außer dem Wrack gab es noch Kofferfische, Barakudas, Barsche, einen Schwarm irgendwelcher silberner Jungfische, eine Muräne und Gelbschwanzmakrelen.

Am Dienstag stand schon wieder ein Drifttauchgang auf dem Programm: Shaab Dorfa. Direkt beim Abstieg auf dem Grund haben wir endlich mal eine (Karett-)Schildkröte gesehen! War übrigens mein erster selbst geführter Tauchgang. Durchgeführt nach dem Motto “Ein Mann, ein Kompaß, eine Mission”, wofür mir Heiko eine bestandene Speeddiverprüfung bescheinigt hat … Am Nachmittag war dann wieder ein Drift-Tauchgang geplant, diesmal mit Pickup an der Strömungsleine vom fahrenden Boot. Das hat auch alles soweit geklappt, der Drift war allerdings eher ein Antidrift (irgendjemand muß das Riff umgedreht haben …).

Als krönender Abschluß fand dann am Mittwoch eine längere Tour (gut zwei Stunden für eine Strecke) zu den Wracks an Shaab Abu Nuhas statt: Hier haben wir uns an den Guide gehängt, weil wir uns ohne ganz sicher nicht ins Wrack hinein getraut hätten. Und es hat sich wirklich gelohnt: Wir sind kreuz und quer durch die Wracks getaucht, durch superenge Passagen. Erstes war die Crisoula K., beladen mit italienischen Bodenfliesen. Schade, daß wir nicht dran gedacht haben, ein Pack mitzunehmen, wäre ein super Reiseandenken gewesen. Das zweite war dann die Giannis D. Dieses Wrack hatte 50° Schräglage, sehr irritierend, da einen Gang entlang zu tauchen … Und so ganz ungefährlich ist das Wracktauchen ja anscheinend auch nicht: Erstmal hab ich ziemlich viel Luft verbraucht, hauptsächlich wohl, weil ich im Wrack zwecks Tarierung statt mit viertelvoller eher mit gut halbvoller Lunge austariert war (es ist gut, wenn man schnell was machen kann, wenn man an die Decke zu stoßen droht …). Heiko ist dann noch mit 50 bar in der Flasche mit seinem Zweitatemregler in einer Spalte hängengeblieben, und ich hatte im Wrack einen leichten Wadenkrampf, zum Glück erst kurz vor dem Ausgang, den ich mangels Bewegungsfreiheit erst draußen vernünftig lösen konnte. Aber es hat wirklich viel Spaß gemacht.

Bleiben nur die etwas unzuverlässigen Strömungsvorhersagen zu bemängeln … Das Wort “meistens” sollte Farid vielleicht aus seinem Wortschatz streichen. Ansonsten: Ein super abwechslungsreiches Programm an Tauchgängen, bei dem wirklich nichts fehlte. Gerne mal wieder …

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