Mantua

Heute waren wir in Mantua. Wow! Die Stadt ist einfach genial.

Die Stadt liegt zwischen Seen und ist sehr großzügig angelegt – breite Straßen, diverse Parks und Plätze – ohne dabei protzig zu wirken.

Ich mußte mir gar nicht so viel von innen anschauen, die Stadt an sich hat einfach was. Wenn ich mal irgendwann mit mehr Zeit wieder da bin, werde ich mir aber sicher einmal den Palazzo del Te anschauen – für heute hat es mir gereicht, vom Eingang aus reinzuschauen. Die Säulen und die Deckenstruktur – einfach beeindruckend!

Straßenverkehr in Italien

Der Straßenverkehr in Italien ist wirklich mörderisch …

Vielleicht liegt das aber auch an den Tridentiner Stadtplanern, die als einzige halbwegs direkte Verbindung vom Vorort Gardolo ins Stadtzentrum von Trento eine Schnellstraße mit baulich getrennten zweispurigen Richtungsfahrbahnen und Tempo 70 vorgesehen haben.

Heute morgen war ich nicht so wirklich ausgeschlafen, da hat das irgendwie keinen Spaß gemacht …

Schon klar, die richtige Reaktion auf hupende Lkws ist nicht, an den Rand zu fahren, sondern auf die Mitte der Fahrspur, aber am Anfang war ich doch erstmal etwas überrascht.

Geblinkt beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr oder beim Spurwechsel wird dann schonmal gleich gar nicht. Und zu vernünftigem vorausschauenden Fahren sind die Leute hier anscheinend auch nicht in der Lage – aus Süditalien hatte ich das noch anders in Erinnerung.

Seedurchquerung

Gestern waren wir am Lago di Levico.

Lago di Levico

Als wir im Wasser waren, hatten wir die tolle Idee, einmal zur anderen Seite und zurück zu schwimmen.

Es hat geklappt – aber es war schon verdammt weit, und jetzt ist der Muskelkater da …

Aber Schlangen gibt es in dem See anscheinend doch keine, und auch keine Haie oder Krokodile.

Sonntags in Italien

Sonntag in Italien ist irgendwie merkwürdig. Ins Museum kommt man, dafür haben fast alle Tabacchi, viele Eiscafés und alle Läden geschlossen. Und das, obwohl am Lidl stand, daß er am Sonntag geöffnet haben soll (der Türöffner schien auch dieser Ansicht zu sein, das Türschloß nicht).

Naja, ein Eis, ein paar Scheiben Brot und ansonsten kalte und warme Getränke reichen einen Tag lang auch aus …

Lidl in Italien

Auch in Italien gibt es Lidl:

Lidl in Italien: Schild

Und er sieht sogar fest genauso aus wie in Deutschland:

Lidl in Italien: Innenansicht

Natürlich gibt es Unterschiede im Sortiment, aber auch erstaunlich viele deutsche Artikel. Es gibt zum Beispiel deutsches Frischfleisch. Der Kühl-Lkw macht’s möglich …

Vernünftiges Brot gibt es allerdings in Italien auch bei Lidl nicht. Und es ist das meiste deutlich teurer (2,49 €, runtergesetzt von 2,99 €, für 8 AA-Batterien, statt 0,99 € für vier Stück in Deutschland, zum Beispiel). Billiger ist bloß das Mineralwasser ohne Kohlensäure: 0,13 € für 1,5l statt 0,19 €, und ohne lästiges Einwegpfand.

Aber der deutsche Lebensmittelmarkt ist für Verbraucher wirklich ein Paradies (und der italienische wohl für Lidl).

Seltsam allerdings: Mittwoch nachmittag ist er ab 13:00 zu, dafür hat er sonntags den ganzen Tag geöffnet … Allerdings scheinen das auch die Italiener nicht gewöhnt zu sein, heute mußten sich da noch mehrere Leute so abhetzen wie ich …

Lago di Molveno

Heute waren wir am Lago di Molveno, auf 864 bzw. 868 Meter über NN (je nach Postkartenhersteller).

Lago di Molveno

Dorthin ging es mit dem Bus, über noch höhere Berge rüber. Das hätte einige recht schöne Fotomotive geben – leider waren die Serpentinen von Bergen umrundet …

Am See war es zumindest bis ca. 17:00 halbwegs warm, man hätte sogar schwimmen können (und ich Trottel vertraue auf die Aussage, daß es da oben höchstens 20 °C Lufttemperatur habe und packe extra die Badesachen aus und dafür eine Jacke ein …). Abend allerdings wurde der Wind doch etwas frischer, und das Ufer lag langsam im Schatten der Berge. Aber da sind wir dann auch recht bald wieder zurückgefahren.

