Wenn man nichts zu sagen hat …

… einfach mal die Fresse halten!

Heute schreibt die Süddeutsche auf der Meinungsseite:

Was aber verleitet westliche Staatsmänner, Diktatoren Persilscheine auszustellen, statt einfach bei Sachfragen zu bleiben? Was nützt es, Menschenrechtsbekenntnisse zu stammeln, um dann zur Tagesordnung überzugehen? Solch peinliche Pflichtübungen sind die Folge eines falsch verstandenen missionarischen Auftrags für die Demokratie. Dass dies wenig bringt, hat gerade Frankreichs Präsident Jacques Chirac erfahren. Er kehrte aus Peking mit magerer Auftragsernte heim, während Chinas bei weitem wichtigste Lieferanten Japan und Taiwan bleiben, trotz aller politischen Differenzen.

Oder rettete es das ruinierte Ansehen der Amerikaner in der islamischen Welt, wenn George Bush notorischen Ein-Parteien-Regimen Nordafrikas beträchtliche Fortschritte bei der Demokratisierung bestätigt? Die Völker, die es besser wissen, werden hinfort noch mehr als Farce empfinden, was ihnen als Marschroute zu Freiheit und Wohlstand gepriesen wird. Und wenn der deutsche Bundeskanzler erklärt, er habe an den Wahlen in Tschetschenien nichts auszusetzen, dann hat er eine fabelhafte Gelegenheit zum Schweigen verpasst.

Ein Gedanke zu “Wenn man nichts zu sagen hat …

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