Das Ende des Dönerkartells?

In Karlsruhe auf der Kaiserstraße hat mal wieder ein neuer Döner-Imbiß aufgemacht: Stern-Kebap Döner & Pizza, Kaiserstr. 4b.

Eröffnungsangebot: Döner für 1,90 €. Und der schmeckte im Gegensatz zu dem von der Orient-Oase sogar richtig gut. Das Scharf flüssig statt als Pulver, mal was Neues.

Mal sehen, wann die die Preise erhöhen. Aber vielleicht wird das Dönerkartell ja wirklich bald mal geknackt.

UPDATE: Am Montag kostete es dann die üblichen 3,50 €. Schönen Dank für die beiden Döner für 1,90 €, aber damit hat sich der Dönerimbiß wohl auch erledigt … Heul, ich will wieder nach Berlin …

Sex-Bilder bei Google

Planetopia hat den ganz großen Wurf gemacht: Man hat dort rausgefunden, daß mit Google ganz ganz ganz ganz schlimme Bilder finden kann, und das bei so harmlosen Suchbegriffen wie “groupsex”.

Dabei kommt dann auch ein “Internet-Professor” vom “Weltinformatikbund” zu Wort, nämlich Klaus Brunnstein. Informatik-Experte soll er sein, brabbelt aber wild über Strafgesetze. Was las ich dazu in einem Chat: “Ist die Halbwelt der publicitygeilen Schaumschläger im Internet-Securitybereich um eine illustre Figur reicher?” Der Typ ist übrigens Professor für Anwendungen der Informatik (nicht: für angewandte Informatik!). Denn: “Wenn das Erstellen von Powerpoint-Präsentationen angewandte Informatik ist, dann ist es angewandte Architektur, wenn ich durch eine Tür gehe.”

Dann wurde noch ein x-beliebiger Anwalt interviewt, der dann irgendwann erzählte, was man sich so alles vorstellen könnte, wie die Rechtslage sei. Planetopia-Redaktion, merkt euch bitte: Das ist bei Juristen ein Anzeichen für wüsteste Spekulationen, meist über das Vertretbare weit hinaus.

Und noch ein Tipp: Sorgfältiger Journalismus ist es nicht, wenn man irgendwelche Leute interviewt und sie lapidar als “Experten” für irgendwas bezeichnet. Wie wäre die Angabe einer (für das Interview-Thema einschlägigen) beruflichen Position?

Der einzige Interviewte, der seinen gesunden Menschenverstand noch behalten hat, war ein Abteilungsleiter von Fireball, der darauf hinwies, daß man Kinder auch nicht alleine nach St. Pauli schicken würde.

Für alle anderen gilt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!

Bio-hazard!

Gerade habe ich eine etwas ältere Packung Milch entsorgt, indem ich sie in den Ausguß gekippt habe. Keine gute Idee! Dabei kam nämlich auch ein großer Klumpen raus, und danach lag ein glattes rundes Etwas auf dem Abflußsieb. Naja, hab ich dann mit dem seit Wochen in der Spüle liegenden, etwas versifften Messer eines Mitbewohners entsorgt, insofern also kein Problem …

Ich sollte meine Milchpackungen vielleicht mit Öffnungsdatum beschriften …

Rechtsstaat ade?

Als der Europäische Haftbefehl 2002 von der EU verabschiedet und 2004 in Deutschland eingeführt wurde, waren die Bedenken von Juristen schon groß: Deutsche Staatsangehörige müssen sich damit Strafrechtsordnungen unterwerfen, an denen mitzuwirken sie keinerlei Möglichkeit hatten. So wird auch nulla poena sine lege ausgehebelt, wenn damit künftig ein Strafgesetz eines beliebigen Mitgliedsstaates der Europäischen Union gemeint ist. Auch das Verbot der doppelten Strafverfolgung wird ausgehebelt: Wenn es hier nicht geklappt hat, läßt man es halt die Spanier noch einmal versuchen. Der EHB ist damit schon aus rechtsstaatlichen und grundsätzlichen demokratietheoretischen Erwägungen abzulehnen.

