Pfeiltaste rechts

Schon eine geraume Zeit hab ich mich mit einem blöden Problem arrangiert: Die rechte Pfeiltaste meiner Tastatur hatte ihren Dienst versagt, nachdem ein Glas Wasser über letztere gelaufen war. Ende und dann ggf. ganz lange nach links ist doch irgendwie doof.

Heute habe ich mir endlich was Neues gekauft: Creative Desktop Wireless 6000, bestehend aus einer Funktastatur und einer Funkmaus. Muß wohl ein Auslaufmodell sein, 19,99 € für das Set.

Aber es funktioniert wunderbar und tut seinen Dienst. Besonders praktisch: Nur ein Empfänger für Tastatur und Maus. Das spart einen USB-Port und erspart Kabelsalat.

Studienassistenzsysteme

Heute kam über die Mailingliste der ATIS eine Bitte des Prorektors für Struktur und Entwicklung der Universität Karlsruhe, sich an einer Umfrage über ein Assistenzsystem für Studierende im Rahmen von KIM – Karlsruher Integriertes InformationsManagement zu beteiligen.

Hilfreich, wie ich bin, habe ich das natürlich gemacht. Immer will man ja auch wenigstens ein bißchen Einfluß nehmen, daß sowas in die richtige Richtung läuft.
Einige der Vorschläge sind ziemlich schwachsinnig, aber das Projekt scheint ja in einer ziemlich frühen Phase zu sein. Da schon Benutzerfeedback zu suchen, finde ich vorbildlich – vielleicht fallen die schwachsinnigen Vorschläge ja auch noch raus.

Die Gestaltung der Umfrage gefiel mir sehr gut. Anscheinend legt man wirklich Wert auf Anregungen und ehrliche Meinungen – zu jeder Frage gab es noch ein Freitextfeld. Im Vergleich dazu waren die Evaluationen der Lehrveranstaltungen sehr halbherzig. Unpassende Fragen etc. legen nicht unbedingt nahe, daß man “von oben” tatsächlich an verwertbaren Ergebnissen interessiert ist.

Der Wunsch nach Rache

Wenn Jörg Armbruster einen Schauprozeß gegen Saddam Hussein ablehnt und diese Meinung auch noch so fundiert begründet, daß es vielleicht auch ein BILD-Leser verstanden hätte, ist das vorbildlich.

Wenn BILD ihn dafür zum Verlierer des Tages kürt, ist das nicht nur peinlich, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, daß dieses Blatt moralisch auf niedrigster Stufe steht.

Via: Bildblog.

Demokratie

Eine ganz schöne Show haben unsere ach so demokratischen Parteien bei der konstituierenden Sitzung des 16. Deutschen Bundestages abgezogen. Erst beschlossen sie, der “zweitgrößten Fraktion” (aus der Begründung geht dann dann hervor, daß sich das explizit auf die SPD bezieht) einen weiteren Stellvertreter des Präsidenten zu spendieren (mitsamt zwei Sekretärinnen, Aufwandsentschädigungen, Zulagen etc.), um die gleiche Augenhöhe in der Großen Koalition zu wahren.

Als dann der Stellvertreterposten für die Linkspartei besetzt werden sollte, fiel er im ersten Wahlgang mit 225:312:55 (Ja/Nein/Enthaltung) durch, zwei Abgeordnete waren zu blöd, richtig zu wählen und wählten stattdessen ungültig. Vermutlich stand “Lothar ist doof!” auf dem Stimmzettel …

Nachdem dann improvisierte neue Stimmzettel verteilt worden waren (die Wahl des Stellvertreters für die Grünen wurde schon mal vorgezogen) gab es einen zweiten Wahlgang. Hier fiel Lothar Bisky mit 282:235:46 durch (nötig gewesen wäre eine absolute, keine relative Mehrheit), diesmal waren sogar neun Abgeordnete zu blöd zum Wählen. Unter den Voraussetzungen sollte man sich eher nicht über das vom Wahlvolk produzierte Ergebnis beschweren …

Dann wurde ein dritter Wahlgang durchgeführt, bei dem relative Mehrheit reichen sollte (mit dem Ergebnis aus dem zweiten Wahlgang hätte das ja gereicht). Hier ging es dann 248:258:31:7 aus. Sehr viele, die vorher noch Ja gestimmt hatten, hatten sich also plötzlich umentschieden.