Naja, Tretbootfahren war auch ganz schön (und naß und es hat geschaukelt …), aber zum nächsten See werden Badesachen mitgenommen!

Trenitalia

Heute bin ich mit der Bahn von München nach Trento gefahren. Tarif EuropaSpezial der Deutschen Bahn, halbwegs günstig für 29 € (allerdings ist das für nur 355 km so günstig nun auch wieder nicht). Entsprechend erwartete ich dann auch den gewohnten DB-Standard.

Am Münchener Hauptbahnhof erwartete mich dann Überraschung: Wagenmaterial von Trenitalia. Erstmal nichts bei gedacht … Dann meinen Wagen Nr. 259 gefunden: alle Türen defekt. Also in Wagen 260 eingestiegen – die Übergänge zwischen den Wagen erinnerten an D-Zug-Zeiten. Immerhin ließen sich die Türen elektrisch öffnen.

Das Zugbegleitpersonal kam von den ÖBB. Bis auf die Tatsache, daß kein Mobiles Terminal vorhanden war, um mein Online-Ticket zu prüfen, war am Schaffner aber nichts auszusetzen. Der Zugchef sagte auch nur einmal alle Halte des Zuges (und es waren viele, insbesondere in Ösiland – der hat in Städten gehalten, von denen ich nicht mal wußte, daß sie existieren) an. Etwas nerviger war da der Typ aus dem BordBistro. Der war offensichtlich nicht ausgelastet und wies nach jedem der vielen Halte in Italienisch und Englisch auf seinen gastronomischen Service hin.

Nach jedem Anfahren (was mit einem seltsamen Quietschen verbunden war), ging im Abteil übrigens kurz das Licht aus … Und die Vakuum-Klospülung ist bei Trenitalia anscheinend auch noch nicht erfunden worden.

Sehr schön auf der gesamten Fahrt war das Alpenpanorama. Und die Stadtdurchfahrt in Innsbruck (auf einer erhöht liegenden Trasse) erinnerte irgendwie an die Berliner Stadtbahn. Nicht so schön war allerdings, daß es auf der gesamten Fahrt regnete (und jetzt in Trento immer noch regnet …).

Am Brenner konnte man dann die Süchtigen beobachten, die im Zug (auf dem nicht überdachten Bahnsteig regnete es) an der offenen Tür ihre Zigaretten rauchten. Wie überall sonst in der Öffentlichkeit ist in Italien jetzt auch das Rauchen in Zügen verboten. Drohende Geldbuße: 7 Euro.

Wie heißt es doch: Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön …

Kaputte Akkus

Nach nur eineinhalb Jahren und recht seltener mobiler Benutzung sieht mein Notebook-Akku so aus:

# cat /proc/acpi/battery/BAT0/info
present: yes
design capacity: 57600 mWh
last full capacity: 39160 mWh

Ähnlich mein Handy: Früher hat es gut eine Woche gehalten, jetzt (nach 2,5 Jahren) nur noch drei bis vier Tage.

Soll das so?

Baden-Marathon

Heute habe ich zum ersten Mal eine Strecke über 20 Kilometern gelaufen: 20,1 km in einer Stunde und 55 Minuten. OK, es waren Gehpausen dabei, aber das wird schon noch …

Jedenfalls fühle ich mich jetzt ganz fit für den Halbmarathon des Baden-Marathons am 18. September. Start ist um 9:00 an der Europahalle, die Strecke führt zum Beispiel die komplette Durlacher Allee entlang. Ich freue mich über jeden, der an der Strecke steht und mich anfeuert.

Kein Verkauf im Zug

Ich fahre selten mit Nahverkehrszügen. Noch seltener fahre ich mit der Pseudo-Eisenbahn eines in Kaltenkirchen ansässigen Eisenbahnverkehrsunternehmens, und zwar immer dann, wenn ich mal wieder meine Eltern besuche. Daher bemerke ich auch am Automaten im Zug angebrachte Zettel, wonach ab 1. August das Lösen von Fahrkarten im Zug nicht mehr möglich ist, nicht unbedingt – immerhin gibt es nur einen Automaten pro Zug. Zum Glück hatte ich am Sonntag noch genug Zeit, um die ca. 100m vom einsam am hinteren Ende des Bahnsteigs stehenden Zug zum am Treppenaufgang am anderen Ende aufgestellten Fahrkartenautomaten hin und wieder zurück zu laufen.

