Road Trip

Wenn man schon in Australien ist, muß man natürlich auch in bißchen rumfahren. Autos sind dort leider ziemlich teuer (wie ja wohl auch in Amerika), so sind es dann nur knappe fünf Tage geworden, die immerhin ca. 200 Euro Miete gekostet haben.

Linksverkehr ist am Anfang doch sehr ungewohnt, von der Autovermietung (leicht östlich vom CBD) nach Hause (ein Stück südlich vom Hauptbahnhof) habe ich dann auch knapp eine halbe Stunde gebraucht. Schalten ist halt ein motorisch-dynamischer Stereotyp, den auf den anderen Arm zu adaptieren dauert halt eine Weile. Seltsamer Weise habe ich öfter mal den Scheibenwischer betätigt, wenn ich blinken wollte – obwohl der Blinker- und Scheibenwischerhebel auf derselben Seite sind. Kann mir vielleicht ein Neurophysiologe oder so genauer erklären?

Da das Auto, wie schon geschrieben, schon so (mit unverschämtem Unter-25-Aufschlag) teuer genug war, habe ich auf Premium Coverage oder ähnliches verzichtet. Standard Coverage hat eine Selbstbeteiligung von 2750 AUD – aber man geht ja eh davon aus, daß nichts passiert ;-)

Naja, es waren am Anfang schon viele kleine Beulen und Kratzer am Auto, die der Angestellte auch hoffentlich alle markiert hat. Daß ließ dann hoffen, daß die nicht allzu pingelig sind. Irgendwann am Anfang, wir waren nur bei trockenem Wetter auf asphaltierten Straßen unterwegs gewesen, bemerkten wir dann einen kleinen, aber doch recht deutlich sichtbaren Steinschlag. Entweder war der vorher schon da und wurde nicht eingetragen, oder es hat uns tatsächlich das vorausfahrende Fahrzeug einen kleinen Kiesel aufs Auto geschleudert. Jedenfalls ist bis jetzt keine Forderung gekommen … In den Snowy Mountains ist uns dagegen ein blauer papageiähnlicher Vogel (mit roten Federn und Schwanz) bei gut 100 km/h mitten auf die Windschutzscheibe geflogen. Zum Glück nicht mit dem Schnabel, sonst wäre die wohl wirklich hin gewesen. So ist glücklicherweise überhaupt nichts passiert. Die Viecher sind aber auch wirklich selten dämlich … Später habe ich dann übrigens noch einen Info-Flyer gesehen, was man bei verletzten Wildtieren machen soll, wie einpacken, wo anrufen, etc. Zu meiner Entlastung gehe ich einfach mal davon aus, daß das Viech nicht verletzt, sondern tot war. Wie auch die Wombats, die ständig tot am Straßenrand lagen (und vor denen auch auf den bekannten gelben Schildern gewarnt wird).

Der Hyundai Getz ist IMO überhaupt nicht zu empfehlen: Der Fahrersitz ist super unbequem, das sollte als KO-Kriterium ausreichen, wenn man mehr als 10 Minuten am Stück fahren will. Das Lenkrad war anscheinend auch nicht höhenverstellbar, so daß der Tacho nicht wirklich vernünftig erkennbar war. Und dann der Tank: Ein normaler Zapfhahn ließ sich nicht ordentlich einführen, und einrasten erst recht nicht. Toll, wenn man nach Gefühl tanken muß … Folglich hat Thrifty dann am Ende auch per Kreditkarten-Abrechnung nochmal sieben Liter überteuerten Sprit berechnet, obwohl wir eigentlich 30 km vorher vollgetankt haben. Ich vermute aber einfach mal, daß die – ebenfalls nach Gefühl – übervoll getankt haben.

Auch ansonsten ist der Service bei dem Laden etwas komisch: Keine After-Hour-Returns (angeblich), so daß ich, um nicht am späten Nachmittag schon wieder in Sydney sein zu müssen, den Wagen am Flughafen abgeben mußte. Da stand dann seltsamerweise ein Kasten, wo man für After-Hour-Returns die Schlüssel reinschmeißen sollte. Na danke. Und die Wartung kommt auch etwas kurz: Daß das Scheibenwaschwasser leer ist, darf nun wirklich nicht vorkommen. Und wir haben es tatsächlich die ganze Tour nicht geschafft, das aufzufüllen (dafür war es dann doch nicht dringend genug …).

Zur Tour an sich: Wir sind von Sydney erstmal zur Botany Bay, dann weiter in den Royal National Park, waren dort schwimmen, und sind dann weiter nach Wollongong. Am nächsten Tag haben wir uns dort einen buddhistischen Tempel angeschaut und waren dann im Jarvis Bay National Park. Dort haben wir am nächsten Tag eine Delphintour gemacht und sind dann weiter in die Snowy Mountains. Am nächsten Tag dann nach Canberra, und am Samstag zurück nach Sydney. Über einige Ziele werde ich noch näher berichten …

Die Bergstraße nach Cooma war echt nett. Ein Lookout war nach dem Busfahrer Fred Piper benannt, der an jener Stelle bei der Erfüllung seiner Pflichten umgekommen ist.

Ansonsten sind die Straßen teilweise etwas seltsam – obwohl sie eigentlich doch recht gut benutzt werden. Daran kann es also nicht liegen. Reifenteile, tote Tiere, etc. werden grundsätzlich liegen gelassen – auch auf der Autobahn. Wobei “Autobahn” – man darf da zwar 110 km/h fahren (oder waren es 120? whatever …), aber auf dem Seitenstreifen sind theoretisch Fahrräder erlaubt. Verrückt …

Jedenfalls mal ein interessantes, aber doch recht anstrengendes Erlebnis …

Übrigens: Vernünftige Straßenkarten sind nicht zu bekommen, außer am Flughafen, wie ich beim Abflug bemerkt habe. Super.

One thought on “Road Trip

  1. Pingback: tessarakt - das vierdimensionale B-L-O-G

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>