Fugen-s bleibt!

Im Oktober hatte der Spiegel berichtet, daß aufgrund der Eingabe eines Lehrers aus Berlin bei der nächsten Gelegenheit das Fugen-s aus dem Wort “verfassungsgebend” in der Präambel des Grundgesetzes gestrichen werden solle.

Auf meine Petition hin habe ich heute folgende Antwort vom Petitionsausschuß bekommen:

Sehr geehrter Herr Müller,

zu Ihrer o.g. Eingabe wurde zunächst das Bundesministerium des Innern um eine Stellungnahme gebeten.

Unter Einbeziehung der Ausführungen des Fachministeriums ergibt sich folgender Sachverhalt: Die in der “Spiegel”-Ausgabe vom 04.10.2004 zitierte Auffassung des Innenministeriums basierte auf einer Eingabe, die entsprechend von der Beratungsstelle der Dudenredaktion gestützt worden war. Es handelte sich danach nicht um die Auffassung des Innenministeriums sondern um eine Empfehlung, die an das Innenministerium ergangen war. Nunmehr liegt jedoch noch eine weitere Stellungnahme der Gesellschaft für deutsche Sprache vor, die zu dem Ergebnis gelangt, dass beide Schreibweisen vertretbar sind. Das Fachministerium möchte daher von einer Änderung des Grundgesetzes absehen.

Ihrem Anliegen soll somit entsprochen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

[Sachbearbeiterin]

In besagtem Spiegel-Artikel hatte sich das noch ganz anders angehört:

Dem konnte auch die Bürokratie nicht mehr widersprechen. “Die Streichung des Fugen-s ist für die nächste Änderung des Grundgesetzes vorgemerkt”, teilte das Innenministerium dem Petitionsausschussmitglied Volker Wissing (FDP) am vergangenen Mittwoch kleinlaut mit.

Wer ist denn jetzt für die voreilige Pressemeldung verantwortlich? Naja, ich hoffe mal, daß der Spiegel jetzt die Courage hat, die Sache richtigzustellen. Dazu gehört dann auch eine dpa-Meldung, für den ursprünglichen Artikel ging nämlich auch eine raus.

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