Die unklare Rechtslage hatten die Behörden wohl auch im Blick, als sie, nachdem der spanische EHB für Mamoun Darkazanli am Dienstagabend von einem deutschen Gericht bestätigt und am Mittwoch morgen um 9:06 Uhr bei der Generalstaatsanwaltschaft eingegangen war, sofort eine Eilauslieferung anleierten.Um 19:25 hätte er fliegen sollen, um 18:33 reagierte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe aber zum Glück schon mit einer einstweiligen Anordnung auf eine Verfassungsbeschwerde von 14:38, nachdem es schon um 16:15 eine Entscheidung angekündigt hatte.

Auch dieser Vorgang ist rechtsstaatlich unter aller Sau und diente offensichtlich nur dazu, Darkazanli den ihm zustehenden Zugang zu den Gerichten zu verwehren. Seit der EGMR-Entscheidung läßt sich aber erkennen, daß das BVerfG Wert darauf legt, daß deutsche Grundrechte als ultima ratio auch in Deutschland, von deutschen Gerichten, geprüft werden können.

Am Mittwoch sind die reaktionären Kräfte in diesem Lande auf die Schnauze gefallen, und das werden sie hoffentlich bei der endgültigen Entscheidung wieder tun.

Marburg

Heute war ich in Marburg zur Tarifini-Sitzung, Thema: Die Aktion in Berlin am 2. Dezember (siehe das am 1. Dezember erscheinende UMag ;-) ).

In Marburg tritt die Lahn regelmäßig (also bei jedem mäßigen Regen) über ihre Ufer – aber darauf ist man dort wohl schon gut vorbereitet. Parkplätze sind neben Sumpfgebieten halt nur eine weitere Art von Überschwemmungszone.

Die Mensa in Marburg fand ich recht in Ordnung. Erstmal war ich äußerst überrascht, daß man dort um 15:45 das komplette Angebot zu Standardpreisen bekommen, und durchaus schmackhaft war es auch, vor allem die Auswahl an Salaten war super. Karlsruhe könnte sich daran echt ein Vorbild nehmen.

Eine gute Ergänzung zur 24-Stunden-Bibliothek wäre vielleicht die 24-Stunden-Mensa gleich nebenan – leerer Bauch studiert nicht gern …

Blobjects

In der Pinakothek der Moderne findet bis zum 7. Februar 2005 eine Ausstellung mit Objekten des Designers Karim Rashid statt.

Sein Motto: “I want to change the world”.

Die SZ schreibt:

Seine Enwürfe sind emotional strahlen Optimismus aus, er nennt das Ganze “sensual minimalism”.

und weist auf die “plakative laute Designsprache” hin.

Weiter wird der Künstler zitiert mit:

Dabei will ich nicht nur die physische Landschaft um uns herum umkrempeln, sondern auch die Art und Weise, wie wir diese Objekte im Alltag betrachten.

Zusammen mit einem Foto seines “Schachspiels” macht der Artikel wirklich viel Lust auf mehr.

Hungerlöhne für Tortenbäcker

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, verdienen gelernte Konditoren in Bayern im ersten Berufsjahr nach einem “gültigen” (Zitat SZ) Tarifvertrag 7,25 Euro pro Stunde. Ausgehandelt wurde dieser “Tarifvertrag” vom Bund der Hotel-Restaurant- und Café-Angestellten, einer Pseudo-Gewerkschaft im “Christlichen” “Gewerkschafts”bund.

Dieser Lohn ist der niedrigste Lohn für Konditoren in Deutschland und liegt z.B. 43 Cent unter dem in Brandenburg. In München kann man davon kaum leben – geschweige denn eine Torte kaufen.

Christliche und gewerkschaftliche Werte wie Solidarität scheinen für diese christlichen Gewerkschaften tatsächlich ganz vorne zu stehen – in diesem Fall halt die Solidarität mit den Arbeitgebern.

Ob dieser Bund der Hotel-Restaurant- und Café-Angestellten tatsächlich tarifvertragsfähig ist, halte ich für zweifelhaft – die NGG wird das hoffentlich prüfen.

