KAMUNA – das steht für Karlsruher Museumsnacht. Die fand gestern schon zum siebten Mal statt.
Diverse Museen haben bis 1 Uhr nachts geöffnet und man kommt überall mit einem Button für 6 Euro (Studenten, Vorverkauf) rein. Auch wenn nicht alles so geklappt hat wie geplant, war es doch sehr interessant, und ein guter Anlaß, sich die eine oder andere Ausstellung, oder gar das eine oder andere Gemälde bei einem weiteren Museumsbesuch nochmal genauer anzugucken.
Zuerst waren wir in der Staatlichen Kunsthalle bei Der inspirierte Philosoph: Denis Diderot im Bild. Im wesentlichen wurde dort kurz ein Bild erklärt, das Fragonard von Diderot gemalt hat. Diderot kannte ich bisher übrigens nur wegen seiner Encyclopédie, wegen derer ein Zitat von ihm Eingang in die Satzung des Wikimedia Deutschland e.V. gefunden hat:
» … damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei; damit unsere Enkel nicht nur gebildeter, sondern gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden, und damit wir nicht sterben, ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben.« Denis Diderot
Nach dieser also recht kurzen Führung haben wir uns noch ein wenig mehr in der Kunsthalle umgeschaut. Fasziniert haben mich sechs Passionsbilder in Raum 8, von denen ich allerdings nicht mehr weiß, von wem die waren. Jedenfalls schön bunt und reich an abgebildeter Handlung.
Danach waren wir im Badischen Landesmuseum im Schloß. Dort gab es Kostumführungen durch verschiedene Ausstellungen. Hängengeblieben sind aber insbesondere die badischen Revolutionslieder:
Schlaf, mein Kind, schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß!
Gott aber weiß, wie lang er geht:
bis daß die Freiheit aufersteht,
und wo dein Vater liegt, mein Schatz,
da hat noch mancher Preuße Platz!
Schrei, mein Kindlein, schrei’s:
Dort draußen liegt der Preuß!
Danach haben wir ein leckeres Eis gegessen und wollten dann eigentlich mit der historischen Straßenbahn fahren. Dummerweise kam zur angekündigten Zeit keine in die richtige Richtung …
Die UV-Performance im Badischen Kunstverein war leider etwas enttäuschend. Das Restlicht war dank offener Türen deutlich zu hell, die artistische Qualität eher mittelprächtig. Da fand ich die Schwarzlicht-Vorführung, die meine Klasse beim Zivildienst an der Janusz-Korczak-Schule in Kaltenkirchen gemacht hat, irgendwie besser …
Im Kellergeschoß des Badischen Kunstvereins gibt es tolle Interviews zum Beispiel mit einem Anarcho-Demokraten zu sehen. Naja, etwas verquere Ansichten, IMO noch weniger realisierungsfähig als Liquid Democracy …
Bei der Abschlußveranstaltung (Salsa-Band im Naturkundemuseum) kam leider auch nicht wirklich Stimmung auf …
Insgesamt eine äußerst lohnende Veranstaltung. Viel haben wir zwar nicht geschafft, mehr wäre auch deutlich zu anstrengend geworden.