Geh sterben, Jamba!

Nachdem das nervige Maskottchen von Jamba schon getötet wurde, geht es jetzt Jamba selbst an den Kragen. Verbraucherschutzministerin Renate Künast will jetzt explizit ins Gesetz reinschreiben, daß Anbieter von SMS-Premium-Diensten deutlich auf die Kosten hinzuweisen haben (via Heise online).

Das war zwar eigentlich eh schon klar, Preisangabenverordnung etc. pp., die Organe der Rechtspflege, wie es so schön heißt, (hier: die Staatsanwaltschaft) sahen aber bisher leider keinen Grund, die kriminelle Vereinigung Jamba (eine Gruppe von Personen, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug im besonders schweren Fall zusammengeschlossen hat), endlich auszuheben.

Die neuen Kennzeichnungspflichten werden dann aber hoffentlich das Ende des Jamba-Geschäftsmodells, das auf Täuschung, Betrug und nicht zuletzt Volksverdummung basiert, bedeuten.

Unifest

Gestern war in Karlsruhe Unifest. Insgesamt war es ziemlich genial, auch wenn es ziemlich blöd angefangen hat.

Um 20:00 wäre ich mit ner Freundin im Foyer verabredet gewesen. Ich war etwas vorher da, weil ich gedacht hätte, daß Einlaß und Garderobe etwas länger dauern könnten, um die Zeit war da allerdings noch nichts los. Um fünf vor acht bekomme ich dann eine SMS: “Wir treffen uns doch erst um 20:30.”, weil jemand, der noch mitkam, im Stau stand. Ich ziemlich ungehalten zurückgeschrieben, daraufhin kam dann ein Anruf, das wäre doch nicht ihre Schuld, sie könne nichts machen, bla bla.

Es wäre natürlich auch überhaupt keine Möglichkeit, daß besagter Jemand einfach alleine parkt und zur Uni läuft. Jedenfalls ist das kein Grund, abgemachte Termine nicht einzuhalten.

Dr. Dr. Rainer Erlinger hatte dazu diese Woche in der Rubrik “Gewissensfrage” zur Unpünktlichkeit zu sagen:

Die Pünktlichkeit leidet an chronischer Unterschätzung. Meist wird sie zusammen mit Höflichkeit und gutem Benehmen in einen Topf geworfen. Dies trifft es meines Erachtens jedoch nicht. Ständige Unpünktlichkeit ist nicht nur unhöflich. Es geht dabei auch nicht um Zwanghaftigkeit oderdie Nicht-Einhaltung von Konventionen, sondern schlicht um Geringschätzung des Gegenübers.

Natürlich kann es mühsam sein, sich so einzurichten, dass man rechtzeitig kommt. Doch gerade darin liegt der wunde Punkt: Wer diese Mühe nicht auf sich nimmt, bewertet die eigene Zeit, die er sich einteilen und damit opfern müsste, höher als die des anderen. Wer nicht an genaue Termine gebunden ist, kann seine Zeit besser ausnutzen; wer stets auf die letzte Minute plant, setzt den Wert der eigenen Zeit in der Kalkulation höher an, jeweils auf Kosten anderer. Den Zeitverlust der Wartenden mag er bedauern, er nimmt ihn jedoch, wie der Jurist sagen würde, billigend in Kauf. Er knapst sich von deren (endlicher) Lebenszeit ein Stück zugunsten der eigenen ab. [Auch als murder in the millionth degree bekannt, Anm. des Bloggers] Da Zeit etwas höchst Persönliches ist, liegt darin – hart ausgedrückt – ein Instrumentalisieren und damit eine Abwertung des anderen.

Damit ist zu dem Thema wohl alles Wesentliche gesagt.

Die erste Konzert war von Die Schnitter. War recht genial, und gegen Ende war auch meine Laune besser. Körpereigene Glücksdrogen sind schon was Feines.

Danach kamen die die Tanzkinder. Selbst charakterisieren sie ihre Musik als “sympathisch-leichten und höllisch groovenden Akustik-Sommerpop”. Hat Spaß gemacht, besonders jetzt im tiefsten Winter.