Tote im Regal

In der SZ vom Dienstag erschien bei den Todesanzeigen eine interessante Anzeige:

Tausende Tote im Regal

Sie ist eine Frau mit ungewöhnlichem Hobby: Bobby Rahneberg aus dem oberbayerischen Kipfenberg. Die 78-Jährige sammelt nämlich mit großer Leidenschaft Sterbebilder, sortiert sie nach Alphabet oder Sterbedatum. Wahre Schätze tun sich dem Betrachter auf, der eintaucht in die Geschichten und Lebensläufe der längst verstorbenen Persönlichkeiten, die Bobby Rahneberg über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hat. Mehrere hundert Ordner stehen in den Regalen und sichern die Sterbebilder von vielen Prominenten, Adeligen, Sportlern, Wissenschaftlern und Künstlern. Aber auch arme Bäuerinnen, jund verstorbene Mütter und Ordensfrauen finden bei Frau Rahneberg Aufnahme. Wer die Sammlung von Bobby Rahneberg vergrößern und Sterbebilder vor dem Vergessen sichern will, kann Bildchen an folgende Adresse schicken:

Bobby Rahneberg, Mühlleite 14, 85110 Kipfenberg

Vorläufig ohne Kommentar.

Veraltete Zahlungsmittel

Vor knapp zwei Wochen hatte ich mein ZEIT-Abo gekündigt, jetzt melden die sich endlich mal und schicken mir eine merkwürdige “Zahlungsanweisung zur Verrechnung”. Was soll so ein Schwachsinn? Das kostet doch nur die und mich unnötig Zeit und Geld …

Hab denen erstmal ‘ne eMail geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

schon mit Brief vom 28. Oktober (siehe PDF in der Anlage) hatte ich
mein ZEIT-Abo [...] gekündigt. Darauf erhielt ich von Ihnen
zuerst gar keine Reaktion, so daß ich schon dachte, das Schreiben wäre
verlorengegangen.

Gestern bekam ich dann über das verbleibende Guthaben eine
“Zahlungsanweisung zur Verrechnung” der Postbank. Ich weiß nicht, was
ich damit soll, und wie man auf die Idee kommt, im Jahre 2004 noch
Schecks oder vergleichbare veraltete Zahlungsmittel durch die Gegend
zu schicken, zumal über Kleckerbeträge wie 15,75 €. Es gibt nämlich
durchaus Leute, die keine Filialbank vor Ort haben, bei der sie so
etwas einreichen können. In meinem Kündigungsschreiben hatte ich
übrigens um Überweisung gebeten (und die Kontonummer nicht
vergessen!). Bei anderen Unternehmen klappt sowas auch. Aber falls ich
nochmal die ZEIT abonnieren sollte, werde ich daran denken, daß Sie
Schecks bevorzugen und entsprechend damit bezahlen …

Interessant wäre auch eine Information gewesen, mit welcher Ausgabe
der Bezug denn nun endet, auf der Zahlungsanweisung steht das nämlich
nicht drauf.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Müller

UPDATE 15. November: Jetzt haben sie geantwortet:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Die Einstellung des Abonnements haben wir zur Ausgabe 48/04 vorgenommen. Eine schriftliche Bestätigung hierüber ist Ihnen am 05.11.04 zugeschickt worden.

Die Auszahlung haben wir per Scheck vorgenommen, da uns keine Bankverbindung vorlag.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Natürlich stand die Bankverbindung in meinem Brief – und zwar ganz normal im Seitenfuß. Der Hinweis “unten angegebene” im Text sollte da eigentlich ausreichen …

Kleine Presseschau

Da ich heute mal wieder etwas intensiver zum Zeitunglesen gekommen bin, hier eine kleine Presseschau mit Kommentar:

