Kein Verkauf im Zug

Ich fahre selten mit Nahverkehrszügen. Noch seltener fahre ich mit der Pseudo-Eisenbahn eines in Kaltenkirchen ansässigen Eisenbahnverkehrsunternehmens, und zwar immer dann, wenn ich mal wieder meine Eltern besuche. Daher bemerke ich auch am Automaten im Zug angebrachte Zettel, wonach ab 1. August das Lösen von Fahrkarten im Zug nicht mehr möglich ist, nicht unbedingt – immerhin gibt es nur einen Automaten pro Zug. Zum Glück hatte ich am Sonntag noch genug Zeit, um die ca. 100m vom einsam am hinteren Ende des Bahnsteigs stehenden Zug zum am Treppenaufgang am anderen Ende aufgestellten Fahrkartenautomaten hin und wieder zurück zu laufen.

Dieser Bahnhof ist wirklich absolut überdimensioniert, was – wie man hier sieht – ziemlich kontraproduktiv sein kann. Hätte man es sich gleich gespart, die Züge mit den Automaten auszurüsten, hätte man am anderen Ende des Bahnsteiges auch noch einen aufstellen können …

Im übrigen sind die Züge der AKN vor allem eins: langsam und laut. Beim Anfahren und bei jedem kleinen Anstieg ist das Dieselaggregat ordentlich am Kämpfen, und auch die Maximalgeschwindigkeit (die Strecke ist auf 80 km/h ausgelegt), ist nicht so wirklich der Hit. U- und S-Bahn im dichtbesiedelten Stadtgebiet (und zum Teil weit darüber hinaus) beschleunigen schneller, jeder Regionalzug von DB Regio in deutlich dünner besiedelten Gebieten schafft mehr Kilometer pro Stunde.

Mit so einem Zug will natürlich kaum jemand fahren, obwohl die Siedlungsstruktur im Verdichtungsraum Hamburg verkehrstechnisch ideal auf die Achsen ausgerichtet ist. Schuld daran ist IMO, daß hier zu früh systemwidrig eine private Eisenbahngesellschaft gegründet wurde. Hätte die Deutsche (Bundes|Reichs)bahn die Strecke betrieben, wäre das vermutlich die Verbindung HH-Neumünster geworden und entsprechend ausgebaut worden. So haben wir jetzt eine Regionalbahnlinie, die sich für Nahverkehr hält und unkomfortabler ist als jede S-Bahn. Toll.

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