Der absolute Höhepunkt war dann der Auftritt der Skaliners. Mit diversen Zugaben haben die über eineinhalb Stunden gespielt, und es ging schon mächtig ab. Achja, wenn man Stage-Diving machen will, möge man doch vorher ein wenig abnehmen. Danke. Achja, wenn das Mädel mit dem grünen Top, bei dem der linke Träger immer runterrutschte, das bei dem Auftritt vor mir (3. Pfosten, Mitte, einige Meter vor dem Mischpult) das hier liest, möge sie sich doch melden ;-)

Bei dem Auftritt war die Halle extrem voll, die Luft dementsprechend ziemlich warm und stickig und ich ziemlich durchgeschwitzt. Danach war also erstmal Chill-Out angesagt.

Danach kamen noch Motosushi, wo es auch ziemlich abging, auch wenn es sich schon deutlich leerte. Immerhin ging es dann um ca. viertel nach Drei an der Garderobe ziemlich zügig.

Alles in allem mal wieder ein äußerst gelungenes Unifest!

Über Wasser – Schiff fährt.

Diese Woche hat Harald Schmidt mit seiner ARD-Showband einen Zeitungsbericht über die Darstellungen des Seekriegs in einen rhythmischen Sprechgesang umgewandelt:

Über Wasser – Schiff fährt.
Unter Wasser – Torpedo kommt.
Schiff geht unter.
Frau weint.
Nächstes Schiff.

Das ist wirklich herrlich politisch unkorrekt. Schmidtie, ok, Du bist nicht Stefan Raab, aber könnt Ihr da nicht ne CD draus machen?

Und alle zusammen!

Tötet Sweety!

soulcore fordert: Tötet Sweety!. Seine Idee ist ein Sweety Shooter (à la Moorhuhn, nehme ich an).

Ich plädiere eher für den Einsatz von <bush>weapons of mass destruction</bush>: In Hühnerbrütfabriken landen die aussortieren Küken im Häcksler. Das wäre doch mal eine Maßnahme …

Studenten, auf die Barrikaden!

Vorgestern hat das Bundesverfassungsgericht große Teile des 6. Gesetzes zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes gekippt, darunter auch die Verpflichtung der Länder, verfaßte Studierendenschaften einzurichten.

Um es mit Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) auszudrücken:

Einen Asta und so Zeug, meinen die Richter, brauche die Uni nicht unbedingt.

Daß es der Bundesgesetzgeber nicht vorschreiben darf – ok, akzeptiert. Aber mit ihren politischen Äußerungen haben sich die Richter IMO etwas sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

Aus dem Urteil:

Die Hochschulverfassungen des Landes Baden-Württemberg und des Freistaats Bayern sehen keine Studierendenschaften vor. Welche greifbaren Nachteile sich daraus für die studentische Mitwirkung in den Hochschulgremien ergeben haben oder zu befürchten sind, ist von keiner Seite dargetan worden.

Heribert Prantl meint dazu:

Vor 30 Jahren hätte es gegen so ein Urteil Aufstände gegeben. Aber dafür ist jetzt keine Zeit mehr: Die Studenten müssen ja ihre Studiengebühren verdienen.

Beweisen wir den selbsternannten Bildungspolitikern das Gegenteil: Beteiligt Euch an den Protesten!

Heise abgemahnt

Die Musik-Industrie, vertreten durch die Kanzlei Waldorf in München arbeitet weiter mit aller Kraft an ihrem negativen Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit.

Jetzt wurde der Heise Zeitschriften Verlag abgemahnt, weil er im Rahmen der Berichterstattung von heise online einen Link auf die DVD-Kopiersoftware AnyDVD des Herstellers SlySoft gesetzt hatte, deren Benutzung zur Umgehung von Kopierschutzmechanismen (IMO nicht aber die Benutzung zum Kopieren ungeschützter DVDs) in Deutschland verboten ist, seit der europäische Richtliniengeber und Frau Zypries sich diesbezüglich von der BundesregierungMusikindustrie über den Tisch ziehen haben lassen.

So nicht, liebe Plattenfirmen. Statt der Presse einen Maulkorb verpassen zu wollen, solltet Ihr Euch mal Gedanken über folgenden Spruch machen: “Wenn man nichts zu sagen hat: Einfach mal die Fresse halten!”. Ich wiederhole es daher noch einmal: Kauft nicht von BMG, edel, EMI, Sony Music, Universal Music und Warner Music!

UPDATE: Ich dokumentiere eine Änderung an diesem Artikel. Nach einer Abmahnung durch die Kanzlei Waldorf, Scherge der oben genannten Musikunternehmen, entferne ich bis zur Klärung der Rechtslage den Link auf Slysoft.