  • Der Vogelgrippeviren-Subtyp H5N1 ist offenbar erstmals von Mensch zu Mensch übertragen worden. Die USA bunkern schon Medikamente, aber falls es zu einer Pandemie kommen sollte, werden die wohl kaum rechtzeitig damit fertig sein …
  • Der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters hat den arbeitsfreien Samstag (“Samstags gehört Papi mir!”, etc.) als eine kulturelle Errungenschaft der Arbeitnehmerbewegung bezeichnet, die man nicht preisgeben werde. IG Metall, quo vadis? Kein Klassenkampf, keine Arbeiterbewegung mehr?
  • Das BMJ hat jetzt in der Föderalismuskommission einen neuen Vorschlag eingebracht. Ländersache sollen jetzt u.a. Presse- und Versammlungsrecht, Strafvollzug und Küstenschutz werden. Zum Glück ist der Inhalt der Presse- und Versammlungsfreiheit schon sehr genau vom Bundesverfassungsgericht bestimmt, so daß Länder mit reaktionären Regierungen, wie zum Beispiel Baden-Württemberg, da zum Glück nicht allzuviel dran rütteln können. Beim Strafvollzug macht Baden-Württemberg eh schon, was es will. Und warum man die Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz jetzt auf “die” Länder (Baden-Württemberg bezahlt die Deiche am Bodensee bestimmt gerne selbst) übertragen will, ist mir auch nicht ganz klar. Diejenigen Länder, in deren Kompetenzen da eingegriffen wird, haben bestimmt nichts gegen die Gemeinschaftsaufgabe.
  • In Weißrußland werden Proteste gegen die offensichtlichen Wahlfälschungen bei der Präsidentenwahl laut. Der “gewählte” “Präsident” zeigte sich nach der Wahl überrascht: Mit so einem guten Ergebnis habe er gar nicht gerechnet.
  • In Belgien wurde der Vlaams Blok, eine nationalistische Partei, jetzt vom Kassationshof offiziell als “rassistisch” verurteilt. Die Süddeutsche Zeitung mutmaßt, die Partei “dürfte Probleme mit der Post [...] bekommen”. Gibt es in Belgien etwa keinen Kontrahierungszwang für Post-Universaldienstleistungen?
  • Tokio hat wegen eines unbekannten U-Boots seine Marine mobilisiert, erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte. Da stellt sich doch die Frage, ob das Ereignis, das zur ersten Mobilisierung geführt hat, bedeutender war …
  • Das Versteigerungshaus Azubo wollte das Bein einer Saddam-Statue versteigern. Leider führte ein “Hacker-Angriff” (35.000 Zugriffe) zu einem Server-Absturz. Vielleicht waren das auch nur 35k Interessierte, die kurz vor Schluß zuschlagen oder einfach nur nach dem Preis sehen wollten? Jedenfalls muß das System ziemlich stümperhaft entworfen worden sein …

BVerfG und Rockmusik

Wie das zusammenpaßt? Gemach, Gemach, am Ende wird das schon klar …

Heute hat der Zweite Senat im Normenkontrollverfahren zum 6. HRG-Änderungsgesetz die mündliche Verhandlung durchgeführt. Eine Stunde vorher da gewesen, irgendwann kam eine Schulklasse, ein Kiddie mit KSC-Schal. Ich war nah dran zu ihn zu fragen, da er sich ja bestimmt auskenne, weil im Unterricht vorbereitet und so, gegen wen der KSC denn gleich spiele?

Irgendwann ging es tatsächlich los, und zwar mit Eröffnungsplädoyers, 15 Minuten für vier Forschungsminister und 15 Minuten für Edelgard Bulmahn. Die ärmste schien übrigens arg nervös zu sein, man hörte es an der Atmung. Vielleicht mal Yoga oder autogenes Training ausprobieren? Baldrian-Tropfen könnten auch helfen.