Von der Linken kam dann – zurecht, wie ich finde – der Zuruf “Pfui!”, und der Hinweis auf die Geschäftsordnung stieß seltsamerweise auf Beifall im ganzen Haus.

Zitat Präsident Dr. Norbert Lammert:

Wenn sich dieser spontane Beifall, für den ich mich bedanke, nach einer gemeinsamen Denkpause in einem entsprechenden Wahlergebnis niederschlagen könnte, ließe sich möglichst bald das Präsidium des Deutschen Bundestages komplettieren.

Man kann diese Sitzung, wie Dr. Lammert es tat, als “diese[s] etwas mühsame[] Geschäft, das wir uns heute gegenseitig zugemutet haben” bezeichnen. Man kann es aber auch als Zumutung für den Wähler ansehen und als politisches Kasperletheater bezeichnen.

IBM Thinkpad

Das Displayscharnier war an meinem Thinkpad R40 schon ziemlich am Anfang kaputt, und der Akku wurde mit der Zeit auch immer schlechter. Als dann auch noch die Festplatte streikte (die ich dann auf eigene Kosten ersetzt habe), war die Zeit gekommen, das Teil mal einzuschicken.

Also erstmal beim Händler, notebooks-billiger.de angefragt. Dort wurde ich auf den Hersteller, also IBM verwiesen. Immerhin gab es auch eine Nicht-0180-Telefonnummer. Also dort angerufen – es wurde sogar ein automatischer Rückruf angeboten.

Hab also die Probleme (Platte und Scharnier) geschildert, und wurde auf ein Testprogramm verwiesen. Das dumme Testprogramm hat natürlich nix gefunden – dafür sahen die S.M.A.R.T.-Daten nicht so toll aus (auch wenn angeblich kein Disk Failure vorlag – lol). Also zusammen mit dem Kaufbeleg per eMail die Ausgabe von smartctl -a hingeschickt. Irgendwann kam dann ein Rückruf. Ewig erklären müssen, warum die Platte meiner Meinung nach nicht ging, dann hieß es: “Ja, tauschen wir aus.”

Also nach ner geeigneten Verpackung suchen: zwei große Kartons vom Aldi, zwei herumliegende Styroporteile, Unmengen von Zeitungen und Klebeband. Das ganze hat dann schlappe 10,50 € Porto gekostet.

Nachdem das Paket schon eine Weile da angekommen war, kam dann ein Anruf von einem Service-Techniker, der aufgrund seines russischen Akzents kaum zu verstehen war und obendrein noch offensichtlich keinerlei Ahnung hatte. Mit seinen zwei Diagnoseprogrammen könne er keinen Fehler finden, und wenn er keinen Fehler finden könne, könne er die Platte nicht austauschen. Warum schicke ich den Trotteln bitteschön detaillierte Infos per eMail, wenn es dann doch keiner liest?

Am 7. Oktober (Freitag) wäre das Notebook dann sogar wieder da gewesen – wenn UPS in der Lage wäre, Pakete zuzustellen. Am Montag hat es dann geklappt. Auf dem Zettel, wo draufsteht, was sie gemacht haben (Platte geprüft, OS-Image neu aufgespielt …) steht nix vom Displayscharnier. Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, daß es nicht mehr wackelt.

Dieser Call-Center-Irrsinn nervt. Das hat doch nur den Sinn, den Informationsaustausch mit dem Kunden zu verhindern und obendrein sich auf nichts festnageln zu lassen. Und jeder aus dem Saftladen fragt einen dann wieder den gleichen Scheiß.