Beamtendichte in Deutschland

Nicht nur, daß Deutschland ein äußerst effizientes und zuverlässiges Rechtssystem hat – es schafft das auch mit recht wenigen Beamten. Sogar in den USA sind demnach 16% der Arbeitnehmer im Staatsdienst beschäftigt, in Deutschland sind es dagegen nur 12,5%.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Verwaltung vielleicht nicht wegen, sondern trotz dieser niedrigen Zahl noch halbwegs effizient arbeitet.

Wenn der Staat von der Wirtschaft ständig übers Ohr gehauen wird, zum Beispiel im Fall Toll Collect oder bei der Website der Bundesagentur für Arbeit (Accenture), dann liegt das daran, daß er nur noch über äußerst dürftige eigene Sachkunde (in Form von Mitarbeitern) verfügt – ob sich diese niedrige Beamtenquote da bezahlt macht?

Wok: Rindfleisch

So, heute habe ich für eine (bald Ex-)Mitbewohnerin (eigentlich sollte es mit ihr werden, aber sie hat verschlafen) Rindfleisch in Reiswein & Sojasauce gekocht. Zu dem Rezept ist zu sagen: Viel zu viel Gemüse für das bißchen Fleisch, und nicht wirklich scharf. Ggf. nächstes Mal mehr Sauce (Reiswein, Sojasauce, gemahlener Ingwer, Knoblauch, Stärke, Tomatenmark) machen und dann damit abschmecken. Auf die Schnelle habe ich diesmal nur Reiswein, Sojasauce und Tomatenmark in einem Mengenverhältnis frei nach Schnauze nachgekippt – und es war nicht zu stark gewürzt.

Übrigens ist das so ein Gericht, das kalt besser schmeckt als warm. Den Rest habe ich mir heute abend kalt gegönnt, mit einer guten Portion Reis, um die Flüssigkeit vom Gemüse aufzusaugen.

Am Freitag geht es mit einem etwas aufwendigeren Menü weiter: Hühnchen Chop-Suey und Schweinefleisch süß-sauer und als Vorspeise eine scharfe Hühner-Nudel-Suppe. Zum Glück muß ich da nicht alles alleine machen, und der Gastgeber meint sogar, scharfe Messer zu haben.

Trackbacks

Gerade durfte ich mal wieder einen Trackback nachbearbeiten, weil Umlaute verhunzt waren. Das hat mich dazu gebracht, mal nach der “offiziellen” Spezifikation von Trackbacks (entwickelt von Movable Type) zu suchen.

Bisher hatte ich gedacht, daß da irgendwelche XML-Chunks hin- und hergeschoben werden, aber nein:

To send a ping, the client sends an HTTP POST request to the TrackBack Ping URL. The request contents should be of the content type application/x-www-form-urlencoded.

HTTP-POST hat natürlich keine vernünftige i18n (was wohl daran liegt, daß HTTP nicht vom W3C entwickelt wurde). Keine Ahnung, wie man bei Movable Type auf so eine bescheuerte Idee gekommen ist (im 21. Jahrhundert, nämlich am 28. August 2002). Zu dem Zeitpunkt sollten für relevante Technologien wie XML-RPC eigentlich schon stabile Spezifikationen vorgelegen haben.

Rechtssystem als Standortvorteil

Mehrere Studien, zum Beispiel das World Competitiveness Yearbook 2004, sehen Deutschland im Bereich Rechtssicherheit ganz weit vorne.

Zitat Thomas Straubhaar vom HWWA:

Es handelt sich hierbei um ein für Investoren ganz wichtiges Kriterium, das auch als solches herausgestellt werden sollte.

Zu nennen sind der effektive Rechtsschutz, schnelle Immobilientransaktionen, berechenbare und verbindliche behördliche Entscheidungen, und sogar das deutsche Steuersystem kommt recht gut weg.

Deutschland ist besser als jetzt!

Bush darf beten

Der amerikanische Atheist Michael Newdow hat eine Klage gegen US-Präsident George W. Bush verloren. Newdow wollte verhindern, daß auf der Amtseinführungsfeier von Bush gebetet wird, weil er als Atheist sich dann als Bürger zweiter Klasse fühle.

Der Richter wies das u.a. mit folgendem Argument zurück:

In addition, Mr Bush’s decision to invite clergy to the inauguration is a personal choice and one that cannot be challenged in law, the judge ruled.