Dieser Bahnhof ist wirklich absolut überdimensioniert, was – wie man hier sieht – ziemlich kontraproduktiv sein kann. Hätte man es sich gleich gespart, die Züge mit den Automaten auszurüsten, hätte man am anderen Ende des Bahnsteiges auch noch einen aufstellen können …

Im übrigen sind die Züge der AKN vor allem eins: langsam und laut. Beim Anfahren und bei jedem kleinen Anstieg ist das Dieselaggregat ordentlich am Kämpfen, und auch die Maximalgeschwindigkeit (die Strecke ist auf 80 km/h ausgelegt), ist nicht so wirklich der Hit. U- und S-Bahn im dichtbesiedelten Stadtgebiet (und zum Teil weit darüber hinaus) beschleunigen schneller, jeder Regionalzug von DB Regio in deutlich dünner besiedelten Gebieten schafft mehr Kilometer pro Stunde.

Mit so einem Zug will natürlich kaum jemand fahren, obwohl die Siedlungsstruktur im Verdichtungsraum Hamburg verkehrstechnisch ideal auf die Achsen ausgerichtet ist. Schuld daran ist IMO, daß hier zu früh systemwidrig eine private Eisenbahngesellschaft gegründet wurde. Hätte die Deutsche (Bundes|Reichs)bahn die Strecke betrieben, wäre das vermutlich die Verbindung HH-Neumünster geworden und entsprechend ausgebaut worden. So haben wir jetzt eine Regionalbahnlinie, die sich für Nahverkehr hält und unkomfortabler ist als jede S-Bahn. Toll.

Plattencrash

Nachdem ich vorher schon ein paar merkwürdige Dateisystemfehler beim Booten hatte (ich boote nicht oft …) kam es gestern dann ganz dicke: Vordergründig ließ sich das Dateisystem immer reparieren, beim Booten gab es dann aber Fehler beim Anlegen des Journals oder so. Einzige Lösung: Neue Platte, soviele Daten wie möglich rüberschaufeln, Linux neu installieren.

Allzuviel ist tatsächlich nicht verlorengegangen (das schlimmste: alle (ca. 10) Mails aus dem Posteingang).

Da ich jetzt schon einen USB-IDE-Adapter habe, werde ich jetzt regelmäßig Backups auf eine externe Platte machen.

Kennt jemand ein gutes Backup-Programm für Linux? Man sollte es einmal menügesteuert, gerne auch graphisch oder per Browser, konfigurieren müssen, und dann sollte es möglichst vollautomatisch regelmäßig inkrementelle (und was es da halt alles gibt ;-) ) Backups auf den externen Datenträger spielen. Wenn ich unterwegs bin und die externe Platte nicht dabei habe, sollte es auch irgendwie möglich sein, ein inkrementelles Backup auf eine CD zu brennen.

Softwareprozesse

So langsam verstehe ich, was der Sinn von “Schnell funktionierenen Code erzeugen” und “Falls nötig, refaktorisieren” in Softwareprozessen wie XP ist. Erst, wenn man man mit einem (selbst geschriebenen) Grundgerüst eines Frameworks eine (funktionierende) Anwendung geschrieben hat, weiß man, was im Framework fehlt. Und zwar sieht man dies daran, wo der Code der Anwendung Redundanzen enthält, die man dadurch beseitigen kann, daß man im Framework geeignete Abstraktionen zur Verfügung stellt.

IMO kann man das auch nicht vorausplanen. Man weiß eben nicht vorher, welche Abstraktionen sinnvoll sind. Versucht man es dennoch, erhält man im Regelfall ein Framework, das entweder nicht zu durchschauen ist, weil es eine enorm komplexe Schnittstelle hat, so daß man eine weitere Schicht darüber braucht, um diese Komplexität zu handlen (beliebtes Anti-Pattern: Add an extra layer of indirection), oder es bietet nicht die richtigen Funktionen, so daß die Anwendung schließlich ein einziger Workaround ist (oder man wieder mal eine zusätzliche Schicht eingefügt hat).

Das Ganze formalisieren zu wollen, ist meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Um die nötigen Abstraktionen bestimmen zu können, muß erstmal etwas Konkretes da sein. Das nötige Fingerspitzengefühl, um zu wissen, wieviel Konkretes da sein muß, ist wohl ein wichtiger Schritt in der Entwicklung jedes Programmierers.

Unnötig zu sagen, daß man sowas in einer Vorlesung (Softwaretechnik) ganz sicher nicht lernt – die bis jetzt knapp 140 Stunden Programmier-Hiwi-Job haben da deutlich mehr gebracht.

Achja, das “Standard”-V-Modell mit Entwurfsphase und Programmierern, die stur nur das ihnen zugewiesene Modul betrachten, stelle ich mir doch arg langweilig vor. So möchte ich nicht arbeiten müssen.

