Unifest

Gestern war in Karlsruhe Unifest. Insgesamt war es ziemlich genial, auch wenn es ziemlich blöd angefangen hat.

Um 20:00 wäre ich mit ner Freundin im Foyer verabredet gewesen. Ich war etwas vorher da, weil ich gedacht hätte, daß Einlaß und Garderobe etwas länger dauern könnten, um die Zeit war da allerdings noch nichts los. Um fünf vor acht bekomme ich dann eine SMS: “Wir treffen uns doch erst um 20:30.”, weil jemand, der noch mitkam, im Stau stand. Ich ziemlich ungehalten zurückgeschrieben, daraufhin kam dann ein Anruf, das wäre doch nicht ihre Schuld, sie könne nichts machen, bla bla.

Es wäre natürlich auch überhaupt keine Möglichkeit, daß besagter Jemand einfach alleine parkt und zur Uni läuft. Jedenfalls ist das kein Grund, abgemachte Termine nicht einzuhalten.

Dr. Dr. Rainer Erlinger hatte dazu diese Woche in der Rubrik “Gewissensfrage” zur Unpünktlichkeit zu sagen:

Die Pünktlichkeit leidet an chronischer Unterschätzung. Meist wird sie zusammen mit Höflichkeit und gutem Benehmen in einen Topf geworfen. Dies trifft es meines Erachtens jedoch nicht. Ständige Unpünktlichkeit ist nicht nur unhöflich. Es geht dabei auch nicht um Zwanghaftigkeit oderdie Nicht-Einhaltung von Konventionen, sondern schlicht um Geringschätzung des Gegenübers.

Natürlich kann es mühsam sein, sich so einzurichten, dass man rechtzeitig kommt. Doch gerade darin liegt der wunde Punkt: Wer diese Mühe nicht auf sich nimmt, bewertet die eigene Zeit, die er sich einteilen und damit opfern müsste, höher als die des anderen. Wer nicht an genaue Termine gebunden ist, kann seine Zeit besser ausnutzen; wer stets auf die letzte Minute plant, setzt den Wert der eigenen Zeit in der Kalkulation höher an, jeweils auf Kosten anderer. Den Zeitverlust der Wartenden mag er bedauern, er nimmt ihn jedoch, wie der Jurist sagen würde, billigend in Kauf. Er knapst sich von deren (endlicher) Lebenszeit ein Stück zugunsten der eigenen ab. [Auch als murder in the millionth degree bekannt, Anm. des Bloggers] Da Zeit etwas höchst Persönliches ist, liegt darin – hart ausgedrückt – ein Instrumentalisieren und damit eine Abwertung des anderen.

Damit ist zu dem Thema wohl alles Wesentliche gesagt.

Die erste Konzert war von Die Schnitter. War recht genial, und gegen Ende war auch meine Laune besser. Körpereigene Glücksdrogen sind schon was Feines.

Danach kamen die die Tanzkinder. Selbst charakterisieren sie ihre Musik als “sympathisch-leichten und höllisch groovenden Akustik-Sommerpop”. Hat Spaß gemacht, besonders jetzt im tiefsten Winter.

Der absolute Höhepunkt war dann der Auftritt der Skaliners. Mit diversen Zugaben haben die über eineinhalb Stunden gespielt, und es ging schon mächtig ab. Achja, wenn man Stage-Diving machen will, möge man doch vorher ein wenig abnehmen. Danke. Achja, wenn das Mädel mit dem grünen Top, bei dem der linke Träger immer runterrutschte, das bei dem Auftritt vor mir (3. Pfosten, Mitte, einige Meter vor dem Mischpult) das hier liest, möge sie sich doch melden ;-)

Bei dem Auftritt war die Halle extrem voll, die Luft dementsprechend ziemlich warm und stickig und ich ziemlich durchgeschwitzt. Danach war also erstmal Chill-Out angesagt.

Danach kamen noch Motosushi, wo es auch ziemlich abging, auch wenn es sich schon deutlich leerte. Immerhin ging es dann um ca. viertel nach Drei an der Garderobe ziemlich zügig.

Alles in allem mal wieder ein äußerst gelungenes Unifest!

3 thoughts on “Unifest

  1. moin jens,

    du hast nicht zufällig noch das sz-magazin in der die gewissensfrage zum thema “pünktlichkeit” behandelt wurde ? einen ausschnitt hast du am 31.01 in deinem blog zitiert.

  2. was ist, wenn man zunächst immer pünktlich kommt, aber trotzdem aus verschiedenen gründen unpünktlich angefangen wird und man sich deshalb unpünktlichkeit angewöhnt hat?

  3. Das stand in dem Teil des Artikels, den ich nicht mehr zitiert habe: Dann soll man halt selber nicht ganz pünktlich kommen und so den Schaden (Lebenszeitverlust) gleichmäßig verteilen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>