Irgendwie schon seltsam, daß Newdow es immer schafft, sich Verfahren rauszusuchen, bei denen er dann aus Gründen scheitert, die mit der Hauptsache nichts zu tun haben. Wir erinnern uns an den Prozeß, bei dem Newdow gegen “A nation under God” im Flaggeneid geklagt hatte. Dieses Verfahren verlor er dann vor dem U.S. Supreme Court – er hatte kein Sorgerecht für seine Tochter, in deren Namen er geklagt hatte.

(via Luca De Biase)

Würdeverlust durch Antidiskriminierungsgesetz

Ein sehr interessantes Argument in der Diskussion über das geplante Antidiskriminierungsgesetz kommt vom Verfassungsrichter Di Fabio:

Die Überschätzung des Rechts kollidiert mit der Utopie von der vollendeten Gerechtigkeit, deren Herrschaft dank des Antidiskriminierungsgesetzes anbrechen soll. Auf dieses Missverhältnis hat unlängst der Verfassungsrichter Udo Di Fabio hingewiesen. Höchst ungewiss sei es, ob “die Grundrechte ein im Innern logisches, im Geltungsbereich exklusives Wertesystem sind oder sein können”. Di Fabio zufolge wird der Mensch “in seiner Würde verletzt, wenn er in einem fragmentierten System von Rechtsgruppen nach Geschlecht, Generation, Gesundheitszustand einsortiert wird”. Als Beispiel diente Di Fabio “die sich häufende Anti-Diskriminierungsgesetzgebung”.

(Quelle: SZ vom Freitag, Seite 13)

Weiter heißt es in dem Artikel:

Nicht jede Gerechtigkeit lässt sich verordnen. Toleranz, vor Gericht erstritten, ist selten noch Toleranz, eine Gaststätte, deren Zutritt man erzwingt, keine gastliche Stätte, und eine Diskothek kein Ort, an dem man tanzen möchte, wenn der Amtsrichter den Zerberus in die Schranken weisen muss. Wahre Gerechtigkeit, wußte Jacques Derrida, ist unendlich, unberechenbar und ewig zukünftig.

Das ist IMO das eigentliche Problem an der ganzen Sache: Daß man “Probleme”, die unweigerlicher Ausdruck einer offenen, diversifizierten Gesellschaft sind, nun mit Mitteln des Rechts lösen will. Gleichberechtigung, die Verschiedenartigkeit nicht anerkennt, ist Gleichmacherei und verletzt die Rechte aller Beteiligten gleichermaßen.

Stellwerk

Heute mittag habe ich einiges über Eisenbahntechnik dazugelernt:

Mir und Erik hat ein Bekannter von ihm ihm Eisenbahnsignallaboratorium eine Einführung in die Stellwerkstechnik gegeben. Mit einem richtig schön alten mechanischen Stellwerk haben wir dann Fahrstraßen geschaltet, Weichen gestellt und lustig einen Zug im Kreis fahren lassen.

In Deutschland soll es noch 3500 alte Stellwerke geben. Wenn es also mit dem Info-Studium nicht klappen sollte … ;-)

Zimmereinrichtung die Dritte …

So, weiter geht’s mit der Zimmereinrichtung. Ich habe gerade schon mal die vorhandenen Möbel verrückt, wie hier beschrieben.

Das ganze sieht jetzt so aus:
Waschbecken mit Fernseher davor
Bet und Rückwand des Schranks
Blick Richtung Fenster, Raum jetzt ziemlich leer
die freie Seite, wo das Regal hin soll

Jetzt muß ich mir noch überlegen, was für Regale ich wo hin haben will. Zwischen Bett und Balkontür paßt wider Erwarten doch noch eins …

Die Rückwand des Schranks (die ich nie vorher gesehen habe) sieht irgendwie sehr … kahl aus, da muß dringend ein Poster rauf …

Manipulation bei der Tagesschau

kju berichtet über einen Artikel auf tagesschau.de, aus dem ein etwas peinliches Zitat Stoibers nachträglich entfernt wurde (via: verbrennung.org).

Um die Manipulation perfekt zu machen, wurde dann noch ein weiteres Mal nachbearbeitet. Liebe Online-Redaktion der Tagesschau: Sehr seriös ist das aber nicht! Aber das wißt Ihr vermutlich schon selbst …

Ich werde bei Gelegenheit mal schriftlich nachhaken