KAMUNA

KAMUNA – das steht für Karlsruher Museumsnacht. Die fand gestern schon zum siebten Mal statt.

Diverse Museen haben bis 1 Uhr nachts geöffnet und man kommt überall mit einem Button für 6 Euro (Studenten, Vorverkauf) rein. Auch wenn nicht alles so geklappt hat wie geplant, war es doch sehr interessant, und ein guter Anlaß, sich die eine oder andere Ausstellung, oder gar das eine oder andere Gemälde bei einem weiteren Museumsbesuch nochmal genauer anzugucken.

Zuerst waren wir in der Staatlichen Kunsthalle bei Der inspirierte Philosoph: Denis Diderot im Bild. Im wesentlichen wurde dort kurz ein Bild erklärt, das Fragonard von Diderot gemalt hat. Diderot kannte ich bisher übrigens nur wegen seiner Encyclopédie, wegen derer ein Zitat von ihm Eingang in die Satzung des Wikimedia Deutschland e.V. gefunden hat:

» … damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei; damit unsere Enkel nicht nur gebildeter, sondern gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden, und damit wir nicht sterben, ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben.« Denis Diderot

Nach dieser also recht kurzen Führung haben wir uns noch ein wenig mehr in der Kunsthalle umgeschaut. Fasziniert haben mich sechs Passionsbilder in Raum 8, von denen ich allerdings nicht mehr weiß, von wem die waren. Jedenfalls schön bunt und reich an abgebildeter Handlung.

Danach waren wir im Badischen Landesmuseum im Schloß. Dort gab es Kostumführungen durch verschiedene Ausstellungen. Hängengeblieben sind aber insbesondere die badischen Revolutionslieder:

Schlaf, mein Kind, schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß!
Gott aber weiß, wie lang er geht:
bis daß die Freiheit aufersteht,
und wo dein Vater liegt, mein Schatz,
da hat noch mancher Preuße Platz!
Schrei, mein Kindlein, schrei’s:
Dort draußen liegt der Preuß!

Danach haben wir ein leckeres Eis gegessen und wollten dann eigentlich mit der historischen Straßenbahn fahren. Dummerweise kam zur angekündigten Zeit keine in die richtige Richtung …

Die UV-Performance im Badischen Kunstverein war leider etwas enttäuschend. Das Restlicht war dank offener Türen deutlich zu hell, die artistische Qualität eher mittelprächtig. Da fand ich die Schwarzlicht-Vorführung, die meine Klasse beim Zivildienst an der Janusz-Korczak-Schule in Kaltenkirchen gemacht hat, irgendwie besser …

Im Kellergeschoß des Badischen Kunstvereins gibt es tolle Interviews zum Beispiel mit einem Anarcho-Demokraten zu sehen. Naja, etwas verquere Ansichten, IMO noch weniger realisierungsfähig als Liquid Democracy …

Bei der Abschlußveranstaltung (Salsa-Band im Naturkundemuseum) kam leider auch nicht wirklich Stimmung auf …

Insgesamt eine äußerst lohnende Veranstaltung. Viel haben wir zwar nicht geschafft, mehr wäre auch deutlich zu anstrengend geworden.

Sauna im Sommer

Nachdem mich schon mehrere Wochen eine etwas nervige Atemwegsinfektion plagt, dachte ich mir, ich tu mal wieder was für meine Abwehrkräfte. Also ganz entspannt ins Vierordtbad … Was ich nicht wußte: Das hat im August geschlossen. Naja, ok, also zum Fächerbad. Das hatte sogar geöffnet, zwar nicht so lange wie normal, aber das konnte mir eh egal sein. Aber irgendwie finde ich das seltsam – warum machen die gerade die Aushängesauna, die gerade erst renoviert wurde und an allen Ortseingängen beworben wird, im Sommer dicht?!

In gut zweieinhalb Stunden zwei Saunagänge absolviert und im Dampfbad gewesen. Ergebnis: Ich kann nix mehr ab … Nach jeweils 10 Minuten war ich schon fix und fertig. Immerhin hab ich das Gefühl, daß es für Kreislauf und Immunsystem was gebracht hat …

Entspannend war es leider gar nicht. Die halbe Stunde, die durch den zusätzlichen Weg quer durch die Stadt verursacht wurde, fehlte halt. Und zwischendurch waren dann auch noch kurzzeitig meine Badelatschen verschwunden, tauchten aber da wieder auf, wo ich sie zuletzt ausgezogen hatte. Sehr mysteriös …