Der Vertreter des fzs holte sehr weit aus, wies auf soziale Gerechtigkeit, grundlegende demokratietheoretische Überlegungen und im übrigen Gott und die Welt hin. Zumindest beim ersten Punkt, Verbot von Studiengebühren, schaffte er es aber noch, den Bogen zu schlagen zu der Frage der Gesetzgebungskompetenz des Bundes und ob das 6. HRGÄndG in diese falle. Beim nächsten Punkt, verfaßte Studierendenschaften, war er gerade dabei, darzulegen, wie wichtig und wertvoll die Arbeit der bundesweiten Studierendenvertretung ist, und daß die ASten aus BaWü und Bayern sich nur unterproportional einbringen können, weil es dort keine verfaßten Studierendenschaften gibt, als er vom Vorsitzenden unterbrochen wurde. Er hätte Verständnis dafür, daß er die Gelegenheit, sich hier zu äußern, nutze, um die Arbeit der Studierendenvertretungen aufs Höchste zu loben, aber er möge doch jetzt bitte wieder auf die Frage der Gesetzgebungskompetenz zurückkommen. Hat er dann übrigens auch recht zügig, aber nicht ganz so rund, geschafft.

Der Prozeßvertreter der Bundesregierung, Prof. em. Denninger, wurde, nachdem er bereits doppelt so lange wie derjenige der Antragsteller gesprochen hatte, vom Vorsitzenden Richter gebeten, doch zum Ende zu kommen, und darauf hingewiesen, daß der Vortrag erstmal nur dazu dienen sollte, die Fragen durch das Gericht vorzubereiten, seine Kritik an der Rechtsprechung des Senats sei natürlich trotzdem interessant und hoch willkommen.

Irgendwie war jetzt schon klar, daß der Zeitplan (“um die Mittagszeit fertig”) nicht mehr zu halten sein würde. Es ging jetzt los mit einer lustigen Fragestunde. Edelgard machte dabei wieder einmal eine ziemlich unglückliche Figur – solch ein Geschwaller habe ich auch von Politikern schon lange nicht mehr gehört. Hätte man nicht jemanden nach Karlsruhe schicken können, der Ahnung hat?

Um 13:15 war dann jedenfalls Mittagspause. Noch länger wollte ich mir dieses Trauerspiel dann doch nicht antun und ging zur Demo gegen Studiengebühren und für Mitbestimmung. Die war schon von weiten zu hören, und als ich auf dem Weg zum AKK am Archi-Bau vorbei kam, sah ich auch schon den Demonstrationszug vorbeiziehen. Also Fahrrad abgestellt und mitgelaufen.

Nach einiger Zeit landete ich dann hinter einem Wagen vom StuRa der TU Karl-Marx-Stadt. Gute Rockmusik und gelungene Agitation. Vom Wagen aus filmte übrigens ein Kameramann von Reuters. (Andere Frage: Interessiert sich KA-News eigentlich überhaupt nicht dafür, was in Karlsruhe passiert?)

Nach einem kleinen Umweg kamen wir dann auf dem Marktplatz an, wo die Abschlußkundgebung stattfand. Die wichtigsten Reden (sorry, Daniel!) habe ich dann leider verpaßt, weil ich mir dringend von BK was zu essen holen mußte. Als ich wiederkam, sprach kurz darauf eine Vertreterin des Arbeitskreis Politik und Meinungsfreiheit. Sie überraschte mit Aussagen wie “Dieses Gesetz wollen wir nicht!” (äh, doch, eigentlich gerade, dachte ich …) und Aufrufen an den Ministerpräsidenten Frankenberg (dazu lieber kein Kommentar). Was hat dieser seltsame Arbeitskreis bitte mit der Studiengebühren-Demo zu tun, will sagen: Was sind das eigentlich für merkwürdige Trittbrettfahrer?

Die Kundgebung endete dann ziemlich abrupt auf dem Marktplatz. Die Schlange vor dem Glühweinstand war dann doch etwas zu lang, so daß ich lieber noch mal kurz nach Hause bin, neue Socken anziehen.

Mal wieder ein erlebnisreicher Tag!

Nur Trottel …

… um einen herum.

Es fing damit an, daß ich um 23:00 meine Wäsche in die Maschine packen wollte. Ich gehe ins Treppenhaus – beide Knöpfe vom Aufzug gedrückt, kein Aufzug zu hören. Mein erster Gedanke: Irgendein Asozialer blockiert ihn wieder – also mal gegen die Tür geklopft. Nix …

OK, lauf ich halt (mit Wäschekorb). Ich also runter – beide Maschinen belegt. OK, Korb hingestellt, erstmal wieder hoch. Der Aufzug tat übrigens immer noch nicht, scheint also tatsächlich kaputt zu sein.

