Einigkeit und Recht und Freiheit

In letzter Zeit wird dank der Fußball-WM wieder vermehrt die deutsche Nationalhymne gesungen, deren Text ich hier gerne nochmal wiedergebe:

Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand;
|: Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland! :|

Und damit legen dann natürlich auch die Bedenkenträger wieder los.

Zum Beispiel die GEW, die die Hymne als nicht mehr zeitgemäß bezeichnete, inzwischen aber zurückgerudert ist, oder auch Walter Jens (Netzeitung), der da sagt, niemand verstehe mehr, was «des Glückes Unterpfand» sei.

Stattdessen will er ein Bitte-habt-uns-Lieb-Lied von Brecht:

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Dass ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land
Dass die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin …
Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s…

Der Text paßt zwar zu Brecht, aber nicht zu einer Nationalhymne.

Gegen ein bißchen Pathos in einem feierlichen Text ist doch nichts einzuwenden, und die dritte Strophe des Liedes der Deutschen bringt in mustergültiger Weise Werte zum Ausdruck, die wir zur Grundlage unserer Gesellschaftsordnung und unseres politischen lebens machen wollen, und auf die wir zu Recht stolz sein können.

Um es mit von Weizsäcker zu sagen:

Die 3. Strophe des Hoffmann-Haydn’schen Liedes hat sich als Symbol bewährt. Sie wird im In- und Ausland gespielt, gesungen und geachtet. Sie bringt die Werte verbindlich zum Ausdruck, denen wir uns als Deutsche, als Europäer und als Teil der Völkergemeinschaft verpflichtet fühlen.

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