Die Konsequenz ist für mich klar: Nie wieder IBM. Wer weder beim Produkt an sich noch beim Kundendienst eine gewisse Mindestqualität zu halten in der Lage ist, will offensichtlich keine Kunden haben.

Platz der Grundrechte

Er ist fertig, der Platz der Grundrechte. Sich die über die Stadt verteilten Schilder zusammenzusuchen, ist sicher interessant, der eigentliche Platz, am Zirkel Richtung Schloß, ist aber wenig spektakulär. Die Texte liest man sich lieber im Stadtwiki durch (leider nicht für alle Schilder verfügbar), auf den Schildern sind sie nämlich unlesbar. Aber vermutlich ist das ein Hinweis darauf, daß Recht unbequem ist, oder irgendwas in die Richtung (bin ich zu optimistisch, wenn ich davon ausgehe, daß sich der Künstler bei dieser Art der Gestaltung zumindest irgendetwas gedacht hat?).

Neue Schuhe

Eigentlich waren meine alten Asics GT-2090 schon vor dem Halbmarathon mit ca. 1000 km längst hinüber, aber da ich erst eine Woche vorher aus dem Urlaub zurückgekommen war, war zum Wechseln auch keine Zeit mehr.

Am folgenden Donnerstag also zu Runners Point, inzwischen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor. Dort wurde mir dann der Asics GT-2100, Nachfolgemodell meines alten Schuhs angeboten. Passen tat er auch wunderbar, aber vielleicht hätte ich damit (und überhaupt) doch mal aufs Laufband steigen sollen.

Jedenfalls bin ich damit dann insgesamt viermal acht km gelaufen, und hatte jedes Mal nach ca. fünf km leichte Knieprobleme, außerdem fühlte sich die Dämpfung irgendwie schwammig an. Nachfrage in de.rec.sport.laufen.misc brachte nicht wirklich Ergebnisse, außer daß viele Leute, die vorher den GT-2090 hatten, mit dem GT-2100 nicht so zufrieden waren und sich eher den 2090 zurückwünschten.

Also vorletzte Woche nochmal zum Runners Point. Wenn’s um die Gesundheit und das Wohlbefinden beim Sport geht, soll schließlich alles stimmen. Und davon, wie die Zufriedenheitsgarantie dort gehandhabt wird, war ich wirklich extrem positiv überrascht. Ein Umtausch wurde mir geradezu aufgedrängt: Ich bin barfuß und mit meinem jetzigen neuen Schuh, dem Brooks Glycerin 4 auf dem Laufband gewesen, mit dem alten Schuh gar nicht.

Rückgabe und Kauf der neuen Schuhe lief beides über die Bankkarte – wurde auch beides am selben Tag gebucht. Einziger Kritikpunkt dabei: Der alte Kassenzettel, auf dem auch noch was anderes stand, wurde einbehalten, für die Buchhaltung (natürlich hätte ich eine Kopie bekommen können). C&A löst das besser: Dort wird der alte Kassenzettel gescannt (Barcode), dann erscheint er auf dem Bildschirm und die Kassiererin kann beliebig Artikel zurückgeben, und dann wird ein “Restbon” mit den verbliebenen Artikeln und eine Rücknahmequittung gedruckt.

Inzwischen bin ich mit dem Glycerin schon gut 50 km gelaufen. Von der mir wieder ausdrücklich angebotenen Zufriedenheitsgarantie brauche ich diesmal keinen Gebrauch machen.

Was lernen wir daraus? Erstens: Gute Beratung und vernünftiger Service sind ihr Geld wert (im Gegensatz zur Illusion davon). Zweitens: Man sollte die Beratung auch jedes Mal nutzen. In einem Dreivierteljahr kann sich am Bewegungsapparat eine Menge geändert haben, und das Nachfolgemodell ist mit dem Vorgängermodell wohl auch in den seltensten Fällen identisch.