Nach 30 Minuten wieder runter – beide Maschinen sind fertig. Eine leergeräumt – jemand meinte mal wieder, für ein Kilo Wäsche eine Maschine anschmeißen zu müssen – Socken und Pullover (die waren in der anderen Maschine) zusammen, das geht doch nicht, hat schließlich Mama schon so beigebracht.

Ich packe also meine Wäsche in die Maschine. Als ich dann den Weichspüler einfüllen will, sehe ich, daß das Weichspülerfach voll von irgendwelchen Mega-, Giga- oder sonstwas-Perls ist und das Wasser drin steht, weil die natürlich verklumpt sind und alles verstopft haben. OK, packe ich meine Wäsche halt in die andere Maschine – da allerdings sieht es genauso aus.

Klug und messerscharf geschlossen: Der Trottel, der von Mama gelernt hat, daß man Socken und Pullover nicht zusammen waschen darf, war’s. Vielleicht hätte Mama ihm auch beibringen sollen, daß das Waschmittel nicht ins Weichspülerfach gehört.

Hochgelaufen, folgenden Zettel

Könntest Du Dir bei Gelegenheit vielleicht mal Gedanken machen, wozu das Weichspülerfach da ist?

Kleiner Tipp: Ganz bestimmt nicht, um irgendein Megaperls-Waschmittel einzufüllen, das dann alles verklumpt.

Jens, S405

geschrieben und bei $Trottel in den Wäschekorb gelegt.

Ansonsten geht in diesem Haus auch alles den Bach runter: Seit ‘ner Woche ist die Eingangstür dauer-auf, und seit Sonntag geht in der Küche das warme Wasser nicht. Naja, wen wundert das noch, daß es dem Studentenwerk ziemlich egal ist …

Ist so kalt der Winter …

Was ist denn das jetzt bitte schon wieder? Heute nachmittag bei der Demo hat es zwar genieselt, war aber halbwegs angenehm. Heute abend war es halt ganz normal kalt. Als ich aber vom Tauchtraining aus der Halle kam, konnte ich es kaum glauben: Schneeregen!

Na, mal sehen, ob das jetzt am Samstag mit Joggen kauft. Eine entsprechende (also atmungsaktive etc.) Jacke werde ich mir auf jeden Fall noch kaufen müssen …

Und letzten Samstag war es sogar noch in kurzer Hose halbwegs erträglich …

Amüsanter Spam

Das ich das noch erleben darf – gerade habe ich doch tatsächlich Spam bekommen, der mich zum Schmunzeln brachte:

From: George W. Bush <gwb @whitehouse.gov>
Subject: How I stole your election (ha ha ha ha!!!)
To: jens.mueller@
Date: Tue, 09 Nov 2004 12:24:19 -0800

How I Stole Your Election
by George W. Bush

The first thing I did to steal your election was to make friends with ALL the manufacturers and code-verifyers of the Electronic Voting Machines. They were really nice, especially Diebold who gave me $600,000 for my campaign. Wow, thanks dude!

[URL]

Next, I had my attack dog, Karl Rove, convince these companies to either alter the vote totals on the central tabulator machines (simple PCs running windows using Remote Access Server — RAS), or reprogram (via a downloadable software patch) the voting machines themselves so that they would give the advantage to ME! Isn’t America great?!? A little money and some religious zealotry goes a looooong, loooong way. Oh, the religious zealotry thing? That’s just a cover. I’m not really a Christian — or at least I don’t act like one. Anyway, I digress.

[URL]

Did you ever hear the media complaining about how inaccurate the exit polls were in prior elections? No. That’s because they basically ARE accurate. But this election, the exit polls showed Kerry WAY ahead. No problem. My buddies rigged the machines (and all they needed to do was rig it in one state, Ohio, but they took care of at least Florida for me too) not only to make me squeak by in the important battleground states, like Florida and Ohio, but they also made sure that when I did get a state that I was expected to win, the margin was HUGE so that my “popular” vote would make it look like I had a mandate.

