Junge christliche Liberale

Gerade habe ich eine Pressemitteilung der Jungen Liberalen Baden-Württemberg gefunden.

Darin fordern sie die Abschaffung des Tags der Arbeit, stattdessen sollten die Leute lieber arbeiten gehen.

Der 1. Mai ist traditionell der Tag der Arbeit. Bei einem desolaten Wirtschaftswachstum und mehr als 4,5 Millionen Arbeitslosen ist das Festhalten am Tag der Arbeit jedoch ein Witz.

Florian Toncar, Landesvorsitzender der Julis: „Wir fordern die Abschaffung des Tags der Arbeit! Das Wirtschaftswachstum in Deutschland kann nur steigen, wenn auch wirklich gearbeitet wird.“

Die Mutterpartei wollte am folgenden Tag einen Tag für Arbeit begehen, doch das reicht den Jungen Neoliberalen nicht. Stattdessen fordert man die Abschaffung dieses Tages und betätigt sich vermutlich ungewollt als Fünfte Kolonne der christlich-fundamentalistischen Kräfte in der Landesregierung:

Ein Festhalten am Tag der Arbeit hat in der heutigen Zeit keinen Wert. Das Zeichen, dass die FDP BW am morgigen 1. Mai mit einer Großveranstaltung in Stuttgart und der Umbenennung in einen Tag für Arbeit setzt, ist zwar ein richtiger Schritt, reicht nach Ansicht der Julis aber nicht aus. Außerdem gibt es keinen religiösen Hintergrund um am 1. Mai als Feiertag festzuhalten.

Welchen Wert hat denn bitte das Festhalten an religiösen Feiertagen? Auch dort wird nicht gearbeitet, und die besondere Aufmerksamkeit, die dem fehlenden religiösen Hintergrund zuteil wird, finde ich für die FDP doch etwas merkwürdig. Der 1. Mai als Aktionstag der Arbeiterbewegung hat in der Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik, hinter der hoffentlich auch die Jungen Liberalen stehen, jedenfalls eine größere Bedeutung als beispielsweise Allerheiligen.

Außerdem verlangt von Gewerkschaftsseite niemand das Verbot von Tanzveranstaltungen vor dem 1. Mai, wie dies von kirchlicher Seite aus für religiöse Feiertage auch weiterhin gefordert wird – im übrigen durchaus zum Schaden der von den Liberalen so umsorgten Wirtschaft.

Vielleicht finden sie es politisch weniger gefährlich (für sich), wenn die Arbeitnehmer brav in die Kirche gehen?

Grüne Einhörner

In dang wird gerade die verfassungkonforme Gestaltung von de.soc.weltanschauung.* diskutiert.

In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, ob es grüne Einhörner gibt, und Henning Schlottmann nannte zwei vermutlich sehr lesenswerte Quellen:

Wo wir schon in dang beim Thema Einhörner sind, mchte ich euch die
wunderbare Fabel von James Thruber “The Unicorn in the Garden” nicht
vorenthalten: http://www.brembs.net/metabiology/unicorn.html (nur eine
halbe Seite lang).

Und es gibt eine tolle, illustrierte Doktorarbeit über das Einhorn in
der mittelalterlichen Ikonographie und Vorstellungswelt von Bruno
Faidutti. Die Arbeit ist in französischer Sprache und die Bilder
bedeuten eine größere Datenmenge, also bitte Vorsicht für Modemuser:
http://faidutti.free.fr/licornes/these/these.html