So let’s recap how the popular vote thing worked again. Let’s say we didn’t want it to look suspicious by taking states that Kerry really would have won (except for Ohio and Florida, gotta take those! heh heh). So we let him win there, but in order once again to boost the “popular” vote (I put that in quotes because as you know, I’m not REALLY popular), we bring my vote tallies RIGHT UP NEXT to Kerry’s, to jack up the “popular” vote as much as possible, even if I didn’t win the state.

Then, with states like North Carolina, we know we’re going to steal the state anyway (at least according to what the exit polls were telling everyone…. and according to the long, long lines of new voters were telling everyone … because we all know most of those people were voting for Kerry, not the status quo), so we just jack the crap out of the vote total to REALLY stuff a crapload of “popular” votes in my pocket. You see, this way I can get on the TV and declare that I have a “mandate” and that I’m going to “cash in” on my political “capital” (which I don’t really have of course, but we made it look that way).

Here’s a nice chart to show you what I mean. Take special note of how the electronic voting machine totals compare to the paper ballot totals. And see what I mean about North Carolina?

[URL]

Look folks, if you really want me out of office, first you’re going to have to impeach me. But you know what, if you don’t have verifiable paper trails at the polls like these folks recommend ( [URL] ), and if you don’t take these voting machines out of the hands of private companies that are aligned with one end of the political spectrum, then I’m gonna just continue to hose you (and then my brother Jeb will be president too cause we’re into this dynasty thing, kind of like my buddies the Saudis… ain’t it cool?!?). Also, in 2006, we’re going to steal about five more senate seats, and then we’ll have the “super-majority”. That means the Democrats can’t do that confounded fillerbs… fillas…. fillbusters…. CRAP, well, they can’t get in the darn way any more and we can pass ANY laws we want about ANYTHING and put whoever we want on the Supreme court. Ha ha, then you’re REALLY screwed. So if you don’t fix this mess (I mean great system) in two years and have a verifiable voting system nationwide, America is MINE!!!!! (and Jeb’s and my daddy’s and Cheney’s and Rove’s… hey, we could even pass a law saying I could be president for FOUR MORE YEARS after 2008! That would be SOOO cool!) Anyway, I digress once again.

Here’s one of my favorite sites:
[URL]

And that pesky Bev Harris. Man I wish she would go away. If too many of you contribute to her cause, I might just get in trouble so KNOCK IT OFF!!

[URL]

I’ve said it before and I’ll say it again, “Fool me once…..”, oh CRAP, I forgot again. Well how about this? “This would be a heck of lot easier if this was [grammar incorrect] a dictatorship…. just so long as I’m the dictator. Heh, heh.” Well, sorry to say folks, but I got my way. What are you gonna do about it, huh? Bring it on!!!

[URL]

“Sincerely” Yours,
“President” George W. Bush

P.S. Pass it on! I dare ya.

FAZ

Gestern hat sich ein Kollege die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Probeabo andrehen lassen, ein Exemplar hat er gleich so bekommen.

Ich hab zwar nur den Artikel über die französischen Luftangriffe in der Elfenbeinküste gelesen, war aber hellauf begeistert.

Heute wurde mir dann erzählt, daß die gesamte Zeitung in dem Stil geschrieben ist. Vielleicht wechsle ich demnächst von der Süddeutschen zur FAZ – insbesondere die Aktion mit der Rechtschreibung war ja äußerst seltsam …

CLEVER, diese privaten TV-Sender

Schon mehrmals habe ich jetzt die Sendung CLEVER – Die Show, die Wissen schafft gesehen. Wirklich super gemacht, anspruchsvoll, seriös, und an ein Massenpublikum gerichtet.

Da lernt man zum Beispiel, warum man auf Kartoffelsuppe laufen kann.

Fehlt nur noch Werbefreiheit – dazu müßte die Sendung im öffentlich-rechtlichen TV laufen. Warum kriegen die sowas eigentlich nicht hin?